Bokeh- und Porträt-Experte für iPhones mit Dual-Kamera ‚Focos‘

Gleich vorweg: Die Kamerafunktionen dieser höchst erstaunlichen „nur-iPhone“-App mit dem Namen Focos sind aufs iPhone 7 Plus, iPhone 8 Plus und iPhone X beschränkt. Editieren (und das auch auf iPads im ×2-Modus) lassen sich jedoch auch Fotos, die mit der Standard-iOS-Kamera-App (nur Dual-Kamera-Geräte) im Porträt-Modus geknipst wurden.

Es ist fast magisch, wie man im Nachhinein den Fokus (Schärfenebene, Brennpunkt) verlagern kann! Ähnlich wie bei einer Lytro-Cam.

Die Eigenschaften des Bokehs lassen sich in allen Einzelheiten festlegen, sogar die Form (zahlreiche Vorlagen von „Basic“ über „Spaß“ bis „Spielzeug“) der hellen Flecken (Diaphragmen, Zerstreuungskreise), die durch gezielte Unschärfe entstehen. Was genau ein Bokeh ist, wird weiter unten im vorliegenden Blogposting erläutert. Abbildung oben: Die Dual-Kamera des iPhone X.

       

The fun of out-of-focus!

Ausnahmsweise keine Aktionspreis-App heute, sondern der Grund für die Erwähnung liegt in den exzeptionellen Ausstattungsmerkmalen, die vor wenigen Stunden mit mehreren Export-Dateiformaten (JPEG, HEIC und TIFF), Lens-Presets, Lens-Settings, Tilt/Shift-Tiefenfilter und Bluetooth-Fernsteuerung erweitert wurden.

Außerdem weicht der Hersteller von der bisher strikten Abonnement-Preisgestaltung ab, es gibt jetzt auch einen unbeschränkten „Zugriff ein Leben lang“, und der kostet 10,99 Euro via „In-App-Kauf“. Jeden einzelnen Cent mehrfach wert, wenn Ihr mich fragt…

TOPTIPP! Download und Ausprobieren ist kostenlos, es gibt auch Monats- (1,09 €) und Jahres-Abos (6,99 €). Hier gleich der iOS App Store-Link (iPhone, 36,3 MB, Premiere im Blog Rossau):

Focos

      

Getestet am iPhone X (fotografieren und editieren) und iPad Pro (nur editieren). Die Stärke von Focos liegt natürlich in der Nachbearbeitung von Fotos aus dem Porträt-Ordner. Der Betrieb (User-Interface) ist ausschließlich im vertikalen Hochkantformat, Home-Taste unten, möglich (die Fotos selbst können natürlich auch im horizontalen Querformat vorliegen).

Man braucht weder Fotograf, Bildtechniker noch Photoshop-Experte zu sein, um mit Focos umgehen zu können. Aber auch Profis kommen voll auf ihre Kosten, der Kreativität werden in diesem Spezialbereich kaum Grenzen gesetzt.

Wer alle Raffinessen ausnutzen möchte, braucht ein wenig Einarbeitungszeit und passende Motive mit reichlich perspektivischer Tiefe, schönem Vorder- und geeignetem Hintergrund. Brillante Ergebnisse im Nu!

Ich habe bedenkenlos die elf Euro für die Premium-Vollversion überwiesen und keine Sekunde bereut. Zitat:

Focos bringt Ihnen DSLR-ähnliche Fotos auf Ihr iPhone mit großer Blendenöffnung und echtem Bokeh-Effekt – genau das, was sich die meisten Fotografen schon immer gewünscht haben. Diese App ist ein wichtiges Werkzeug, wenn Sie ein iPhone mit einer Dual-Kamera besitzen.

DPReview: „Focos nimmt die Porträt-Modus-Aufnahmen Ihres iPhones und macht sie professioneller, indem realistischere und anpassbare Bokeh-Effekte hinzufügt werden. Die Ergebnisse sollen angeblich besser aussehen als das, was Apple mit seiner eigenen Kamera-App erzeugt. Die Fotos sind zumindest besser zu bearbeiten und zu personalisieren. So finden Sie für jedes Foto den passenderen Effekt.“

     

Als Anfänger ohne vorherige Fotoshooting-Erfahrung können Sie auf Anhieb professionelle Bilder mit dieser App auch ohne Fachkenntnisse machen. Als Profi werden Sie von den professionellen Optionen begeistert sein, die in diesem Angebot für Sie verfügbar sind. Sie können alle Linsentypen simulieren, einschließlich aller hochkarätigen oder mangelhaften.

Die wichtigsten Funktionen

  • Drücken Sie den Auslöser, um Bilder mit Schärfentiefe aufzunehmen, ohne manuell einen Bereich auszuwählen oder eine Auswahl zu treffen
  • Hohe Apertur und echtes Bokeh wie bei DSLR mit teurem Objektiv
  • Importieren Sie vorhandene Porträtfotos und bearbeiten Sie den Bokeh-Effekt erneut
  • Tippen Sie erst nach der Aufnahme, um zu fokussieren
  • Verschiedene Okularblenden, um unterschiedliche Bokeh-Spot-Effekte zu erstellen
  • Professionelle Optionen, um wie mit einem Pro-Objektiv zu arbeiten: cremig, bilinear, Wirbel und so weiter
  • Sehen Sie sich die Porträtfotos im 3D-Modus an und fügen die Tiefenfilter intuitiv hinzu
  • Simulieren Sie Regen, Schnee oder Nebel mit den verschiedenen Tiefenfiltern
  • Video-Tutorials und einfache Benutzung

     

Sie sollten diese App für Geräte mit Dual-Kameras herunterladen. Alle Beispielfotos in den Screenshots und Trailern wurden mit dem iPhone 7 Plus aufgenommen.

