Gut klingender Endless Runner auf selbstschwebendem Skateboard ‚Power Hover‘

Prima Deeskalationstraining

Hoverboards. Roboter. Bedrohungen! Es erwartet uns ein exzellenter Soundtrack (Techno/Electro, Retry/Ted Striker), Spieldramaturgie, Spannung und Steuerung stehen dem um nichts nach. Dazu eine im wahrsten Sinne des Wortes jenseitige Grafik. Spartanisch, aber effektiv. Eine desolate Welt im Pseudo-Low-Poly Art-Style mit einem Hauch Monument Valley (Rossau) und – vom Gameplay-Ablauf her – Smash Hit (Rossau).

Warnung: Allerhöchste Suchtgefahr! Ich konnte mich kaum losreißen, um diesen Bericht zu verfassen. Es handelt sich bei Power Hover um ein fast schon hypnotisches Reaktions- und Geschicklichkeitsspiel! Ein hypermoderner Platform-Racer!

Nach vorne (in die 3D-Tiefe) geht’s vollautomatisch und unaufhaltsam, außer durch unbeabsichtigte Unfälle: Game over. Die seitliche Richtungsabweichung wird mit zwei virtuellen Schaltflächen beeinflusst. Extrem einfache Bedienung durch Tap-Berührungen – je nach Situation länger, kürzer oder öfter – der linken oder rechten (unteren) Bildschirmviertel. Die Reaktionszeiten auf die Eingaben sind bewusst ein wenig… nun: schwammig, träge, schwer zu beschreiben. Fuzzy. Mit Momentum.

Das ist, wie gesagt, vollste Absicht und genauestens ausgeklügelt. Eine virtuelle Simulation physikalischer (Fantasie-) Verhältnisse und Eigenschaften – ähnlich wie im Arcade-Racer Asphalt (Rossau).

Funktioniert akkurat! Die Steuerung kann man sich am besten wie eine Art Antauchen vorstellen. Hebt man die Fingerkuppe ab, wird die Seitwärtsbewegung nur verzögert gebremst. Also eher öfter und kürzer tippen, zum starken Bremsen des Seitenschwungs: in die Gegenrichtung lenken! Und immer die Ruhe bewahren. Viele der Hindernisse sehen bedrohlicher aus (und tönen auch so), als sie in Wirklichkeit sind. Elegant surfen, nicht hektisch.

Ein solches angetriebenes 🏂 und schwebendes Sci-Fi-Hoverboard (Wikipedia; vielleicht schon bald Wirklichkeit und nicht nur im Film Zurück in die Zukunft II) verfügt nämlich nur über eine relativ geringe (genauer: gar keine) Reibung auf Oberflächen. Dazu kommt, dass man den sichtbaren Kamerablickwinkel nicht verlassen darf, ein deutliche Warnung erscheint und ertönt, sobald man zu weit ins Out gerät.

Nach wenigen Minuten hat man den „Schwebeschwung“ raus, wedelt behände, ein wenig vorausschauend und der Schwerkraft trotzend durch die abwechslungsreiche und durchaus tückische Landschaft.

Die Programmierer (aus Helsinki) erläutern: „That’s the way we did the controls of the hoverboard: as there is no friction, all force must have a counterforce. So the board doesn’t stop on the dime after the acceleration stops, because the board has very low to zero friction. This ‚floatness‘ of the controls is by design, and it’s something we think makes controlling the game fun and interesting.“

Darum steht’s auch extra für Profizocker in der Überschrift dieses Artikels. Mit der beliebten und ausgesprochenen herausfordernden Mechanik eines Endless Runners, was speziell die spektakulären und ultraharten Boss-Levels in einem gebogenen Höhlentunnel mit gelegentlichen Schräglagen anbelangt; siehe Rossau-Video unten. Es gibt jedoch in erster Linie einzelne Spielrunden, bei denen die nächste bereits freigeschaltet wird, wenn man’s in der vorigen auch nur bis ins Ziel schafft.

Rampen nutzen. Recht reiz- und effektvoll: wie auf Schienen an Stangen, Geländern oder auf Stromleitungen entlangschlittern und rechtzeitig von einem dieser Hilfsmittel (Plattformen) zum nächsten springen (die Spur wechseln). In engen und hohen Flusstälern weit oben an den senkrechten Wänden gleiten. Power-Ups einsammeln (Wechselwährung Batterien-Kilowattstunden, Leben…).

