Moog tut gut. Modularer Synthesizer ‚Model 15‘ (sorgfältige und garantiert kabellose Nachbildung)

🎶 Der Moog-Mood ist einfach unwiderstehlich! 

Keinem, der jemals und auch nur halbwegs ernsthaft etwas mit elektronischen Musikinstrumenten zu tun hatte, braucht erläutert zu werden, worum es sich bei dem legendären Hersteller Moog handelt (siehe Wikipedia, etwas ausführlicher ist die englische Ausgabe). Und man kann beileibe nicht behaupten, dass sich diese in Profi-Kreisen seit vielen Jahrzehnten hoch geschätzte Manufaktur aus North Carolina (USA) auf ihren Lorbeeren ausruht.

Moog_Music_Logo.svgGanz im Gegenteil! Ohne jede Ankündigung und aus heiterem Himmel schlug im Mai plötzlich Model 15 ein! Tangerine Dream, klingelt’s!? Es ist wieder vollbracht. Ein Meisterwerk!

Moog-Synthesizer und die Hammond-Orgel zählen zweifellos zu den bahnbrechendsten und richtungsweisendsten elektronischen beziehungsweise elektromechanischen Instrumenten. Die Moog Model 15 iOS-App ist ein famoser Emulator!

Model-15_blackWahrscheinlich der beste modulare Synth im Store! Hier das Original und Vorbild bei Moog (seit 1973, im Vorjahr wurde das Kultobjekt neu aufgelegt); es kostet 10.000 U.S.-Dollar, hat die Ausmaße eines schweren Koffers, kann weder MIDI noch Presets und stellt dafür einen prachtvollen Drahtverhau dar (später mehr dazu). Aber die Sounds… 😮 Mit Worten schier unbeschreiblich.

Keine Sorge, es folgt jede Menge tönender Demos. Eindrucksvoll! Hier gleich 🎧 eine (Moog SoundCloud), die man wunderbar im Hintergrund laufen lassen kann, während weiter im Rossau-Blog geschmökert wird.

Exzerpt der Produktbeschreibung (iOS-App):

model-15_moog_ios-app_homescreen-iconThe Model 15 App features both monophonic and 4-voice polyphonic operation is easily commanded via 4 seamlessly integrated controllers. Simple swipes and taps provide instant access to a traditional Moog keyboard, 1150 ribbon controller, 8-step sequencing arpeggiator and the award-winning Animoog keyboard with 22 built-in scales and polyphonic modulation capabilities.

Frühes Review aus dem U.S.-iOS-Laden:

With finely-stepped controls that put some (very expensive) VA synths to shame, Model 15 had me literally laughing with glee as I flipped the 921-VCO’s controls, connected its output to one of the LPF’s modulation inputs, and heard that unmistakeable Moog ladder filter “wobwob”. While nothing beats real analog, this app comes close enough (and then some!) for those of us whose wallets are light and whose urge to tinker is irresistible.

Overscrupulously well done, Moog – well done!

Gleich vorweg: Die in jeder Hinsicht professionelle App erfordert für störungsfreien Betrieb mindestens iOS 9.3 (technisch betrachtet hoch oversampled, daher benötigt sie die neueste iOS-Unterstützung sowie die Metal-Graphics-Engine aufgrund der starken Skalierbarkeit) und iOS-Geräte der jüngsten Generationen (64-Bit-Prozessor). „Compatible devices include iPhone 5s or newer, iPod touch 6 or newer, iPad Air or newer, and the iPad Pro.“

Preis: 29,99 Euro. Nun erstmals in Aktion: 14,99 Euro! [Edit 29. 11. 2016: Aktion beendet.] Die Universal-Application (79,2 MB, engl.) bietet als „In-App-Käufe“ drei exzellente Extra-Preset-Gruppen, etwa „Psychotropic Synthesis“ mit grandiosen Wind- und Brandungsgeräuschen (Demos sind unten zu hören) zum Preis von 2,99 €. iTunes-Link:

Model 15

TOPTIPP!

Es folgt eine Wiederholung des Rossau-Blogpostings vom Mai 2016.