Soweit ein Zitat vom Store-Text, der vom Hersteller verfasst wurde. (Screenshots vergrößern: antippen.)

Es ist schier unglaublich, was mit diesen Optionen bewerkstelligt werden kann. Vorder- und Hintergrund lassen sich praktisch völlig separat in vielen Details bearbeiten, so etwas gab es in dieser Einfachheit und mit dieser Qualität noch nie bei Smartphones! Wer ein wenig ambitionierter die hervorragende Fotokamera seines iPhones nutzen möchte, sollte sich das nicht entgehen lassen.

Die Kamerafunktion der App Focos ergänzt den Porträt-Modus der iOS-Standard-Kamera um einen erweiterten Einsatzbereich in der Tiefe, es sind mehr als die maximal 2,5 Meter Abstand zum Objekt/Motiv im Vordergrund möglich.

Um an die Schnee- und Regen-, Sandsturm- und Nebeleffekte zu kommen, im Editormodus den Zauberstab (unten rechts) betätigen, dann das gelb eingekreiste Pluszeichen (+) über dem „Effekt“-Schriftzug. In der Liste „Tiefenfilter hinzufügen“ ganz nach unten scrollen.

Nur am iPhone X wird auch die Frontkamera samt „Bildschirm-Blitz“ unterstützt, hier wird offenbar die Dual-Objektiv- durch TrueDepth-Technik (die auch für Face ID verwendet wird) ersetzt. Vorausetzung ist auf jeden Fall iOS 11, denn nur damit können die „Tiefeninformationen“ aufgeschlüsselt werden. Nicht vergessen, in den Einstellungen der Application die Export-Größe der bearbeiteten Aufnahmen hochzusetzen!

Nochmal: Am iPad ist Focos nur dann sinnvoll, wenn man gleichzeitig eines der unterstützten iPhones besitzt, mit dem man Fotos im Porträt-Modus (oder mit der Focos-Kamerafunktion) schießt und den Porträt-Ordner (den gibt es in der iOS-Fotos-App nur auf Dual-Kamera-Geräten) via iCloud (gleicher iTunes-Account) syncen lässt. Zudem gibt es leichte Darstellungs- und Skalierungsprobleme am iPad.

Wünschenswert wäre zu diesem Zweck eine native iPad-Unterstützung (Universal-App) sowie Auto-Rotate (Bildschirmnachführung bei Haltungsänderung). Ein Video-Modus steht auch ganz oben auf meiner Wunschliste. Gleiches gilt für einen Remote-Auslöser via Apple Watch.

  • Zur Website des Herstellers mit weiteren Informationen und Beispielen, darunter tatsächlich auch ein Porträt
  • Wikipedia: Bokeh, „ein in der Fotografie verwendeter Begriff für die Qualität eines Unschärfebereichs. Bokeh versucht, die meist subjektive ästhetische Qualität dieser objektivabhängigen Unschärfen zu kennzeichnen; dabei geht es nicht um die Stärke der Unschärfe, sondern darum, wie die Unschärfebereiche aussehen, etwa wie Ringe oder Kreise.“
  • Apple iPhone X (iOS 11) Benutzerhandbuch, Kapitel Aufnehmen von Fotos mit Details zum Porträt-Modus

Nun noch ein sehr aussagekräftiges Demo-Video, bitte unbedingt ansehen (inzwischen wurden übrigens ein paar Bedienungselemente optimiert). Es ist hochinteressant, wie mit Hilfe des 3D-Tools („Depth Map“) die Bokeh-Bereiche markiert, festgelegt und separat in allen Einzelheiten bearbeitet werden:

📸 Viel Spaß beim Erforschen dieses Meilensteins in Sachen Fotografietechnik! Gutes Gelingen beim Anfertigen exzellenter Lichtbilder. High-Tech Computational Photography in Reinkultur.

Dieser Beitrag wurde unter iPhone, iPhone-Kamera abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Bokeh- und Porträt-Experte für iPhones mit Dual-Kamera ‚Focos‘

  1. Tobe schreibt:

    Was heißt „Betrieb ausschließlich im vertikalen Hochkantformat“?
    Ist die App wirklich derart beschnitten, dass man sie gar nicht für Aufnahmen im Querformat nutzen kann? Oder stellt sie lediglich ein UI im Hochformat bereit, lässt sich aber im Grunde auch für Fotos im Querformat verwenden?

  2. Anonymous schreibt:

    Auf einem iPhone 6s bekomme ich keine vorher aufgenommen Bilder zur Bearbeitung angezeigt – was mache ich falsch?
    Ja, ich weiß, dass ich mit der Kamera des 6s keine neuen Bilder aufnehmen mit der App aufnehmen kann.

    • Habakuk schreibt:

      Bitte lies Dir den ersten Absatz des Blogpostings genau durch. Das iPhone 6s wird nicht unterstützt. Den Porträt-Ordner gibt es nur auf Geräten mit Dual-Kamera (oder auf solchen, die mit Dual-Kamera-Geräten via iCloud gesynct sind).

  3. Pingback: Kamera-App für Foto und Video ‚Camera RX‘ | Rossau

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s