Bellende Rehe in der Lobau, technische Praxistests der exzellenten iPhone-6-Videokamera und Bedienungshinweise [Blogposting 5x aktualisiert]

Tja, das gute Stück (iPhone 6, spacegrau, 128 GB) ist gestern angekommen. Der erste Eindruck ist recht positiv. Die Qualität der Kamera ist überzeugend. Ich bin überrascht, wie gut der digitale Videostabilisator arbeitet; der Preis für das Vergnügen sind offenbar ein paar Millimeter Brennweite im Weitwinkelbereich (verglichen mit der Standfoto-Funktion), auf die man halt verzichten muss.

Also machte ich mich trotz des feuchten Wetters in aller Eile auf, um in dreißig Minuten ein paar technische Testaufnahmen herzustellen. „Video mit 60 FPS aufnehmen“ unter „Einstellungen > Fotos & Kamera“ wurde aktiviert (einziger negativer Nebeneffekt: bestimmte Lampen wie etwa Neonröhren im Bild flimmern), hoffentlich lässt YouTube davon noch etwas übrig… Sechzig Vollbilder pro Sekunde! Das ist ganz ausgezeichnet und ein Alleinstellungsmerkmal (extrem smoothe Bewegungsabläufe, sofern das Bild am iOS-Device oder auf geeigneten Wiedergabegeräten betrachtet wird).

Um es nochmal ganz deutlich hervorzuheben: Getestet wurde das iPhone 6 (die beiden neuen bieten einen digitalen Bildstabilisator für Videoaufnahmen) – und nicht das iPhone 6 Plus (bietet zusätzlich einen optischen/mechanischen Stabilisator, aber nur bei Standfotos). Apple nennt das „Cinematic Videostabilisierung“.

Kleine Sightseeing-Tour in Wien: Ringstraße, Mitfahrt Straßenbahn (Linie D), Votivkirche, Rathaus, Parlament, Burgtor, Oper, Albertinaplatz, Kärntner Straße. Alles auf Automatik und freihändig, kein Stativ und auch keine sonstige mechanische Stabilisierung. Beim Abspielen des Original-MP4-Files am großen TV-Gerät (drahtlos via Apple TV) ruckelt nix, absolut smoothe Schwenks und Bewegungen, fast noch besser als bei meiner Sony HDR-CX730, die über eine starke „Balanced Optical SteadyShot“-Funktion verfügt.

Nur mehr kaum wahrzunehmender Rolling-Shutter-Effekt (Wikipedia). Im Video sind auch Zeitlupen- (etwas verminderte Auflösung) und Zeitraffer-Demos zu sehen, in zehn Minuten geschnitten mit iMovie (ohne Veränderung oder Bearbeitung der Bildqualität):

Während der Aufnahme ist vom Bildstabilisator am Sucherbildschirm nichts zu merken (es wackelt und ruckelt wie immer bei Aufnahmen aus der Hand; doch einfach auf Apple verlassen, it just works) – erst beim Abspeichern des Clips wird das Feature vollautomatisch angewandt (was sogleich beim Betrachten der soeben getätigten Aufnahme durch Berührung des winzigen Vorschaubildchens überprüft werden kann). Auch das Abspeichern geschieht selbsttätig, seitens des Anwenders ist dazu lediglich das Stoppen der Videoaufnahme als Interaktion vonnöten. (Seit dem iPhone 6s wirkt der optische Videostabilisator auch im Sucherbild bereits während der Aufnahme.)

Bei Zeitrafferaufnahmen (hier wäre doch meistens ein Stativ oder eine ähnliche Stabilisierung angebracht; ab iPhone 6s und iPhone 6s Plus inklusive) wird kein Ton aufgenommen, bei Zeitlupen ein „verlangsamter“ Sound ohne Tonhöhenkorrektur. Alles monaural.

Weiter unten im vorliegenden Rossau-Weblogposting finden sich noch Hinweise zur Bedienung der iPhone-Videokamera sowie zu den iPhone-Hardware-Upgrades (6s und 6s Plus)!