Umfangreichst ausgestattet mit Unterstützung für Audiobus (Third-Party-Schnittstelle zum Routen und Live-Waveform-Streaming), 3D Touch (Details folgen in einer Minute), Apple Pencil, Note-per-channel MIDI-Controller, Ableton Link (simultaner und gesyncter Betrieb mehrerer Instanzen möglich), Bluetooth LE MIDI-Controller (umfassend), Background-Audio, Eco-Modus, Apples Inter-App Audio mit Audio Bridge (separate Anleitung inside; siehe auch unten), AudioCopy, AudioPaste und AudioShare.

Die integrierte „Multidimensional Polyphonic Expression (MPE)“ ist ein neuer Standard für Synthesis-Steuerung. Looping-Recorder mit Overdubbing. Ping-Pong-Delay. „Typing keyboards for shortcuts and musical typing. And a new extension cabinet that includes additional amplifiers and voltage-controlled reversible attenuators that can be used for effects like ring-modulation.“

Natürlich darf das expressive Animoog-Klingen-Keyboard (mehrdeutig!) nicht fehlen (Sound-Modulationen: an den virtuellen Kontaktflächen entlanggleiten) – sowie weitere Spezialitäten sonder Zahl. Ganz zu schweigen vom 1150-Ribbon-Controller (horizontaler Kontaktstreifen mit leichter Patina und drei dazu gehörigen Schiebeschaltern), dessen Funktionsweise sich mit entsprechenden Preset-Patches (zum Beispiel „Psychotropic Synthesis > 29“) erschließen lässt:

Der 1150-Ribbon-Controller ist der einzige Model 15-Controller, der mit einem Patch-Kabel verbunden sein muss („Main Ribbon Output“ in der Sektion „Controller Outputs“ mit „Control Input“ irgendeines Moduls verbinden). Weitere Details im User-Manual unter „Choosing a Controller“.

Funktion „Program Change“ (Presets wechseln via MIDI-„Fernsteuerung“, auf Wunsch externe und drahtlose Controller): „Program change using Modstep for example so you can change patch mid sequence, great for keeping it live but organic.“ Praktisch: Doppel-Tap mit zwei Fingern lässt die Kabel transparent erscheinen. In Buchstärke: User Manuals (Rossau-Screenshots 👇 vom iPad).

moog-model-15_ios-app_tutorial_01moog-model-15_ios-app_tutorial_02

🎹 Idealer und höchst interaktiver, wohlklingender und geradezu spielerischer Einstieg in die Theorie und Praxis der modularen Synthese! Das Preset-System mag (neben den regulären Handbüchern, siehe 👆 Abbildungen) auch als Anleitung dienen; jeder kann Tutorials verfassen, so werden dort bereits zwei Schritt-für-Schritt-Leitfäden mitgeliefert („Signal Flow Part 1 + 2“), und es werden bestimmt noch mehr folgen.

Einzelheiten in der Preset-Beschreibung (die eingebaute Textbox nach Auswahl des Sound-Presets) und danach fortlaufend (mit Navigationspfeilen) in der Header-Zeile. Weiter unten sind hier im Rossau-Blog noch zwei Screenshots zu dem Thema (Anleitung zum Gestalten dieser Tutorial-Presets) zu finden. Also: Zuerst eine Tonquelle (etwa einen virtuellen Oszillator) mit einer „Trunk Line“ verbinden…

Das erste Teaser-Video ist von Moog (mit der bemerkenswerten italienischen Komponistin Suzanne Ciani, von der wir später noch mehr hören werden), darunter Reviews und Preset-Previews (weitere Beispiele folgen):



Rossau Test (iPad Pro 9,7″ + 12,9″, JBL-PA-Anlage, Referenzkopfhörer von Sennheiser und AKG). Ich habe natürlich unverzüglich und ohne auch nur mit der Wimper zu zucken samt der Extra-Presets zugegriffen und keinen Cent (40,96 € all inclusive) bereut.

Keine Angst vor dem Kabelhaufen und dem weitläufigen Buchsenfeld! Alles nur virtuell! Vorwiegend wird mit fein säuberlich vorkonfigurierten Verbindungs-Patches (Presets) gefuhrwerkt, eine Art Dateibrowser mit fertigen (Schalterstellungen, Kabelverbindungen) Sounds. Dazu gesellen sich mehrere ausgefeilte Controller, darunter eine klassische Klaviatur. Jeder, der schon einmal einen virtuellen Synthesizer gespielt hat, kommt sofort klar damit.

