Einfaches Hightech-Kompositionswerkzeug, Bach in a Box: ‚Fugue Machine – multi-playhead sequencer‘ (iPad) + Music-Making-Apps in Aktion

arturia-isem_midi_cubasisZunächst ein Hinweis! Zahlreiche (exakt: 148 Stück) Music-Making-Apps sind anlässlich Thanksgiving und Black Friday im Sonderangebot! Eine prima Übersicht findet sich bei discchord.com. Über viele der dort aufgezählten Apps gibt es Artikel hier im Rossau-Blog, bei Interesse bitte die Suche bemühen; hier eine Auswahl (Rossau-Links, Normalpreis, Sonderpreis):

Doch nun zu Fugue Machine:

It’s mesmerizing!

Fugue Machine kann man sich vorstellen wie eine Notenrolle aus Papier (Piano Roll; Wikipedia über diesen antiken Vorläufer der digitalen Speicherung), die simultan bis zu vier Auslese-Abtaster (Playheads) unterstützt; das gab es bisher noch nie. Dadurch lassen sich Melodien und Variationen herstellen, die an eine Kompositionstechnik erinnern, wie sie in der Barockmusik (etwa Johann Sebastian Bachs Fugen und Kanons), in der Minimal Music (Wikipedia) und im Serialismus (Wikipedia; zum Beispiel die Zwölftontechnik von Arnold Schönberg) Anwendung fand.

fugue-machine_ios-app_homescreen-iconDiese genialen Playheads lassen sich separat konfigurieren: Start/Stop, Laufrichtung, Tempo, Tonhöhe (Octave, Pitch), Startpunkt, Invertierung („flips the notes harmonically“) und Anschlagsstärke (Velocity, Loudness). Bei einem Test am iPad Air 2 lag alles im grünen Bereich. Der eingebaute Synth klingt sehr gut. Unterstützt MIDI und die Streaming-Schnittstelle Audiobus (Rossau), womit die volle iOS-Power ausgespielt werden kann (siehe zweites Video unten).

38 coole Preset-Patterns werden mitgeliefert: Symbol mit den drei Punkten oben rechts (Details zu Eigenschaften dieser Presets im Audiobus-Forum). In diesem Fenster der App (runterscrollen) findet sich auch die prima „Quick Start“-Anleitung (engl.), die auch beim ersten Start der App automatisch abläuft, sowie eine „Parameter Reference“. Einfach zu bedienen und übersichtlich; auch die Zwei- und Drei-Finger-Gesten beachten, jeder einzelnen Note mag eine Lautstärke zugewiesen werden. Aber auch Profis kommen auf ihre Kosten: „Choose dotted and triplet values to create complex polyrhythms.“

Also mag man das – ebenso fiktive wie umfassende – Buch „Studien und Theorien über den Kontrapunkt“ (Wikipedia) getrost ins Regal zurückstellen und sich stattdessen in die fast vollautomatisch erzeugten und ausgesprochen faszinierenden Ton-Arrangements vertiefen, die mit dieser neumodernen Fugenmaschine auf Anhieb gelingen. Ein Genuss! Alexandernaut, der Entwickler, hat es wieder vollbracht. Ein Meisterwerk.

Noch nie war es so einfach, ohne irgendwelche Vorkenntnisse schier unendliche Abwandlungen und Ergänzungen zu komponieren – ausgehend von einem einfachen Sequenzer (Wikipedia). Genres: neben allen möglichen Instrumenten (on board oder extern), die via MIDI angesteuert werden können, natürlich Electronic Music sämtlicher Variationen, Erstellung der charakteristischen und melodischen Hauptparts eines Titels (Leads, Teile des Refrains; Wikipedia).

TOPTIPP! Exzellent! Das Konzept ist an und für sich nicht revolutionär, die Herangehensweise jedoch dafür umso mehr. Brillant!

Der reguläre Preis beträgt 9,99 €uro, derzeit im Sonderangebot: 4,99 € (war noch nie günstiger). [Edit 30. 11. 2016: Aktion beendet.] Full-Premium iPad-App mit 8 MB. Link zur Produktseite im iTunes-Store und Demo-/Review-Videos:

Fugue Machine | multi-playhead sequencer

Im zweiten Video steuert Fugue Machine am Schluss den Synth Thor (Rossau) via MIDI an. Website des Herstellers. Es folgen zusätzliche Informationen und Videos.

Zunächst die Beschreibung im Store:

FUGUE MACHINE is a tool inspired by composition techniques used in Baroque music and Serialism — e.g. Bach’s canons and fugues, and Schoenberg’s twelve-tone technique. The idea was to design a tool to manipulate a melody’s speed, direction, and pitch, as well as play multiple variations of the melody simultaneously.

