Rezensionen aus allen internationalen iOS App Stores ‚Check Reviews‘

iOS-User aus kleineren Ländern wie der Schweiz und Österreich, aber nicht nur die, kennen das leidige Problem seit vielen Jahren: Es gibt kaum User-Rezensionen und Bewertungssterne – speziell bei neuen oder weniger bekannten Apps. Der Grund ist ganz einfach, den Standard-Store-Text kennen alle: „Wir haben noch nicht genügend Bewertungen erhalten, um einen Durchschnittswert für die aktuelle Version anzeigen zu können.“ Zu wenig aktive Anwender in dem Land…

Die App Check Reviews hilft in solchen Fällen oft weiter bei der Entscheidungsfindung, ob man eine App kaufen soll oder nicht. In die Suchleiste ganz oben den Namen der App (oder die App ID) eintippen und den Schalter „Suchen“ (auf der iOS-Tastatur) betätigen.

Schon erscheint eine Liste mit den Suchergebnissen, Homescreen-Icons und ein paar Details wie der Mindest-iOS-Version. Die gesuchte und gefundene App antippen.

Nach kurzer Bedenkzeit werden sämtliche User-Reviews aufgelistet, die weltweit erschienen sind! Sehr willkommen: Wählt man eine der Rezensionen aus, wird man direkt zu einer Übersetzung der Firma Google weitergeleitet, das funktioniert auch bei asiatischen oder kyrillischen Schriftzeichen ausgezeichnet.

Falls es Probleme geben sollte, das lokale iOS App Store automatisch zu erkennen (es wird dabei offenbar die Zielsprache bei den Übersetzungen eingestellt), lässt es sich über das Weltkugel-Icon 🌎 (rechts neben der Suchleiste) manuell festlegen (Länderliste).

Der sehr kleine orange/rote Pfeil ˅ rechts neben dem App-Namen führt in Check Reviews übrigens zur offiziellen Produktbeschreibung (und zu den Screenshots), welche die Entwickler ins Store gestellt haben. Sämtliche Bildschirmausrichtungen werden unterstützt, außer jene mit der Home-Taste oben am iPhone und iPod touch.

Des Weiteren werden WWW-Hyperlinks zur Download-Seite im Store geboten („View in App Store“). Die recht nützliche App Check Reviews kostet normalerweise 3,49 Euro und ist ein paar Stunden oder Tage lang kostenlos erhältlich.

TOPTIPP! Als Universal-Application ist sie für iOS-Gerätschaften sämtlicher Größen optimiert. 3,1 MB DL-Volumen, Full-Premium (keine Werbung, keine „Top-In-App-Käufe“). iOS App Store-Link:

Check Reviews

Nicht nur Apps wie Check Reviews, sondern auch der vorliegende Blog Rossau ist Lückenfüller für viele Unzulänglichkeiten in Apples Digitalstore. Nur selten findet man dort das, was man eigentlich benötigte, oder wird bei der Entscheidungsfindung (was brauchbar ist oder nicht) unterstützt.

Das hat sich auch nach den jüngsten Renovierungen des iOS App Stores kaum geändert. Es gibt zwar jetzt redaktionell verfasste Artikel über ausgewählte Apps, täglich einer bis drei, vier, aber die Auswahl lässt manchmal gehörig zu wünschen übrig; sie scheint fast ausschließlich auf marketingtechnischen Überlegungen zu beruhen. Alibihalber geht man bei Apple gelegentlich auf lokale, internationale und/oder jahreszeitlich bedingte Feste, Gedenktage oder Ereignisse ein.


Nehmen wir als kleines Beispiel einfach gleich den heutigen Tag, Sonntag, 21. Oktober 2018. Das – ansonsten geschätzte, prima funktionierende und auf jedem iOS-Gerät werksseitig installierte – iOS App Store zeigt als „App des Tages“ eine verführerische, animierte Vorschau auf das Programm mit dem Namen Cinemagraph Pro. So schaut’s aus am iPad:

Apples iOS App Store, Hauptseite „Heute“ mit einem Werbespot für Cinemagraph Pro; Quelle/Screenshot: Blog Rossau

Apples iOS App Store, Hauptseite „Heute“ mit Werbespots für Cinemagraph Pro und irgend einem C***y-Kram; Quelle/statischer Screenshot: Blog Rossau, Abbildung vergrößern: antippen

Ei, wie lustig sich die Luftballons im Wind bewegen! (Bei dem Video-Loop gibt es übrigens einen Lautsprechersymbol-Button ohne Funktion; unschön und unprofessionell für ein Flagship-Store, denn der Clip ist und bleibt stumm.) Berührt man die Vorschau, wird man sanft zu einem prickelnden Aufsatz über die Software weitergeleitet. Offenbar redaktionell von Apple gestaltet, nicht vom Hersteller der App.