Einfacher und leicht zu begreifender Workflow. Durchaus komplex, je nachdem, wie weit man sich darin vertiefen mag. Die ausgezeichneten, teilweise animierten und illustrierten Tutorials (es gibt viel zu lernen) stellen ein sehr willkommenes Zubehör dar, und die 160 Preset-Sounds sind schlicht und ergreifend fantastisch! Uneingeschränkte Fünf-Sterne-Qualität! 😎

Ein wahrer Ohrenschmaus! Klingt fast analoger als echter Analogsound, die eindeutige Stärke dieser iOS-Software. Sie kommt laut mehreren Berichten von Menschen, die das Original kennen, sehr, sehr nah an das große und teure Vorbild ran. Ein weit gefächertes Spektrum steht allen zur Verfügung, die an chronisch-akutem Kreativitätsstau leiden:

Es rasselt, rumpelt und raschelt, wabbelt, wobbelt und wabert, knirscht und knattert, knarzt und knorzt, knistert und knuspert, gurrt, gluckst und gluckert, brummt, brizzelt und brutzelt, zischt, klingelt und heult, dröhnt und pfeift, dass es die reinste Freude ist! Man kann natürlich auch „normale Musik“ damit machen. Technisch einwandfrei. Von atmosphärischem Hauchen über lustiges Geplätscher bis hin zu durchsetzungskräftigen Leads ist alles drin. Durchaus organisch.

Das Steckfeld mit den Kabeln kann einerseits ignoriert werden, andererseits ist es – ei freilich – voll funktionstüchtig. Dazu gibt es Drehregler, stufenlose und solche, die in mehreren Stellungen einrasten, Knöpfe, Schieberegler und diverse Schalter zum Umlegen. Kabel mit mehreren Farben warten darauf, verlegt zu werden. Die Bedienung dieser Elemente ist ideal auf die Touch-Verhältnisse der unterschiedlich großen iOS-Gerätschaften ausgelegt; am allerneuesten Stand der fortgeschrittensten Technik! Nach kurzer Eingewöhnungszeit geht sie in Fleisch und Blut über. Zoomen und Scrollen funktioniert mit mehreren durchdachten Methoden. Schwerstens skeuomorph.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Verstärker zu beeinflussen: „Model 15 has multiple gains: volume knob, mixer amount, mixer main gain, envelope and possibly others. It can all add up to a loud sound.“ Wichtig für die diversen Halterungen im Studio: Betrieb im Hochkant- und Querformat möglich (Auto-Rotation). Kleines, aber für viele wichtiges Detailchen und akkurates Zeichen für die fast schon penible Vollständigkeit: Modus für Linkshänder.

Der trotz imposanter Leistung hoch optimierte Software-Code gewährleistet eine relativ geringe CPU-Belastung im Mono-/Poly-Stereobetrieb. Dennoch sehr ressourcenhungrig. User berichten vom Funktionieren auf einem iPad mini 2 – wenn auch mit Störgeräuschen bei bestimmten Befehlsfolgen. Die offizielle Beschreibung findet sich im iOS App Store (oder weiter unten im vorliegenden Rossau-Posting, dort wird auch weiter getestet).

Weiterführende Informationen:

moog-model-15

Sparefrohs mögen vielleicht abwarten, die Apps von Moog erfuhren bisher alle regelmäßig Preis-Aktionen, dennoch ist eine Entwicklung des verlangten Betrags (ob nach oben oder unten) nicht seriös zu prognostizieren. Vorsichtige diesbezügliche Anfragen von Usern im Audiobus-Forum werden von den Zuständigen geflissentlich ignoriert (das ist eigentlich eh das Beste, was sie tun können). Frühere Moog-Apps (Animoog, Filtatron) hier im Rossau-Blog.