Ansonsten: Das drahtlose (iCloud) Wiederherstellen aus dem iPhone-5-Backup (mein Vorgängermodell) funktionierte klaglos, das Gerät (ausgeliefert mit iOS 8.0) wurde problemlos aktualisiert. Nach dem Wechsel der SIM-Karte in fünfzehn Minuten widmungsgemäß betriebsbereit, nach weiteren zwei Stunden waren auch meine hunderten Apps drauf. Alles im grünen Bereich. Ein weiteres Demo-Video folgt demnächst in diesem Theater…

…Bitte sehr: Ich konnte mir gestern aus lauter Begeisterung noch 2 x 25 Minuten freischaufeln für einen weiteren technischen Kameratest. Also nichts wie rauf auf den Drahtesel, denn damit gelingen mit ein wenig Geschicklichkeit sogar weitgehend ruckelfreie Fahraufnahmen („fliegende, schwebende Kamera“)! Diesmal sind auch ein paar Nahaufnahmen und Night-Shots dabei (Augarten, Donaukanal, Julius Tandler Platz; alles in der Nähe des Stadtteils Rossau übrigens):

Ein paar der Nacht-Clips wurden mit iMovie enhanced. Vielleicht sollte man bei schwierigen Lichtverhältnissen doch besser die 60 FPS abstellen. Das wird demnächst gecheckt. Ansonsten: Prädikat beeindruckend für die iPhone-6-Kamera! Als vorläufigen Abschluss ein Panoramafoto vom Kanal (klick/tap auf die Vorschau öffnet eine 11-MB-Datei; 12.442 mal 3.022 Pixel) – angefertigt in nicht mal zwanzig Sekunden mit dem entsprechenden Aufnahmemodus der Kamera-App:

panorama-donaukanal-iphone-6_kl

5. Oktober 2014. Und noch eine Herausforderung für die iPhone-6-Videokamera. Viel Bewegung beim Blick aus dem Fenster der U-Bahnlinie 6 über der Gürtelstraße. Badner Bahn in Meidling. Diesmal wurden bei den schwierigen Nachtaufnahmen die 60 FPS abgeschaltet (und wieder in iMovie mit dem Zauberstab behandelt), das Ergebnis ist meiner Meinung nach etwas besser (übrigens zwei Tage lang Ersatzverkehr mit Straßenbahnen für eine Teilstrecke der frequentierten U4, zu sehen ist die Sonderlinie E4 am Schottenring):

Alle Demo-Videos bieten den originalen Sound (kein Musik-Overlay) und wurden mit der Standard-iOS-App Kamera recorded. Ich fürchte, dass die Kompression, die YouTube automatisch durchführt, die ursprünglichen sechzig Bilder pro Sekunde erheblich zusammendampft. Ein Check der unkomprimierten Originaldateien (iTunes, Apple TV, Loewe Connect ID 55) brachte – wie gesagt – geradezu Bestechendes zum Vorschein. Extrem scharfe Bilder und sanfte, gleichmäßige Bewegungen, die auch am iPhone oder iPad in voller Qualität zu genießen sind. Ausprobieren!

Ganz klar die beste Videokamera in dieser Größe! Und die vom iPhone 6 Plus (das größere von den beiden neuen iPhones) soll ja nochmal besser sein (ungetestet). In meinem YouTube-Beschreibungstext gibt es noch weitere technische Infos und auch Warnungen:

Unbedingt ein Case (Hülle, Gehäuse) verwenden, wenn man etwa radfahrend filmt, oder während man sich in sehr wackeligen Transportmitteln befindet, damit man einen besseren Grip hat. Die originale Lederhülle von Apple geht für mich persönlich voll in Ordnung, allerdings habe ich eine gewisse Übung beim Drehen und beim Radfahren. Anfänger sollten sich für diese Zwecke vielleicht besser ein wesentlich stabileres Gehäuse (Military Rugged Case) für das iPhone 6 besorgen (muss speziell für einwandfreien Betrieb von Kamera und Blitz/Videoleuchte vorgesehen sein).

Jemand hat die Aufnahmen vom iPhone 6 direkt neben die vom aktuellen LG G3 (an und für sich berühmt für die eingebaute Kamera) gestellt; hier geht’s direkt zu der Stelle auf dem YouTube-Video. Der Vergleich macht Sie sicher!

Bin hochzufrieden mit der Hightech-Videokamera des iPhone 6. Macht unglaublichen Spaß! Erzeugt übrigens auch prima Fotos. Apple dringt mit Riesenschritten (nicht nur) in den Bereich der sogenannten Action-Camcorder (Wikipedia) vor.

~ Rossau Blogposting Aktualisierung ~

Mittwoch, 3. Juni 2015

Hier ein kurzes Beispiel für die prima Zeitlupenfunktion.

