Kurze Demo: Die Videokamera des iPhone XS mit Stereo-Sound (Blogposting aktualisiert)

In aller Eile gedreht, zusammengestoppelt und hochgeladen. (YouTube: 1080p60.) Hoffentlich wird niemandem schwindlig. 😉 Um die Tonqualität beurteilen zu können, wurde auf Hintergrundmusik und Kommentare verzichtet. Es zeigt die Gegend in der Nähe des Apple Stores im Ersten Bezirk von Wien.

Ich holte das iPhone XS (512 GB) gestern gegen Mittag in der Kärntner Straße (kurz zu sehen gleich am Anfang) ab. Ziemlich gut besucht der Laden, das größte Event seit der Eröffnung (Feb. 2018) laut einem Verkäufer.

Obwohl ich ein paar Minuten zu früh dran war, kam ich sofort an die Reihe und hatte das vorbestellte Teil zehn Minuten nach meiner Ankunft in Betrieb gesetzt. Sehr freundlicher und weitgehend kompetenter Service; der eine Mitarbeiter, mit dem ich zu tun hatte, kam aus der Slowakei, der andere aus Ostdeutschland.

Der Genius konnte mir allerdings nicht sagen, wo genau sich die (vier Stück) Mikrofone befinden, die für den Stereo-Sound bei Videoaufnahmen sorgen. Ich hatte Bedenken, dass die eventuell vom Leder-Case abgedeckt werden könnten, oder von einem Finger beim Halten. *)

Anyway… Der FCP-Indikator zeigt eine ausgewogene Stereo-Balance (l/r). Es war recht windig gestern, daher sind Wind- und Fahrgeräusche zu hören, aber ich finde, dass die eigentlich recht gut weggefiltert werden. Beim Anhören die besten erreichbaren Kopfhörer oder Stereo-Equipment verwenden!

Verbesserungen des iPhone XS
gegenüber dem iPhone X
bezüglich Hauptkamera, Signalbearbeitung, Display

  • 4 Gigabyte RAM (statt 3)
  • Leistungsfähigere Kamerasensoren (laut iFixit wurde der Weitwinkel-Abtastchip um – immerhin – 32 Prozent vergrößert)
  • Kleinbild-Äquivalent beim Weitwinkelobjektiv: iPhone XS und iPhone XS Max: 26 mm Brennweite, iPhone X: 28 mm, also etwas stärkeres WW und mehr Bildinformationen bei den neuen Geräten
  • Stereo-Sound bei Videoaufnahmen (mit vier Mikrofonen)
  • Neuer Image-Signal-Prozessor
  • Diverse Foto- und Videomodi wurden verbessert
  • Bestes Display am Markt (DisplayMate.com: iPhone XS Max OLED Display Technology Shoot-Out; daraus: „Based on our extensive lab tests and measurements the iPhone XS Max receives our DisplayMate Best Smartphone Display Award earning DisplayMate’s highest ever A+ grade by providing considerably better display performance than other competing smartphones.“ Im kleineren iPhone XS – ohne „Max“ – ist übrigens die gleiche Technologie verbaut.)
  • Verbesserte Soundwiedergabe (Lautsprecher)
  • CPU um bis zu 15 Prozent schneller (A12 Bionic Hochleistungschip)
  • GPU (Grafikprozessor) um bis zu 50 Prozent schneller
  • Machine learning neural Engine Co-Prozessor „from 2-core/600 billion operations per second to 8-core/5 trillion ops per sec—over 7x faster“; zu diesem Alleinstellungsmerkmal ein interessanter Artikel bei DaringFireball.net/John Gruber
  • Daraus zu einem anderen Thema: „There’s a cool XS-exclusive feature in Settings → Camera → Record Video. If you’re shooting at 30 FPS — whether in 720p, 1080p, or 4K — you can enable Auto Low Light FPS, which will drop the frame rate to 24 FPS on the fly whenever the phone deems necessary to get better low light exposures. This can happen in the middle of recording. Start recording in a bright room and move to a dark one or turn down the lights, and the frame rate will change within the clip.“
  • IP68-Rating bei Staub- und Wasserresistenz

Außerdem: Das Glas am Gehäuse wurde verstärkt (sowohl bruch- als auch kratzfester), der Akku hält etwas länger, mehr Frequency-Bands, schnelleres „Gigabit-Class“ Cellular-Radio. Die folgende Abbildung der iPhone-XS-Kamera stammt vom Hersteller:

Kleine Zugabe, aufgenommen am nächsten Tag. Ein Sound-Check mit Akkordeon. Ein Straßenmusikant in einer weniger noblen Gegend Wiens, die Straßen-, U-Bahn- und Busstation Hietzing, Kennedybrücke. Er spielt einen lustigen Tanz vom Balkan.

Trotz der intensiven Verkehrsgeräusche im Hintergrund lässt sich das Instrument hervorragend vernehmen, egal aus welcher Richtung. Die Mikrofone im iPhone XS leisten Beachtliches!

Fight the silence! Und noch ein kleiner, musikalischer Ausflug auf die „Wiener Wiesn“ 2018 (eine Art Mini-Oktoberfest); ich konnte am 13. 10. mit Ach und Krach zweimal dreißig Minuten Freizeit für Aufnahme und Schnitt freischaufeln (es ist gar nicht so einfach, Quellen von „natürlichen Instrumenten“ zu finden, die keinem Copyright unterliegen und auf öffentlichen Veranstaltungen ertönen).