Animoog ist (zusammen mit dem Whistleblower Edward Snowden) auch im neuesten sowie ausgesprochen hörens- und sehenswerten Musikvideo von Elektronikpapst Jean-Michel Jarre in Aktion zu sehen – für alle, die sich eigentlich nicht für Musik-Apps interessieren, bis jetzt trotzdem brav durchgehalten haben und zur Belohnung nun ein wenig das Tanzbein schwingen (und sich Gedanken machen) dürfen:

Soviel zum Thema „iPhones und iPads sind nur Spielzeug und taugen nicht zur professionellen Musikproduktion“. 😉 Doch zurück zum brandneuen und zeitlosen Oldtimer-Klassiker Moog Model 15.

Noch ein Preset-Preview-Video, dann eines vom Hardware-Original-Spaghettimonster (das im Vorjahr tatsächlich neu aufgelegt wurde; der Clip lässt es nach Erklärungen ungefähr ab Laufzeit-Minute 6:30 ertönen) sowie zusätzliche Hinweise zu dem spektakulären Instrument (und als Zugabe ein paar prima Musikproduktions-Apps in Gratis-Aktion):

Weitere tönende Beispiele folgen. Review aus dem Audiobus-Forum:

I’ve been programming this all evening, and as a long time owner of a Moog 55 modular system, I’m finding that this is an incredibly close simulation.  Plus, you can make presets!

There’s a LOT to like here, and although this is more than I’m typically used to spending on apps, it’s certainly worth every penny.

It seems to work better in AUM [App Kymatica Audio Mixer, siehe Rossau; Anm. Rossau-Red.] than Audiobus for me. I do get a bit of crackling occasionally on my iPad Air 1 with some poly patches, and I’m trying to run down the best way to get everything stable. Sometimes changing a setting will cause the dreaded buzzing crash.

All quibbles aside, I think that Moog really hit it out of the park with this one.

Thanks, guys!

Antwort vom Model 15-Programmierer:

Thanks for reporting this, the main quirk with the iPad Air 1 is that it’s very restricted on memory, so when using the app together with other apps, iOS might decide on its own to terminate it.

Any version before 9.3 could create unwanted crackles at times, even if the app is functional.

Zum Unterschied zwischen Animoog und Model 15: Animoog verwendet kurze Samples als Basis für seine Sounds, während Model 15 dazu analoge Schaltkreise (in der Software) reproduziert. Die Sounds werden also im Grunde von virtuellen Oszillatoren hergestellt und dann mit Filtern (und so weiter…) modifiziert.

🌟🌟🌟🌟🌟🌟

Kleiner Rückschlag, das ist leider nicht im Geringsten akzeptabel: Eine Preset-Gruppe steht nur zur Verfügung (beziehungsweise wird freigeschaltet), wenn man in einem bestimmten sozialen Netzwerk Werbung macht (Account Voraussetzung), dessen Name so gut wie nie im Rossau-Blog genannt wird (trotzdem kennt es praktisch jeder); das kommt hier nicht in Frage. 😡 Für einen kleinen Aufreger ist also auch gesorgt, aber die Vorteile überwiegen!

Wenn’s denn derart hilft, die Verkäufe zu pushen, soll’s mir halt recht sein. NEIN, ist es mir nicht. Obwohl… Die Kassen müssen natürlich gut gefüllt sein, wenn die App weiterentwickelt werden soll. Seufz. Irgendein bizarrer Tanz mit dem Herrn der Fliegen, oder was?

In meinem Umfeld besitzt niemand einen Account, und keiner wird wegen dieser Presets einen einrichten, nicht mal einen Fake-Account, und nicht mal für viel Geld; dazu ist uns unsere Privatsphäre und Sicherheit zu wertvoll. Wir gehen davon aus, dass es früher oder später Wege geben wird, dennoch zu den Bits & Bytes zu kommen…

Also doch nur 😳 fünf Sterne, wäre auch die erste App mit sechs gewesen in bald zehn Jahren Rossau-Blog. Haarscharf aber auch!

Sehr gelungen sind hingegen die Presets als Tutorials. Beschreibung, Exzerpt des Handbuchs (sämtliche Abbildungen im Rossau-Blog können angetippt und vergrößert werden):

moog-model-15_ios-app_tutorial_03moog-model-15_ios-app_tutorial_04

Nach einem weiteren mehrstündigen Test am iPad Pro. Zwei Effekte-Slots via Audiobus und IAA! Der Arpeggiator ist Spitze. Unglaublich robust und stabil für eine erste Version!! Nicht der geringste Wackelkontakt. Makellos durchdacht bis in die allerletzte Einzelheit, perfekte Bedienbarkeit. Weitere Unterstützung des iOS-Features „Audio Unit Extensions“ (Apple) ist angeblich in Vorbereitung.