Vor wenigen Tagen in Nullkommanix hergestellt. Mit der Standard-Kamera-App. Einstellung „SLOW-MO“ (leicht verminderte Auflösung: 720p). Bearbeitet mit iOS/iMovie am iPhone (gekürzt, Zeitlupen-Sektion festgelegt, Musik hinzugefügt) und rucki-zucki auf YouTube hochgeladen; dauert keine drei Minuten. Dazu wird kein weiterer Computer benötigt!

Das Gebäude im Hintergrund ist übrigens das Palmenhaus in Wien-Schönbrunn. Details darüber weiß wie immer Wikipedia.

Am iPad hat man mit iMovie natürlich wesentlich mehr Möglichkeiten – das wird bald näher demonstriert. Was ich als Nächstes noch brauche, ist eine einfache Gegenlichtblende (um Streulicht zu vermeiden), die am Leder-Case zu befestigen wäre (Lens Hood, Wikipedia). Es wird mehr oder weniger nur ein kleiner Kunststoffring werden.

Apple hat soeben eine Mini-Site mit zehn kurzen Video-Beispielen online gestellt.

Der Rossau-Blog konnte – exklusiv! – die Meinung von langjährig erfahrenen Profi-TV-Kameraleuten (ORF) einholen:

„Nach ausgiebigen Tests lässt sich sagen: Bildqualität (60p!), Stabilisierung, Größe, Bedienung (rasche Betriebsbereitschaft), vollautomatisches Cloud-Speicher-Management, die an Bord befindlichen Bearbeitungs- und Upload-Features sind außergewöhnlich für ein Smartphone. Durch die geringen Ausmaße (und das geringe Gewicht) des Apparats lassen sich rasch und leicht Stellen erreichen (tief am Boden, hoch oben, im Gestrüpp oder in verwinkelten, engen Bereichen etwa auf Modelleisenbahnanlagen), die mit großen Kameras völlig unzugänglich (oder nur mit sehr hohem Aufwand stabilisiert erreichbar) sind.

Die Beschaffenheit der Aufnahmen (Dokumentenechtheit) lässt jedoch bei schlechten oder schwierigen Lichtverhältnissen nach. Die Automatiken arbeiten zumeist exzellent (zu 98,89 Prozent).

iPhone 6: Allerhöchste Empfehlung als Videokamera! Stark erweiterte Möglichkeiten für alle Videofilmer. Für professionelle Einsätze geeignet: manuelle Einstellmöglichkeiten nutzen. Manueller Fokus nur mit Apps von Drittherstellern (Details dazu weiter unten). Zusätzliche Stromversorgung (Akku-Packs) sollte unbedingt mitgeführt werden, wenn längere Dreharbeiten im Feld anstehen.

Bei höheren Ansprüchen (OTs) kommt man um externe Technik für den Ton nicht herum, gleiches gilt für den Sucherbildschirm (spiegelt, im direkten Sonnenlicht ist wenig zu sehen). Maßnahmen gegen Streulicht setzen (Mini-Kompendium), wenn starke Lichtquellen (Sonne) im Bildausschnitt sind. Bezüglich der einzustellenden FPS vorher mit dem zur Produktion gehörenden Bildtechniker oder Bildingenieur Rücksprache halten.

Insgesamt überwiegen die Vorteile eindeutig, beim iPhone 6 handelt es sich um eine wertvolle und leicht transportable Ergänzung für jedes Filmteam.“

~ Rossau Blogposting Aktualisierung ~

Mittwoch, 8. Juli 2015

rehe-in-der-lobauEine topfitte Rehgeiß und ihre beiden Kitze in der Wiener Lobau. Freie Wildbahn, kein Zoo oder Gehege! Wenige Kilometer südöstlich der Raffinerie innerhalb der Stadtgrenze. Heute um 9 Uhr 15 am Höhepunkt der Hitzewelle (Temperatur in der Wiener Innenstadt um fünf Uhr morgens: exakt dreißig Grad Celsius).

YouTube unterstützt seit ein paar Wochen 1080p60, komprimiert aber nach wie vor heftig, daher ist stellenweise eine Art „Wasserfarbeneffekt“ zu sehen (verwaschene Details), die es beim Original-File natürlich nicht gibt; das ist so glasklar und brillant, dass man es kaum für möglich halten möchte.

