‚Opera‘-Werbeblocker für Safari und Chrome (Warnung)

Es folgt ein potenzielles Sicherheitsrisiko mit dem Namen Opera VPN. Aus 🇨🇳 China (demnächst)! Ein Inhalts-Blocker.

Den vorliegenden Rossau-Aufsatz bitte (vor einem eventuellen Download der App) bis zum bitteren Ende durchlesen!

Der iTunes-Link steht hier nur der Vollständigkeit halber: Opera VPN: VPN & Werbeblocker, kostenlos und unbegrenzt (Universal, 22,9 MB, gratis, Rossau-Debüt). Vor drei Tagen erschienen. Die Software stellt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung (deutsch) beim ersten Start zur Verfügung. Dabei wird der User aufgefordert, trotz einer deutlichen (okay, auf Englisch) Warnung des iOS-Betriebssystems wichtige Sicherheitsfunktionen auszuhebeln; Details folgen in einer Minute.

Zunächst ein Zitat aus dem offiziellen Store-Text:

   

Opera VPN blockiert Werbung und gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihren virtuellen Standort zu ändern. Schalten Sie gesperrte Inhalte frei und halten Sie Ad-Tracker davon ab, Ihr Surfverhalten zu protokollieren – komplett gratis.

Mit Opera VPN erhalten Sie:

  • opera-vpn_ios-app_homescreen-iconEinen der schnellsten und zuverlässigsten VPN-Dienste
  • Freien Zugang, von fünf wählbaren, virtuellen Standorten aus (weitere bald verfügbar)
  • Einen integrierter Ad-Blocker für Safari, Chrome und weitere Apps
  • Einen eingebauten Tracker-Blocker, um Ihre Privatsphäre noch besser zu schützen

Opera VPN ist eine der besten und schnellsten Methoden um Zugang zu Ihren Lieblingsinhalten im Netz zu erhalten – komplett kostenlos. Superschnelle VPN-Server und weitere Premium-Features erhalten Sie komplett gratis. Opera VPN ist DIE smarte Lösung für Sie.

Opera VPN enthält kostenlose Werbe- und Trackerblocker! Blockieren Sie lästige Werbung – sparen Sie Zeit, schonen Sie Ihren Akku und Ihre Nerven. Schützen Sie sich vor lästigen Websites, die jeden Ihrer Schritte und Aktivitäten im Netz überwachen wollen.

Opera VPN wird zur Verfügung gestellt von SurfEasy, Inc., einem Unternehmen der Opera-Gruppe. Opera steht seit über 20 Jahren für innovative Web-Technologie und wird weltweit von 350 Millionen Menschen genutzt. Die Performance, die Sie brauchen, von Menschen, denen Sie vertrauen können.

🖐 Ja, ja. Hab’s schon kapiert. „Hundertprozentig FREE.“

Zitat beendet. Okay, das klingt ja alles wunderbar und äußerst verführerisch! 🤔 Sieben Opera-Liebesarien in fünf Absätzen.

Die ursprünglich norwegische und recht bekannte Firma Opera (Wikipedia über das Unternehmen, Wikipedia über deren Browser, den es auch für iOS gibt) wird jedoch wohl demnächst um 1,2 Milliarden U.S.-Dollar an ein chinesisches Konsortium verkauft (siehe Golem.de, Reuters).

Es muss nun wohl jeder selbst entscheiden, inwieweit er dem Kaufmannsladen weiter vertrauen kann. VP-Netzwerke (VPN, Virtual Private Network; Wikipedia) wie dieses können nämlich auch ein erhebliches Privacy-Risiko darstellen!

Vielleicht wäre hier besser eine Warnung denn eine Empfehlung angebracht!

Die bisherigen und teilweise kommentierten Abbildungen 👆 (oben) stammen aus dem iTunes/iOS App Store. Die folgenden wurden von der Rossau-Redaktion innerhalb der App angefertigt 👇 (unten).

opera-vpn_ios-app_rossau-screenshotEin Rossau-Test auf anonymisierten und unverfänglichen Maschinen brachte zutage, dass die Online-Software an und für sich ganz gut funktioniert, technisch betrachtet. Die Verzögerungen durch das eingeklinkte VP-Netzwerk sind nur gering.

Dennoch werden wir hier in der Rossau-Redaktion diese App nicht im Alltag einsetzen, bis sie von zuverlässigen Security-Experten gründlichst getestet wurde. Die Chinesen sind für ihre Datensammelwut bekannt. – Im Gegensatz zu Google/Android noch dazu mit einem autoritären Regime im Hintergrund (jede Art von Organisationsbildung, die sich nicht der Kommunistischen Partei unterordnet, ist strafbar).