Test am iPhone 6 und iPad Air 2 (alle Geräte unter iOS 9.3.1, Model 15-Versionsnummer 1.0). Funktioniert störungsfrei, jedoch fangen diese Geräte irgendwann an zu keuchen, wenn via Audiobus und/oder Inter-App Audio mehrere Musikproduktions-Apps gleichzeitig betrieben werden. Natürlich ist die Bedienbarkeit auf größeren Geräten besser, mehr an HighTech-Touch-Optimierung (Metal) geht wohl nicht, die Benutzbarkeit am iPhone ist trotz aller Komplexität beispielgebend. Der produzierte Sound ist auf allen Geräten freilich gleich superb! Weitere Einzelheiten zur Kompatibilität mit diversen iOS-Geräten finden sich im bereits erwähnten und verlinkten Audiobus-Forum.

Beim Anlegen neuer Kabelverbindungen (oder Tap & Hold auf bestehende) steht ein Farbrad zur Auswahl zur Verfügung. Bildquelle: Model 15 Manual.

Beim Anlegen neuer Kabelverbindungen (oder Tap & Hold auf bestehende) steht ein Farbrad mit Auswahl zur Verfügung. Bildquelle: Model 15 Manual.

Wer die mustergültigen, hochinteressanten Handbücher und interaktiven Anleitungs-Presets komplett genossen hat, darf sich wirklich als Synth-Profi bezeichnen! Genial: Falls man sich mal beim Verlegen der virtuellen Verbindungskabel vergaloppiert hat, und es erfolgt nach Tastendruck wider Erwarten keine Soundausgabe, erscheint oben links ein gelbes Rufzeichen, das zu einer möglichen Fehlerbehebung (samt Undo-Schritte) führt (s. Rossau-Screenshots unten).

Zum ersten Kennenlernen ein kühles Preset wählen, die „Hold“-Funktion knapp über dem Keyboard aktivieren, einen Ton (oder mehrere) anschlagen und wildentschlossen an den Knöpfchen drehen, die Schalter umlegen, Kabel entfernen, um- und verlegen. Nur zu! Man kann nichts kaputtmachen. Um präzisere Werte einstellen zu können, während des Drehens einen weiteren Finger auf das Glas legen, was eine Art „verlängerte Wegelupe“ ermöglicht.

Ein paar kleinere Fehlfunktionen wurden im Audiobus-Forum bereits entdeckt. Die Programmierer sind eifrig darum bemüht, diese Mini-Bugs zu klären und mit dem nächsten Update zu bereinigen. Unter anderem geht es darum, wie sich auf der Klaviatur angeschlagene Tasten nach dem Abheben der Fingerkuppe (nach Wischgesten) verhalten.

🖖Prädikat: Kult-Synth! Ohne Wenn und Aber. Eine der besten Apps, die jemals im Rossau-Blog (seit 2008) empfohlen wurden. Soundqualität allerhöchster Güte! Dem richtigen Nerd sind solche Schmankerl glatt ein Hardware-Upgrade wert; die vier in den iPad-Pro-Gerätschaften eingebauten Lautsprecher (mit vollautomatisch je nach Haltung ausgerichteter Stereo-Anordnung) kommen damit voll zur Geltung. iOS-Power PUR!


Kurz: Der helle und nackte 👙 Wahnsinn. Moog Model 15 passt ausgezeichnet in die Rossau-Kategorie iOS Musik- und Geräuschproduktion, die umfangreichste Bits- und Bytes-, Ton- und Wissensquelle im deutschen Sprachraum.

Die iOS-Geräte sind bei diesem Thema (gleiches gilt für die anspruchsvolle Anfertigung und Bearbeitung von Videos) ihrer Konkurrenz im mobilen Bereich (und wie man anhand der Moog-Apps sieht: nicht nur dort) seit vielen Jahren uneinholbar voraus! Laut seinen Herstellern wurde Model 15 „in enger Zusammenarbeit mit Apple“ entwickelt.

