Musik-Apps ‚PhonoPaper‘ (russisch experimentell) + ‚Symphonizer‘ (lächerlich praktisch) + ‚Live Guitar‘…

Der Programmierer Alexander Zolotov ist schon mehrfach damit aufgefallen, die iPhone- oder iPad-Kamera als Musikinstrument einzusetzen (etwa mit den Apps Virtual ANS und PixiVisor). Später erschien ein weiteres experimentelles Exemplar für die audio-visuelle Synthese, das erstaunlich gut funktioniert. PhonoPaper.

phonopaper_ios-app_homescreen-iconEine Mischung aus Barcode, Code-Reader und Code-Generator. Besser und zutreffender als tausend Worte beschreibt das unten eingebettete Demo-Video die Vorgangsweise. Die generierte Wellenform braucht übrigens nicht ausgedruckt zu werden, sondern man kann sie auch in ein Browser-Fenster exportieren, auf einem anderen Bildschirm darstellen und von dort mit dem iOS-Gerät „lesen“ und interpretieren lassen.

Freilich lässt sich ein Bildschirm nicht so schön zerknüllen wie ein Stück Papier (zu sehen und hören ab Video-Laufzeit 1:20), aber man kann mit Standard-Bildbearbeitungsprogrammen (etwa invertieren, Kontrast und Helligkeit ändern) ganz erstaunliche Geräusche hervorbringen.

Nun das versprochene Video von PhonoPaper sowie die anderen heiteren Musikproduktions-Apps und kleinen Helferlein:

TIPP! Die kostenlose Universal-App wurde getestet mit iPhone 5 und iPad Air. Nur 3,3 Megabyte Download-Volumen. Link ins Store zur Produktseite:

PhonoPaper

Auch bei der nächsten Musik-App ist die Kamera im Einsatz! Symphonizer.

Grins. Instrumentalisten kennen das Problem. Sie haben – im Gegensatz zu Sängern – nicht immer eine Hand frei, um im Notenheft umzublättern. Diese durchaus ernstzunehmende App verspricht Abhilfe. Zusehen, dass die drei Punkte unten grün leuchten (den Kopf so halten, dass er von der Front-Kamera eingefangen wird) und: 🙂 lächeln! Prompt blättert die Software auf die nächste Seite!

Auch geeignet für traurige Musik. Unter „Try Me“ wird das mit einem Test-Sucher anschaulich gemacht. Übertragung von PDF-Score-Sheets möglich (über die iOS-Standard-Funktion „Öffnen in… Symphonizer“ aus einer anderen PDF-App).

Die technisch hochinteressante iPad-App funktioniert mit allen PDFs, könnte also auch für Vorleser interessant sein, die ihre Mimik (beziehungsweise die drei erwähnten grünen Punkte) unter Kontrolle haben. Normalpreis: 2,99–9,99 (=vorher) Euro. Derzeit in einer der seltenen Gratis-Aktionen. 2,2 MB. Link ins Store:

Symphonizer
😀

The Fiddlicator is an audio tool which can simulate various kinds of acoustic environment by the convolution of the input signal with a custom impulse response.

It was developed to simulate an acoustic body resonance for electric musical instruments (mainly the electric violin), but it can also be used for a cab simulation with proper impulse response files (not included). The impulse response files can be imported via iTunes share or via ‘Open in…’ option from another application.

The Fiddlicator is not appropriate to use as convolution reverb engine, because it can not process impulse response files longer than ~0.35 sec. Now with the Audiobus support!

  • main filter is based on convolution (filter kernel up to 16k TAPs)
  • own custom IR kernel files could be imported
  • 6-band parametric equaliser (low-shelf, 4xpeak, high-shelf)
  • simple delay
  • simple reverb
  • high-pass and low-pass filter on input
  • low latency
  • IR files could be imported from standard sound files (wav…) or csv file (via ‚Open in…‘ or iTunes share)
  • mono input/output 44.1kHz (allows channel selection)
  • Audiobus [s. Rossau-Blog über diese Wavestreaming-Schnittstelle] and Apple’s Inter-App Audio support [!]