Rossau-Screenshots vom Installationsvorgang (antippen = Vergrößerung):

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Einzelheiten zu den „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ des Herstellers sowie zur „Datenschutzrichtlinie“ sind im Anhang des vorliegenden Rossau-Blogpostings ersichtlich.

Im letzten Bild (unten👇) wird vom Entwickler händeringend gefleht: „Schalten Sie Opera VPN an. Alle anderen machen es doch auch.“ Klar, Millionen Fliegen können nicht irren: Schweinekot schmeckt prima. Also mir persönlich kommt die ganze Angelegenheit doch recht verdächtig vor.

Allein schon der Aufwand mit den x Übersetzungen und der Aufmachung wie ein Comic. Sieht alles mehr wie ein (teurer) Köder aus, weniger wie seriöse Software. Finger weg vom „Allow“-Befehl!

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Dort steht zu lesen: „Als nächstes muss Opera VPN ein VPN-Profil auf Ihrem Gerät installieren. Tippen Sie auf Installieren/Erlauben, wenn Sie dazu auf den folgenden Seiten aufgefordert werden.“ Einzige Option: „Weiter“.

Am nächsten Bildschirm (ein Standard-iOS-Dialog): „‚Opera VPN‘ Would Like to Add VPN Configurations. All network activity on this iPhone may be filtered or monitored when using VPN.“ Optionen: „Allow“ (gestatten) und „Don’t Allow“ (nicht gestatten; empfohlen, fett hervorgehoben).

Das heißt (der iOS-Hinweis auf Deutsch übersetzt), jede Aktivität in den Netzwerken, mit denen dieses iOS-Gerät verbunden ist, kann gefiltert oder überwacht werden. Wenn ein Virtual Private Network nicht gestattet wird, ist Opera VPN freilich nicht funktionstüchtig, was auch immer man unter den Funktionen verstehen mag.

Ich gehe dringend davon aus, dass die Firma SurfEasy Inc. (deren Homepage ist nicht in iTunes verlinkt und – noch?! – in Kanada beheimatet), nichts zu verschenken hat. Es wäre ein Leichtes (trotz aller Beteuerungen und garantiert nordeuropäischen Wikingerhelme), das Surf-Verhalten der Anwender auszuspionieren und zu Geld zu machen. – Und womöglich noch schlimmere Dinge…

Um der Fairness Willen sei noch vermerkt (wie auch im weiter oben verlinkten Reuters-Artikel), dass so ein VPN im Idealfall auch dazu benutzt werden kann, dem vom Regime bevormundeten Volk der Chinesen Zugang zu zensurierten Internet-Inhalten zu ermöglichen. Falls dem tatsächlich so sein sollte: Na, hoffentlich erfährt das Regime das nicht, sonst wird es die Software-Application wohl nicht mehr lange geben. Wie gesagt, bevor wir da nicht eindeutige Hinweise und Freigaben von Security-Experten vorliegen haben, bleiben wir dennoch bei der Warnung (für unsere Breitengrade).

Eigentlich sollte man davon ausgehen können, dass Apps, die von Apple kontrolliert und genehmigt wurden (und das sollten alle sein, die im iTunes/iOS App Store angeboten werden, ob gratis oder nicht), kein Risiko für die Sicherheit und Privatsphäre der iOS-Anwender darstellen, und bis jetzt konnte diesbezüglich auch so gut wie nichts Anderes festgestellt oder nachgewiesen werden.

Dass dieser Kontrollmechanismus jedoch auch Lücken hat (speziell bei Anwendungen aus dem chinesischen Raum), wurde in der Vergangenheit bereits bewiesen. Siehe Rossau im September des Vorjahrs: Schadsoftware ‚XcodeGhost‘ infiziert iOS-Geräte und betrifft laut einer Security-Firma „hunderte Millionen User“.

Man kann nur hoffen, dass Apple aus dem Fehler gelernt hat und speziell bei Apps mit DIESEM Migrationshinter- und -vordergrund besonders wachsam ist.


Alternative Ad-Blocker im Rossau-Blog:


Weitere von der Rossau-Redaktion angefertigte Bildschirmfotos aus der App Opera VPN, falls sich das jemand antun möchte. Terms of Service und Privacy Policy (fünf Seiten Kleingedrucktes vom iPad auf Englisch):

opera-vpn_ios-application_rossau-screenshot_terms-of-service_01

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Ende der Reihe von Screenshots, die innerhalb der App Opera VPN: VPN & Werbeblocker, kostenlos und unbegrenzt (englischer Originalname: Opera VPN: Free unlimited ad blocking VPN) angefertigt wurden. Diese Terms können jederzeit geändert werden. Der Hersteller sollte vielleicht besser den roten Wikingerhelm durch einen roten Stern ersetzen.

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2 Antworten zu ‚Opera‘-Werbeblocker für Safari und Chrome (Warnung)

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