Nach einem kurzen Intermezzo für Schnäppchenjäger geht’s weiter mit Informationen über das (im positivsten Sinn) flache Moog-Monster. Derzeit (und befristet) sind nämlich folgende Apps kostenlos (Rossau-Links), ideal für eine Grundausstattung interessierter iOS-Anwender:

Leider nicht mehr in Aktion, aber dennoch jeden einzelnen Eurocent wert und gleichermaßen Kult-Charakter, diesmal hypermodern:


Sound-Freaks! Nicht verpassen, nach wie vor in 0-€-Aktion (statt 3,99–7,99 €): Audreio – Einzelheiten siehe Rossau-Blog am 1. März: Music Making: Audio zwischen Geräten streamen.

Gleiches gilt für Metronom – The groovy Speed and Rhythm Trainer; Details siehe hier im Blog. Mit fugenloser Tempoerhöhung beziehungsweise -verringerung (from/to–to/from, accelerando, ritartando).


Der Vollständigkeit halber hier eine Kopie der Original-Produktbeschreibung von Model 15 im iTunes/iOS App Store (inklusive sämtlicher Updates, sobald welche erscheinen):

The Moog Model 15 App is the first Moog modular synthesizer and synthesis educational tool created exclusively for iPad, iPhone and iPod touch.

* The Model 15 App requires iOS version 9.3 or later to work. *

Each facet of the Moog Model 15 modular synthesizer has been meticulously recreated in this application to ensure the power and transcendent sound quality of each module remains intact. The character, harmonic complexity and mystique of the Moog Model 15’s modules, from the legendary Moog 921–series oscillators and 904A Low Pass Filter, to the coveted 907 Fixed Filter Bank have been painstakingly preserved.

In order to develop the most immersive and expressive modular interface possible, the Model 15 App has been designed utilizing Apple’s new Metal advanced graphics engine. This ensures that all zooming, panning and modular patching throughout the application feels completely natural, something that would have been impossible otherwise.

The Model 15 App features both monophonic and 4-voice polyphonic operation is easily commanded via 4 seamlessly integrated controllers. Simple swipes and taps provide instant access to a traditional Moog keyboard, 1150 ribbon controller, 8-step sequencing arpeggiator and the award-winning Animoog keyboard with 22 built-in scales and polyphonic modulation capabilities.

Also included are extended features which expand the capabilities of the app beyond the traditional offerings of the hardware Moog Model 15. These include total MIDI integration, assignment for external control, use as a MIDI controller, dedicated Audio Bridge and MIDI Bridge modules, looping recorder module with overdubbing, a master ping-pong delay module and a new extension cabinet that includes additional amplifiers and voltage-controlled reversible attenuators that can be used for effects like ring-modulation.

Because the Model 15 App utilizes Apple’s Metal technology, only 64-bit devices are supported. Compatible devices include iPhone 5s or newer, iPod touch 6 or newer, iPad Air or newer, and the iPad Pro.

Additional Features

  • Ships with over 160 unique presets
  • Recreates the sound of a hardware Moog Model 15 modular synthesizer
  • Easily share presets and recordings with anyone
  • Tutorial patches to assist all experience levels
  • Intuitive patching and cable coloring
  • Support for landscape and portrait modes
  • Voltage-controlled stereo ping-pong delay
  • Expressive sequencing arpeggiator
  • Moog 1150 Ribbon controller
  • Real-time looping recorder with overdub and immediate sharing
  • Up to two controllers on-screen (iPad only)
  • Optional left-handed UI operation

Supports

  • 3D Touch and Apple Pencil integration for after pressure
  • Note-per-channel MIDI controllers
  • Ableton Link
  • Inter-App Audio and Audiobus
  • MIDI Bridge and Audio Bridge
  • 7- and 14-Bit MIDI
  • MIDI Program Change
  • Bluetooth LE MIDI controllers
  • Typing keyboards for shortcuts and musical typing
  • AudioCopy, AudioPaste and AudioShare

Neue Funktionen von Version 1.0.1

  • Minor cosmetic improvements
  • Minor stability improvements
  • Small manual fixes
  • Improved reliability of MIDI clock sync over inter-app audio
  • Added system preference for setting the preferred buffer size
  • Changed default buffer size for slower devices to 512

