Wichtiger Tipp für den Kauf von Apps bezüglich ihrer Kompatibilität mit iOS 11

Den meisten Usern ist dieser Standard-iOS-Text nach der Installation von 32-Bit-Apps unter iOS 10 bekannt; seit vielen Monaten…

Unter iOS 11, das in ein paar Wochen erscheinen soll, werden alte 32-Bit-Apps bekanntlich nicht mehr funktionieren! Um den technischen Unterschied zwischen 32- und 64-Bit geht es hier jedoch nicht. Sondern um die Tatsache, dass man derzeit VOR dem Kauf einer App nicht gleich erkennen kann, ob sie unter dem zukünftigen Betriebssystem noch laufen wird – oder nicht. Fehlinvestitionen sind hier praktisch vorprogrammiert. Eine dumme Nachlässigkeit von Apple.

Erst nach der Installation (beim ersten Start der Software) wird man explizit (in Form einer Standard-iOS-Textbox „…muss aktualisiert werden…“; siehe oben) darüber unterrichtet, oder eben in der App-Liste (siehe Abbildung weiter unten), die sich in den iOS-„Einstellungen > Allgemein > Info > Apps“ („App-Kompatibilität“) findet, und auf die man verwiesen wird, wenn man in der Textbox auf den Link „Weitere Infos“ tippt.

Es gibt nämlich mehrere üble Entwickler (gar nicht so selten), die nun schnell noch ihre 32-Bit-Apps vergünstigt (keinesfalls gratis) losschlagen wollen (solche digitalen Güter wurden im Rossau-Blog stets nach Kräften bei den Empfehlungen aussortiert). Aus dem vermeintlichen Schnäppchen wird dann ein glatter Reinfall mit nahem Ablaufdatum.

Die Schuld liegt hier eindeutig bei den App-Herstellern, denn Apple weist sie seit mehreren Jahren deutlich darauf hin, dass irgendwann (konkret ab iOS 11) keine 32-Bit-Apps mehr laufen werden. Meistens geht es um Spiele, aber beileibe nicht nur…

Abbildung: Rossau-Blog (Screenshot aus iTunes am Mac). Vergrößern: antippen.

Einen einzigen, versteckten und völlig undokumentierten Hinweis gibt es jedoch für kaufwillige iOS-User! Falls die jüngste Aktualisierung (oder das Baujahr) der App von 6|2015 ist (oder neuer natürlich), dann ist sie garantiert 64-Bit! Dieses jüngste App-Update ist auf der iTunes-DL-Seite (am Mac, PC oder iOS-Gerät) vermerkt und vor dem Kauf ersichtlich.

Siehe bitte die nebenstehende und kommentierte Rossau-Abbildung.

Anders kann man einem Fehlkauf wohl kaum aus dem Weg gehen, falls man seine Geräte auf iOS 11 aktualisieren will. In solchen Fällen (App läuft nicht mehr unter iOS 11) bleibt dann nur eine Rückgabe (siehe Rossau), das geht aber nicht allzu oft, außer vielleicht mit dieser triftigen Begründung…

Noch eine Möglichkeit wäre, ein Gerät (oder mehrere) auf iOS 10 zu belassen, falls es sich um wirklich wichtige Apps handeln sollte. Diese Lösung ist aber zugegebenermaßen für relativ neue Geräte, die man selbstverständlich auf die neuesten iOS-Funktionen aktualisieren möchte, nicht wirklich prickelnd; eventuell jedoch geeignet als eine Weiterverwendung für ältere iOS-Gerätschaften, die „hardwaretechnisch“ eh nicht kompatibel mit iOS 11 sind.

2013 als jüngste Aktualisierung ist natürlich zu lange her, um unter iOS 11 laufen zu können, hier am Beispiel von Peekaboo Forest.

Beispiel für eine 32-Bit-App, die jetzt gratis angeboten wird: Peekaboo Forest (Screenshot aus dem iOS App Store am iPad Pro)

Es folgen die iTunes-Links zu den beiden Apps, die im Rossau-Posting bisher genannt wurden (die Aktionen sind inzwischen abgelaufen).

Peekaboo Forest (Universal, 55,4 MB Download-Volumen, Full-Premium), free statt 2,29 Euro, Edu-App für Kinder und keine Empfehlung, sofern sie nicht vor iOS 11 noch aktualisiert wird!!

Finn in 1989 – Choice of a Lifeline – Episode One (Universal, 79,3 MB, Full-Premium), ein schönes Text-Abenteuer auf Englisch, befristet gratis statt 2,29 €

Nun die erwähnte Liste mit den zu iOS 11 inkompatiblen Apps auf einem der Redaktions-iPads laut iOS-„Einstellungen“ als praktisches Beispiel:

Sie ist dreimal länger als hier abgebildet; um genau zu sein: Von 584 installierten Applications werden 65 nicht mehr unter iOS 11 laufen, falls sie bis dahin nicht von ihren Entwicklern aktualisiert werden. Das sind immerhin über zehn Prozent. Achtzig Prozent der beanstandeten Apps sind Spiele.