Verschwiegen wird allerdings geflissentlich, dass die App mit unerwünschten Wasserzeichen, weiterer Reklame und allen möglichen Marketingsünden vollgestopft ist, wie die Rezensionen auf Check Reviews zeigen. Darüber hinaus werden „In-App-Käufe“ angeboten, die man nur als glatte Frechheit bezeichnen kann:

„In-App-Käufe“ der iOS-Application Cinemagraph laut Apples iOS App Store; Screenshot: Blog Rossau

„In-App-Käufe“ der iOS-Application Cinemagraph laut Apples iOS App Store; Screenshot: Blog Rossau

Ich meine, ich maße mir nur sehr selten ein Urteil über die Preise an, die Entwickler für ihre Software verlangen, schließlich kann jeder tun und lassen, was er möchte, aber dreihundertdreißig Euro für eine (nicht weiter definierte) „Lizenz“ scheinen für das Gebotene maßlos übertrieben (für iOS-Verhältnisse). Dafür auch noch Werbung zu machen, würde uns niemals einfallen; wir erwähnen das hier nur als Fallbeispiel und Beweis.

Unnötig zu bemerken, dass auch der hervorgehobene und zur direkt intuitiven Betätigung auffordernde „Laden“-Button unmittelbar unter dem erwähnten Aufsatz diese detaillierten Informationen nicht preisgibt, dazu müsste man vorher auf das Icon der App klicken. Bis vor ein paar Monaten war es sogar noch so, dass „In-App-Käufe“ überhaupt nicht angezeigt wurden, auch auf der (hier oben abgebildeten) Produkt-Hauptseite im Store nicht, obwohl sie vorhanden waren. Nicht immer hatte das „nur“ damit zu tun, dass in dem betreffenden Land einfach noch niemand solche Käufe getätigt hatte… Das hat sich inzwischen – etwas – gebessert, ist aber noch lange nicht so, wie es sein sollte: transparent und unmissverständlich.

Apples iOS App Store, das gute, birgt also nicht nur Hinterlistigkeiten, sondern ist als Quelle, welche App sich auszahlt oder nicht, kaum zu gebrauchen. Läuft das Business mit Apps derart schlecht, Apple, dass man zu solch billigen und (diesmal ausnahmsweise relativ leicht) durchschaubaren Maßnahmen und Tricks greifen muss?! Hier fehlt es mir bei allem Respekt doch ziemlich an Verständnis.

Von dem C***y C***h-Kram ganz zu schweigen, der ebenfalls heute prominent auf der Store-Hauptseite angepriesen wird. Das Spiel wurde bisher hier im Blog Rossau lediglich ein- oder zweimal als peinliches Musterbeispiel für üble Abzocke erwähnt (anlässlich von Aktionen ehrlicherer und ganz ähnlicher Alternativen), ohne jemals den vollen Namen auszuschreiben. Klassische Free-To-Play- (eigentlich sollte das heißen: Pay-To-Win-) -Mechanik, reinste Bauernfängerei und eine Taktik wie von Drogendealern. Genauso wenig zu empfehlen wie Cinemagraph.

Zum Trost: die Vorteile der Apple-Geräte und -Infrastruktur überwiegen. Das Store gehört definitiv nicht dazu, was seine Hauptseite und Apples sorgfältig, aber offenbar mit nicht ganz hehren Hintergedanken gestaltete Reklame-Artikel anbelangt. Denn dass sie von den heftigen Zusatzkäufen schlicht und ergreifend nichts wissen, kann mir keiner einreden. Ich glaube kaum, dass es sich nur um einen Lapsus handelt, sondern das hat System.

Die Softwareläden anderer mobiler Systeme sind, nebenbei bemerkt, auch nicht besser.


Trost Nummer zwo: Falls sich jetzt jemand für eine solche „lebendige Fotos“-App interessieren sollte, hier ein Rossau-Artikel:

Um unseren Lesern weiteren Frust mit digitalen Wirtschaftsgütern dieser Sorte zu ersparen, verbringen wir – wenn auch ungern – einen großen Teil unserer Zeit hier in der Redaktion damit, solchen Machenschaften auf die Schliche zu kommen; was zudem manchmal nicht ganz einfach ist, auch wir sind trotz unserer Erfahrungen und unseres ausgeprägten Spürsinns tatsächlich schon mehrmals übertölpelt worden.

Schade, ein richtig lästiger Job, eine von übergeschnapptem Marketing und reiner Geldgier verursachte Zeitverschwendung. Oft würden wir stattdessen lieber die eigentlichen Funktionen der Programme (oder weitere Apps) testen und beschreiben. Trotzdem werden wir unserer Einstellung treu bleiben und stets die Monetarisierungsmethoden beleuchten, sofern möglich.

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