Neue Funktionen von Version 1.0.2

  • Better support for bluetooth headphones and speakers
  • Minor arpeggiator improvements
  • Minor stability improvements
  • Small manual fixes

Zitat aus dem iTunes-Store beendet. 5. Mai 2016, zweiter Tag nach dem Launch. Die App Moog Model 15 stürmt die wichtigen Store-Charts. Nummer zehn im DE-Store in der Kategorie „Bezahl-Apps“. Die Rossau-Besucher waren von der ersten Sekunde an dabei. WOBWOBWOB! 👂

~ Rossau Blogposting Aktualisierung ~
Donnerstag, 5. Mai 2016

Weitere Demo-Videos sind erschienen. Das erste vermittelt einen Eindruck vom separat käuflichen „Psychotropic“-Preset:

Das nächste vom Set „Symbiotic Equations“:

Schließlich der teuerste In-App-Kauf (4,99 €) „Textural Points“:

Als nächstes im Programm: nettes Review-Video. Der Autor schreibt dazu (Blog): „Moog Model 15 is a modular synth for your iPad and iPhone. The app sounds incredible, and looks fantastic. It’s making use of the power of the latest generations of iOS devices, and has really raised the bar. As you can tell from the video, I am very excited about it!!“

Musical Miniature Painting! Begleittext zu diesem rhythmischen SoundCloud-Upload by M15-User Johnny Goodyear: „Short instrumental. Some patches from 15 fiddled with. Drums from here and there and DrumJam (Rossau). Other samples from the aquarium of course. 😄 Will no doubt delete it in sunlight. Probably not very well recorded/mixed (which is where the less talented of us do a disservice to the developers). Turned my passing poor mood into something silly. Always best to get converted, whatever brand of God you fancy…“

Jemand im Audiobus-Forum beschreibt die MIDI- und IAA-Eigenschaften:

Model 15 can send midi notes out, plus poly and channel pressure, velocity, knobs and switches, configurable and midi learnable cc’s. IAA transport panel is nice and foldable; very taxing on an iPad mini 2 with Auria (cpu overload message) without adjusting buffer size.

Hie und da ein wenig verspielt. „Settings > Configuration > Cable Motion“ lässt die Strippen leicht schwingen, wenn man das iGerät bewegt. Subtil.

3D Touch ist ein Feature, das bisher nur vom iPhone 6s und iPhone 6s Plus unterstützt wird. Beeinflusst in Moog Model 15 Velocity und Aftertouch, je nachdem, wie stark man drückt. Optische Kontrolle durch farbige Kreise.

Eine kleine Warnung bleibt uns auch nicht erspart. Dieses professionelle Instrument kann bei unsachgemäßer Bedienung wirklich extrem intensiv klirrende, kreischende und kratzende Geräusche hervorbringen, hart an der Schmerzgrenze (man stelle sich vor, wie jemand mit den Fingernägeln an einer Schultafel kratzt, und das mit vielen Watt verstärkt). Gänsehaut-Interferenzen sozusagen. Tinnitusverdächtig!

Technisch betrachtet ist das keine Fehlfunktion, sondern liegt in der Natur der Sache. Bevor man den Ton über starke PA-Anlagen oder über laut eingestellte Kopfhörer wiedergibt, sollte man einigermaßen mit der App vertraut sein und wissen, wo sich das nächste Not-Aus (meistens ein physisch vorhandener Lautstärkeregler) befindet! Ein paar Anwender im Audiobus-Forum haben bereits nach einem Kill-Switch (innerhalb der App) gerufen; vielleicht kommt der ja in einem Update. Am iPad in solchen Situationen den unteren (nächst der Home-Taste) Lautstärkeknopf („leiser“) länger drücken: schaltet in wenigen Augenblicken auf stumm.

Ein paar Hinweise vom Hersteller:

  • Blank space at the bottom of modular is actually very handy for cables that hang down from the bottom modules, otherwise they would be truncated
  • Disabling eco mode always processes all modules, if the patch in use already has many patched up, the difference will be small compared to eco mode off
  • The 921 voltage controlled oscillator’s aux output is frequently used as an LFO
  • The Model 15 uses a lot of CPU, that’s why it sounds so good. When using other apps alongside, they’re all competing for the same CPU resources. Depending on the power of your device (iPad Air 1 and iPad mini 2 being the very low end supported), these situations can indeed introduce crackles. Increasing the buffer size in your host application can sometimes alleviate this.