Besonders leid tut es mir um Mahjong Artifacts, die App wurde – wie viele andere – bereits aus dem Store genommen, siehe Rossau-Blog: Augen- und Ohrenschmaus, chinesisches Paarbildungsspiel; und weitere, etwa das perfekte Gelegenheitsspiel für die U-Bahn Dungeon Raid, siehe Rossau: Spannendes Rätsel und Strategiespiel.

Diese Liste sollte sich wirklich jede iOS-Userin und jeder iOS-User auf ihrem(n) und seinem(n) Gerät(en) ansehen! Damit es dann unter iOS 11 kein böses 😱 Erwachen gibt. Der einzige Grund, um das nicht zu tun, wäre, keine Apps installiert zu haben.

Bis jetzt sind auf der aktuellen Rossau-Redaktionshardware und auf den Privatgeräten allerdings keine wirklichen Katastrophen in Zusammenhang mit essenziellen Produktivitäts- (Videoproduktion, Fotografie, Office-Kram, Internet…) und Kreativitäts-Apps (Musikproduktion, Malen, Zeichnen, Grafik, Authoring…) zu verzeichnen. Die allermeisten davon werden gut in Schuss gehalten. Wie sich die Situation mit Reklame-Blockern (über VPN) entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

Trotz aller Trauer über den Verlust muss man sagen, dass sich die Entwickler bei Mahjong Artifacts einwandfrei korrekt verhalten haben. Das Spiel ist schon seit längerem für Neukunden im iOS App Store nicht mehr sichtbar, kein Fehlkauf möglich. Offenbar gibt es triftige Gründe, warum die App nicht aktualisiert werden kann; im Allgemeinen sollte es für Softwareentwickler jedoch kein Problem darstellen, ihre Apps auf 64-Bit umzustellen.

Das dauert selbst bei umfangreichen Apps maximal 1–3 Tage für einen iOS-Spezialisten, zumal der Vorgang nach Kräften von Apples Entwicklungsumgebung Xcode unterstützt wird (bei einfacheren Apps genügt ein simples Kompilieren unter der jüngsten Xcode-Version). Aber viele Verlage beschäftigen kurzfristig Freelance-Entwickler, auf die sie nach Jahren keinen Zugriff mehr haben, beziehungsweise sind die Service- und Wartungsverträge abgelaufen.

Ich habe Mahjong Artifacs soeben auf einem fangfrischen iPad Pro 10,5″ neu installiert: läuft prima. Wirklich schade drum.

Weitere Informationen:

Um den Hersteller von Peekaboo nicht allzu nachlässig dastehen zu lassen… Seine wesentlich jüngere Education-App Peekaboo Wild (Universal, Full-Premium, Rossau-Debüt, 2016 aktualisiert) wird definitiv unter iOS 11 laufen. Derzeit free statt 2,29 Euro. TIPP!

Das bereits oben erwähnte (und mit Rossau-Posting & Video verlinkte) Casual Game Dungeon Raid (iPhone-App aktualisiert am 3. Mai 2011) ist nach wie vor erhältlich (Preis: 1,09 Euro). Trotz allem ein langjähriger RossauTOPTIPP! Vielleicht findet sich ja irgendwo ein alter iPod touch, der sich ohnehin nicht auf iOS 11 aktualisieren lassen wird… Das Spitzen-Game ist es eindeutig wert! Solche Fälle sind jedoch äußerst selten.

iPhone-Veteranen erkennen am Homescreen-Icon von Dungeon Raid (siehe oben, dahinter verbirgt sich wie immer hier im Blog der direkte iTunes-Link) einen antiken Third-Party-Vorläufer von Apples höchst offiziellem iOS Game Center, nämlich die Privatveranstaltung OpenFeint, die übrigens niemals einen einjährigen (!) Totalausfall zu verzeichnen hatte – im Gegensatz zu Apples brillantem Hochglanzstück (siehe Diskussion im TouchArcade-Forum). Die globale und live-aktuelle Spielstandsverwaltung von anno dazumal OpenFeint ist zu erkennen am kleinen Grünen rechts unten im Icon von Dungeon Raid. – Über ein Jahr, nämlich vierzehn Monate, war Game Center out of order.

So. Genug des Apple-Bashings im Rossau-Blog. Die Vorteile überwiegen dennoch bei Weitem, technische Innovationen (und um nichts Anderes geht es bei der Umstellung 32|64-Bit) sind nun einmal nötig, und die nachlässigen oder sonst wie verhinderten Verlage und Publisher, Entwickler und Hersteller (Third Party Developers) sind freilich schuld am iOS-11-App-Desaster.

Eine derartig „gründliche Bereinigung“ mit vielen weiteren ☠️ TodesTotalausfällen im iOS App Store hat es seit Bestehen nicht gegeben, soweit ich mich erinnern kann. Da steht vielen App-Fans so einiges bevor, fürchte ich… Zwangs-Großaufräumen und Kehraus für Software-Messies. 💀

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4 Antworten zu Wichtiger Tipp für den Kauf von Apps bezüglich ihrer Kompatibilität mit iOS 11

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