Sympathische kleine Effekte für ambitionierte und experimentierfreudige iOS-Musikanten. Wie gesagt: Nicht von den mitgelieferten Violine-/Viola-Strings ablenken oder einschränken lassen, man kann auch mit Gitarren und Synths eine Menge anstellen – schon mit den eingebauten Impulse-Response-Files.

TIPP! Es handelt sich um eine Gratis-App für die iPads (keine Angaben zur zukünftigen Preisgestaltung; ab iPad 2). „Top-In-App-Kauf“-Option: „Midi Extension 4,99 €“. 8,5 MB. Link ins Store und darunter ein Video mit Sound-Demo:

Fiddlicator

Ein wahres Eldorado für Tüftler und Wissbegierige! Als nächstes geht es um den in allen Details über einen Editor programmierbaren Synth: CsoundPad (iPad, 11 MB). Kategorie „Musik und Bildung“.

„A simple editor/player utility for the Csound music programming language. Edit, perform, store Csound CSDs on an iPad. Transfer CSDs to/from computer with iTunes. Control Csound instruments via CoreMIDI. Record realtime audio performance as WAV file. Tested to work with bluetooth keyboard (recommended). Tested to work with available CoreAudio compatible hardware.“

TIPP! Kostenlos, keine Angaben zur zukünftigen Preisgestaltung. Rossau-Video von den in CsoundPad eingebauten Presets – sehr interessant, mal in Code-Form zu „erleben“, was in einem Software-Synthesizer eigentlich so vor sich geht:

Sound-Freaks! Nicht verpassen, nach wie vor in 0-€-Aktion (statt 3,99–7,99 €): Audreio – Einzelheiten siehe Rossau-Blog am 1. März: Music Making: Audio zwischen Geräten streamen. TOPTIPP!

Live Guitar ist eine der am besten ausgestatteten Gitarren-Sims mit MIDI und Audiobus, Chordpro-Transcriptions können importiert werden (Universal, 30 MB), 4,99 ➠ 0,99  – TOPTIPP!

Begeisterte User-Rezension aus dem U.S.-Store:

What makes Live Guitar superior to the others? The chord buttons (frets) are located ergonomically and require very slight movement of your fingers instead of chasing around the screen for a bunch of separate chord buttons – like half the other guitar apps. There is only one other guitar app that is as good as this one (I’m not telling which one). Live Guitar has a better interface design than it’s single real competitor though. There are up to 16 chords in a chord set, all accessible with barely any movement of your fingers on the same four closely placed “frets”. You can create or import as many chord sets as you’ll ever need.

The other half of guitar simulating apps try to recreate a guitar with finger positioning, which is just stupid on a touch screen. If I want an “authentic playing experience” I will go grab my real guitar and play it. If, on the other hand, I want an efficient, well constructed app that is easy to operate, I will use Live Guitar. This app is made for when you don’t have your real guitars handy. It’s built to be easy and efficient to play, not to try and replicate a guitar in a very un-guitar-like device.

This app is great for veteran guitar players, but It would be mind-blowing fantastic for a novice. The only downside I can see for them would be that they would never bother learning to play a real guitar, getting addicted to this app instead.

Das Zitat aus dem U.S.-iTunes-Store über die App Live Guitar ist hiermit beendet. Die App ist derzeit zum bisherigen Allzeit-Bestpreis (war – zumindest seit 2011, länger reichen unsere Aufzeichnungen nicht zurück – noch nie günstiger) erhältlich.

Dieser Beitrag wurde unter Befristete Aktionen im App Store, iOS Musik, iPad, iPhone, iPod touch abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Musik-Apps ‚PhonoPaper‘ (russisch experimentell) + ‚Symphonizer‘ (lächerlich praktisch) + ‚Live Guitar‘…

  1. Pingback: Berührungsfreies Scrollen ‚Hands-free Browser‘ | Rossau

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s