Hinweis zur Bedienung aus dem Audiobus-Forum:

Perhaps you already know this but there is a possible way to turn two knobs (well, sort of) without using an outboard controller. Use the ribbon controller and/or aux. controller to control things like filter frequency or osc frequency. You can use the keyboard, the ribbon, the aux controller, and still turn one knob all at the same time if you are nimble enough. And there is the arp to keep in mind. This method won’t work if you want to turn two knobs that aren’t VC at the same time (both env releases or mixer levels), but it will work for one or two VC parameters (using controllers) plus one non-VC one (use a finger on the knob).

Using attenuators might be helpful when using the ribbon/aux controllers. The ribbon is really long and the aux is really short, so boosting or weakening the signal might help.

SEHR smart! Intelligente Hilfestellungen (in Form eines optischen Warnzeichens oben links plus weiterführende Infos), falls es wo hapern sollte. iOS-App Moog Model 15. Bildquelle: Rossau-Blog (In-App-Screenshot vom iPad Pro 12,9″).

Nochmal: Bloß keine Scheu vor dem ausufernden Steckfeld und dem Kabelgewirr. Wer möchte, kann das komplett ignorieren oder vorerst beiseite lassen! Allein die mitgelieferten und penibel vorkonfigurierten Presets sind den Kaufpreis voll wert und können in nullkommanix eingesetzt werden. Dem Ausleben hemmungsloser Instant-Kreativität steht nichts im Wege.

DER Synthesizer. Die Emulation. Andererseits ist natürlich jeder herzlich dazu eingeladen, das populäre Thema der elektronischen und modularen Akustik-Synthese weiter zu ergründen, die Presets und Soundbänke nach Geschmack abzuändern und sich in der Technik und Tonmalerei eines der epochalsten Instrumente zu verlieren. Noch nie gelang das in einer App so fabelhaft. Noch nie entfleuchten selbst den kleinsten iOS-Geräten solche Klänge!

Nun hat sich auch TheSoundTestRoom des Synths angenommen, und ein ebenso hingerissener wie bald sprachloser Doug Woods klimpert sich in bewährter Manier durch die Patches & Presets:

7. Mai 2016. Music App Blog ausführlich: Model 15 review – Moog brilliantly recreate their classic modular synth as an iOS music app.

Aufgrund der historisch wertvollen Eigenschaften und Dokumentationen der Software Moog Model 15 (eine Art lebendiges und voll funktionstüchtiges, interaktives und lehrreiches Museum in der Hemdtasche) wurde das vorliegende Rossau-Posting auch in die Blog-Kategorie Computermuseum eingeordnet.

Weitere großartige iOS-Synthesizer im Rossau-Blog (Auswahl):

Und für Museums- und Retro-Fans praktisch unverzichtbar, auch ziemlich 😂 neu – im Vergleich zu der 15 Jahre alten Moog-Desktop-Version/VST-Plugin, mit der die im vorliegenden Aufsatz vorgestellte iOS-App Model 15 öfter verglichen wird:

Als kleine Zugabe noch ein Geheimnis. Es werden zwei der langjährigen Lieblings-App in der Rossau-Redaktion verraten. Das bereits eben erwähnte und verlinkte ThumbJam und Korg iKaossilator (siehe Rossau 2011). Dazu die DAWs Cubasis von Steinberg (Rossau) und Auria (Rossau), mit denen Moog Model 15 erwartungsgemäß prima zusammenarbeitet.

Und natürlich Apples GarageBand.

~ Rossau Blogposting Aktualisierung ~
Samstag, 21. Mai 2016

Review, Demo und Interview. Mitch Gallagher und Daniel Fisher (verantwortlich für eines der Preset Packs):

Inzwischen sind zwei Updates von Moog Model 15 erschienen. Aktuell ist Version 1.0.2. Die Details wurden weiter oben an geeigneter Stelle hinzugefügt.

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