🎺 Für Freunde der Blasmusik! (Und wer ist das nicht?!) Aber auch all jene, die nichts mit Märschen und Hymnen am Tirolerhut haben, mögen getrost und sehr kritisch die Tonqualität der aufgenommenen unplugged Akustik-Instrumente beurteilen (ich persönlich bin ganz hingerissen), es gibt auch einen Salutschuss aus zwei Dutzend echten Gewehren zu hören (Angaben zu den Kapellen und Musikstücken im YT-Beschreibungstext):

Zu vernehmen ist wieder direkt und linear der mit dem Telefon aufgenommene Sound. Komplett pur und unbearbeitet!

Die einzelnen Instrumente kommen wunderbar zur Geltung. Exzellent ausgewogener Frequenzumfang, sehr hohe Dynamik von Pianissimo bis Fortissimo: wuchtige, brummige Bässe der Tuben, dass es nur so bebt, kristallklare Snares, Piccoloflöten und Tschinellen, unglaublich präsente und mächtige Schläge der Großen Trommel, völlig unverzerrte und „scharfe“ Posaunen, Waldhörner und Trompeten, selbst, wenn sich der Bild- und Tonfänger direkt vor den Mensuröffnungen (Schalltrichtern) befindet.

Mollig weiche und schmeichelnde Tenor- und Flügelhörner, samtige und erdig-holzige Klarinetten und Saxophone, der reinste und üppigste Ohrenschmaus! Die automatische Pegel-Aussteuerung arbeitet hervorragend bei unterschiedlichsten Abständen zu den Schallquellen. Durchgehend störungsfrei, keinerlei Übersteuerung oder Pumpen (laut/leise-Schwankungen), digitale Artefakte, Rauschen, ungewolltes Zischen (außer natürlich die Cymbals) und Klirren, Überlagerungen oder Interferenzen. Absolut synchron über viele Minuten Aufnahmedauer (getestet: zwanzig Minuten), aber das ist ja wohl eine Selbstverständlichkeit heutzutage.

Nochmal: keine zusätzlichen Filter im Einsatz, kein Equalizer, kein Kompressor, kein Limiter, keine Entzerrung, keine Effekte, keine Loudnesskorrektur, keine Panoramaanpassungen, kein künstlicher Hall –, nicht mal ein Mischpult, auch nur ein einziges Kabel oder HighTech-Musikantenstadl-TV-Übertragungsfahrzeug mit hundert Mann/Frau Besatzung, zwei Wochen Einstellproben und einem übergeschnappten Regisseur. Bei solchen Sendungen ist übrigens niemals Live-Musik zu hören, sondern das kommt alles aus der zuvor im Tonstudio aufwändigst hergestellten Konserve, und die Musiker und Sänger spielen und singen (oder auch nicht) im Fake-Synchron-Verfahren; das heißt, sie tun nur so, als ob. Bei der gezeigten iPhone-Aufnahme ist natürlich alles echt.

Keine 🍻 Rauschunterdrückung. Sorry für das leichte Ruckeln des Bilds bei der Tiroler Landeshymne; Grund: erhöhter, unsicherer Standpunkt auf einer extrem schmalen und wackligen Leiter, an die sich mehrere Personen anlehnten, aber für eine Wiederholung hatte ich echt keine Zeit mehr…

Alles auf Vollautomatik. Nur das iPhone XS im originalen Apple Leder-Case und die iOS-Kamera-App. Technische Auflösung der ebenso vollautomatisch (sobald sich das Gerät in ein WLAN eingeloggt hatte) in der iCloud abgelegten Originaldateien (von dem Blasmusik-Beispiel): 4K60 (YouTube: 1080p60). Audio: AAC, H.264, 2 Kanäle, Abtastrate 44,1 kHz.

Kleiner Lapsus vom Hersteller: Die Standard-iOS-App Sprachmemos weiß (noch) nichts von der Möglichkeit, in Stereo aufzunehmen.

Auch nach vier Wochen intensivster Benutzung absolute Zufriedenheit. Die eingebaute Videokamera ist für alles geeignet, von äußerst raren Natur-Dokus über Urlaubserinnerungen bis hin zu stimmungsvollen und nicht ganz leisen Volksfesten.

🥁 Schlägt voll ein das Teil: Glatter TOPTIPP!

Nun noch ein offizielles Video von Apple. Es nennt sich Shot on iPhone XS — Experiments in 4K, Slo-mo, and Time-lapse. Um diese hypnotisierenden Aufnahmen in Zeitraffer und Zeitlupe herzustellen, wurden Testabläufe mit Wasser, Feuer, Metall und Licht unternommen.

*) Die Mikrofone sind, wie sich inzwischen herausstellte, auf der Vorder- (im Notch), der Rückseite (bei den Kameralinsen) und an der unteren Kante (in den beiden Grill-Flächen anbei der Lightning-Buchse) lokalisiert. Ich nehme an, da wird heftig akustisch interpoliert und herumgerechnet, um so ein exzellentes Stereo-Panorama und einen köstlich linearen Frequenzgang bei den Soundrecordings herzustellen.

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2 Antworten zu Kurze Demo: Die Videokamera des iPhone XS mit Stereo-Sound (Blogposting aktualisiert)

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