Akrobatische Einlagen werden vollautomatisch ausgeführt und vermitteln ein tolles Gefühl. Hightech-Kameraführung! Dynamisch wird der Betrachtungsabstand zum Skater verändert – je nach den Eigenschaften (und Anforderungen) der Umgebung. Klammen, Schluchten, Schnee. Planeten, Unterwasser, Sanddünen. Seemöwen im Sturzflug. Eine kleine Story gibt es auch, sie erscheint in interaktiven Zwischensequenzen (die Play-Taste des Walkman drücken); gerade richtig.

power-hover_ios-game_homescreen-iconSehr sorgfältig gestaltet mit viel Liebe zum Detail. Die brizzelnde und prickelnde Aufmachung macht vor den Auswertungsbildschirmen nicht halt, die erscheinen, wenn man ein paar Abschnitte erfolgreich passiert hat. „Die Fährte ist noch warm, folge ihr, bring die Energie zurück, stelle das Dorf wieder her…“ Bei guten Leistungen (drei Bewertungssterne pro Durchlauf) können (und sollten) mit den erworbenen kWh die elektrischen Leitungen und Ressourcen aufgepeppt werden, denn dadurch verbessern sich die Chancen.

⭐ Zusatzprämie: Sämtliche Batterien einheimsen! Simpel und komplex gleichzeitig! Hoher Replay-Faktor (Ergebnisse verbessern). Trainiert wird auch das Kurzzeitgedächtnis, aber keine Sorge, die einzelnen Durchgänge sind nicht allzu lang. Ein Neustart ist im Nu aktiviert. Wer genug Leben angesammelt hat, darf im Unglücksfall (Kollisionen, Verlassen des „Suchers“) an bestimmten Punkten das Rennen wieder aufnehmen.

Vorsicht! Fallstricke! Nicht alles, das auf den ersten Blick wie ein Power-Up aussieht, ist auch eines (besonders fies, wenn man „blind“ und unaufmerksam hinter dem Vorgänger hovert), sondern eher eine Art Kurzschlussbombe, der man am besten weiträumig ausweicht. Die schweren Bossrunden werden prozedural generiert, sehen also jedesmal anders aus und können sehr lang werden (pur; fast keine Power-Ups, außer einer sehr effektvollen und seltenen Zeitlupe; siehe und höre [!] 👂 im Video unten). Hardcore!

Es gibt viel zu entdecken: mysteriöse Gestalten, die urplötzlich und unerwartet direkt vor der Nase des Skater-Roboters ihre Batterie(n) fallenlassen. Gigantische Schwertwale und Erdwürmer, die aus dem Wasser beziehungsweise Wüstenboden auftauchen! Zitate aus anderen Spielen… Ich kann gar nicht alles aufzählen, das würde den Rahmen sprengen. Intensiv ⚡️ elektrisch jedenfalls. Hochspannung!

Sechs „Erfolge“ (Sonderwertungen, etwa „Wurmfutter“) mit Prozentangaben. Diverse Charaktere über das Pluszeichen (unten links) auf der Hauptstraße, natürlich muss man zum Freischalten vorher gehörig was leisten (ab dem Abschnitt „Pipes“). Hauptmenü: ganz links in der Rundenauswahl.

Hochqualitativ, ausgefeilt, stilvoll und fast schon charismatisch. Robust und stabil. Es gibt an Power Hover nicht das Geringste auszusetzen! Ideal ausgewogen. Anspruchsvoll, aber nicht unfair. Nicht nur Perfektionisten und Komplettionisten (alle Batterien einsammeln) kommen auf ihre Kosten, sondern auch Gelegenheitszocker. Wie bereits eingangs kurz erwähnt: allein schon die Background-Music rechtfertigt den Anschaffungspreis!

TOPTIPP! Die deutschsprachige Software (seit 12|2015) ist hervorragend ausgestattet. Erweiterte Universal-Application (85,4 MB), optimiert für alle iOS-Gerätschaften – plus tvOS: Die Version für die HDMI-Settop-Box Apple TV 4 ist im Kaufpreis inkludiert! Für Hightech-Konsolen-Feeling. Unterstützt Apples Game Center.