As it turned out, the best implementation for this was to reimagine one of the most fundamental building blocks of all music sequencers: the piano roll.

THE PIANO ROLL, REIMAGINED.

FUGUE MACHINE is the world’s first multi-playhead piano roll. Create a musical sequence and play it back with up to four playheads at once — each at various speeds, directions, and pitches. You see the playheads dance over the music sequence, and hear the complex patterns that emerge.

Am besten ist es für den Anfang, nur wenige Noten einzufügen und die App quasi den Rest der Arbeit erledigen zu lassen. Allein mit den Playheads herumspielen reicht völlig, um interessante Läufe und Arrangements zu erzeugen. Oder die Loop-Brackets verändern (Zeile ganz oben), den Slider (ganz rechts vertikal) ebenfalls (Tonart/Bereich global).

Selbst einfachste Dinge, wie etwa einen Abtaster erst beim dritten oder vierten Takt einsteigen zu lassen (oder die Optionen zum Transponieren; Wikipedia), bringen völlig andere Ergebnisse. Wesentlich tiefgehender und variantenreicher, als es auf den ersten Blick den Eindruck macht!

Der zentrale Stop-Schalter ist übrigens unten rechts – genau gegenüber von „Play“. Das von Computertastaturen bekannte „Alt“-Tastensymbol oben links (berühren und halten) gestattet unter anderem, mehrere Noten zu markieren. Wie gesagt: die Kurzanleitung durchgehen und verinnerlichen. Nach den ersten Erfahrungsschritten ein weiteres Mal, dann müsste es eigentlich sitzen.

Das gilt auch für das nächste Demo-Video (s. u.). Die grundlegenden MIDI-Features (Wikipedia) waren ebenfalls okay beim Rossau-Test, andere Synths und Instrumente lassen sich ganz einfach mit den Fugue Machine-Steuersignalen speisen.

Diskussion im Audiobus-Forum mit Demo-Songs gleich am Anfang (und auch später), vielen Hinweisen und über 200 Beiträgen; beide Hersteller (von Fugue Machine und Audiobus) sind persönlich anwesend. In einem zukünftigen Update von Fugue Machine soll der MIDI-Output den einzelnen Playheads separat zuzuweisen sein, der Entwickler dazu im Originalton:

Quick note about sending the playheads on independent MIDI channels… not yet! But soon. It turned out that sending all playheads on just one channel (as it works now) was actually much “more” difficult to develop. So I aimed to solve this first.

Details in einem Forumsbeitrag mit anderen zukünftigen Vorhaben. Ein paar zutreffende User-Reviews:

So after a little bit of playing, this app is awesome !

I could manage to do what I initialy wanted to do: End up with the 4 tracks in 4 separate synths in Gadget (Rossau)!

If you use 4 very different octave so there’s no overlaping notes between the tracks, it’s easy to record in 1 track, then copy/paste, delete the unwanted parts in 4 different synth then transpose to the intialy wanted octave, edit/automate from there…

Jamming with the slider to transpose, playing live, the results are worth it!

Since Gadget doesn’t have separate midi channels, I’m not too sad about the lack of separate midi channels in Fugue Machine for now, though, it would still be a nice addition.

*** *** ***

What a brilliant tool for generating variations on a motif. One good riff is all you need ladies and gents. Fugue Machine will take care of the rest. :-)

*** *** ***

This is by far the best app to be released since Audiobus and Soundprism. This is innovation. If anybody is interested, go look up the theory of counterpoint and you will understand why this concept is so utterly brilliant.

Umfangreiches Review bei Music App Blog: Fugue Machine review – simple but brilliant new iOS sequencer concept from Alexandernaut; daraus:

Fugue Machine is a brilliant concept that has been beautifully realised and is based upon such a simple and novel idea. As a musician, it is engaging to use – and you feel like you are actually having a musical input – but the app could also be classed as generative in nature.

The feature set is streamlined so that new users can easily be up and running within a few minutes… but there is hours of fun to be had here. No, the results might not get you too far with creating your next pop-punk or thrash metal hit, but for electronic musicians in various genres, there is plenty of scope for getting creative.

Dougs Review-Video (ab Laufzeit 1:30 tönt das Tool – und ab 7:35, 8:25 und 9:40 erst so richtig):

„Ridiculously cool.“ Der Vollständigkeit halber Wikipedia: Fuge. Aber wie gesagt: die Theorie braucht einen fast nicht zu interessieren dank der App.

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