Uneingeschränkte und werbefreie Premium-Vollversion. Ab iPhone 4s und iOS 7. Erstmals zum bisherigen Allzeit-Bestpreis zu haben, befristete Aktion: 2,99 € 0,99 € (gilt eine Woche lang, war noch nie günstiger). [Edit 25. 4. 2016: Aktion beendet. Neue Aktion 9.–11. 5. Neue Aktion 22.–28. 6.] Rossau-Debüt. Store-Link & Video:

Power Hover

Google Play Link (ungetestet) für Android-Geräte. Noch ein paar Hinweise vom Power-Hover-Hersteller und meine 5.288 Punkte (drei Sterne) im ersten Boss-Level:

„Did you notice that the batteries you collect from the levels actually turn into KWH in the end of each level? You can see the total KWH gained in the top right corner of the menu screen.

Use the gained energy to power up blacked out buildings in your village, then you will unlock the first boss level. You also gain upgrades from the powered buildings, which help you on your way.

For the sake of fellow perfectionists – if you miss a battery, the rewind << button in the pause menu takes you back to the last checkpoint.“ Das grenzt ja schon an Cheating. 😉

Das nächste HD-Video (erster Boss-Level) habe ich mit der App-internen Recording-Funktion aufgenommen und zu YouTube hochgeladen:

Gut, dass es bei den Balkenfallen reichlich SlowMo-PowerUps gab, obwohl die Tempowechsel an sich auch schon eine Sonderprüfung darstellen. Brutal…

Hinweise speziell für die Boss-Levels: Spoiler Alert! Wer auf alles von selbst draufkommen möchte, sollte die nächsten drei Sätze überlesen! Ruhig Blut. Nur dann, wenn es sich absolut nicht vermeiden lässt, (möglichst wenig) von der Mitte abweichen. Es ist dringend davon auszugehen, dass diese Abweichungen für die äußerst irritierenden Schräglagen verantwortlich sind; kann man sich technisch eventuell und mit viel Fantasie wie eine Art Gewichtsausgleich/Balance in der Röhre vorstellen.

Ich muss gestehen, vor der Anfertigung des Gameplay-Videos schon ein paar Minuten ☺️ geübt zu haben. Also wer dieses mitreißende Psycho-Game ernst nimmt und sämtliche Sonderwertungen absolvieren möchte, hängt tage- und wochenlang dran. Wie schon mehrfach betont: endlos. Ich hoffe, genug gewarnt zu haben. Finger weg!

Ganz zu schweigen vom zweiten Boss-Level… Der Typ personalisiert sich sozusagen. Es geht gegen eine absurde Bot-Machine, die ein paar Meter vor dem Avatar auftaucht und ihm – fast wie Minen (Sprengfallen) – extrem fiese Hindernisse direkt vors Hoverboard knallt. Immerhin wird die Richtung der Drehbewegungen durch raffinierte optische Tricks rechtzeitig angekündigt.

Eine superbe und unterhaltsame Lektion und Übung, das ideale Training für:

  • Konzentration
  • Beobachtung
  • Reaktion
  • Kurzzeitgedächtnis (in den Boss-Levels gerne auch länger)
  • Haptisches Gedächtnis, Erinnerung und Bestätigung durch physische Bewegungsabläufe; diese schon ältere „Psycho-Technik“ wird „Pointing and Calling“ genannt (Wikipedia) und ist zum Beispiel im Betriebsablauf der New Yorker U-Bahn (offizielle Informationen) und bei asiatischen Eisenbahngesellschaften (und anderen Industriebetrieben) fürs Fahrpersonal vorgeschrieben, Blog Victorpontes.de beschreibt, wie die bei uns weithin unbekannte (daher gibt es auch keinen deutschen Begriff) „Zeigevorschrift“ in NY von Passagieren für Scherze (Metro Prank) genutzt wird (Reaktion des Verkehrsbetriebs: we ask that you don’t distract our train operators unnecessarily)
  • Hirn-/Hand-Koordination
  • Wahrung der Contenance
  • Konfliktmanagement und -bewältigung
  • Problemerkennung und -lösung
  • Deeskalation (Wikipedia); also das iPhone, das teure, beim Spielen von Power Hover nicht aus der U-Bahn werfen (als Fahrgast natürlich – nicht als Fahrer)! 🖐

Es soll ja nicht heißen, dass man beim Zocken nichts lernen kann.

Faszinierend sind in Power Hover übrigens auch die Effektgeräusche. Es ist jedesmal deutlich zu vernehmen (fast besser als zu sehen), wenn man gefährlich knapp an einem Hindernis vorbeischrammt.

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