Genaue Location (Kamera-Standpunkt) im Nationalpark übrigens: 48.166814\16.519066
Das aufkeimende, dumpfe Grollen, das im Hintergrund zu hören ist, stammt vom nahen Flughafen Schwechat. Wikipedia lesenswert wie immer: Lobau, Reh; daraus (sehr passend zum Clip):

Auf Grund mehrerer Merkmale wird das Reh dem sogenannten „Schlüpfertypus“ zugerechnet. Anders als der Rothirsch, der bei Beunruhigung mit schnellem, ausdauerndem Lauf flüchtet und der dem Läufertypus zugeordnet wird, sucht das Reh bei Beunruhigung mit wenigen schnellen Sprüngen Deckung im Dickicht. Das Reh ist ein ausgeprägt geruchlich orientiertes Tier. Rehe sind in der Lage, bereits geringe Duftreize wahrzunehmen und riechen einen Menschen aus einer Entfernung von 300 bis 400 Metern.

Die seitlich stehenden Augen erlauben dem Reh ohne Kopfdrehung einen weiten Umkreis zu überblicken. Rehe reagieren besonders auf Bewegungen, das Erkennungsvermögen für unbewegte Gegenstände ist nicht sehr hoch entwickelt. Dies ist vermutlich auch der Grund, warum Rehe gegenüber einem stillstehenden Objekt beim Sichern auffällig das Haupt heben und senken. (Bei Störungen richten Rehe den Kopf auf und starren die Ursache der Störung an, wobei sie sich oft seitwärts stellen. Dieses charakteristische Verhalten wird Sichern genannt.)

Ein bellender Laut ist die auffälligste und am häufigsten zu vernehmende Lautäußerung des Rehs, er wird in der Fachliteratur als „Schrecklaut“, in der Jägersprache als „Schrecken“ bezeichnet. Belllaute sind meist dann zu hören, wenn Rehe aufgeschreckt werden, aber die Ursache der Störung noch nicht identifiziert haben. Der Laut drückt eher Erregtheit und Aggression als Angst aus. Ein bellendes Reh signalisiert dem Störer unter anderem, dass es ihn entdeckt hat – für einen potentiellen Fressfeind ist in diesem Fall eine weitere Annäherung sinnlos. Seinen Artgenossen teilt das Reh über das Bellen auch mit, wo es sich befindet.

Das Fell der Rehkitze ist rotbraun und weist zunächst eine weiße Punktierung auf dem Rücken und auf den Flanken auf. Diese weiße Fleckenzeichnung wird ab einem Alter von einem Monat allmählich undeutlicher und verschwindet bis zum Alter von zwei Monaten durch das Überwachsen durch rote Sommerhaare.

Der „Störer“ stand bei der Aufnahme günstig (und völlig unvorbereitet) genau gegen die Windrichtung auf dem Damm. Es ist ganz fabelhaft, wie schnell, leise und ohne viel Staub aufzuwirbeln man den Bildfänger aus der Hemdtasche fischen und in Betrieb setzen kann. Zum Ausschalten der Automatik hatte ich keine Zeit mehr (wer ganz genau schaut, kann gelegentlich ein sehr leichtes „Pumpen“ erkennen, wenn die Belichtungsautomatik werkelt).

Kraftvolle Sprünge die steile Böschung rauf und runter! Hatte gar nicht gewusst, dass diese Mini-Hirsche so laut bellen können… Die Überraschung (nach einer 70-km-Radtour) war derart groß, dass ich fast vergaß, das iPhone zu schwenken und zu neigen; auch, weil ich mich nach Kräften bemühte, in der Natur einen „unbewegten Gegenstand“ darzustellen.

Gleich folgte jedoch der nächste Schreck in der Morgenstunde! Am Sucher-Bildschirm erkennt man speziell bei kontrastarmen Bildinhalten nur mehr ganz wenig (stellenweise nämlich genau gar nichts in dem „Spiegel“), wenn man die gleißende Hochsommersonne exakt im Rücken hat wie hier und die Kamera gern hoch hält – als Schatten kurz im Clip bei Laufzeit 00:37 rechts unten zu erkennen – wegen der Übersichtlichkeit der Szenerie.

Da gilt in höchster Not: „Über Kimme und Korn“ den Bildausschnitt „schätzen“ und die Bewegung des Geräts – so gut es eben geht – entsprechend nachführen, wenn genervte Ricken flüchten. Durch das Objektiv mit dem leichten Weitwinkel ist das gar nicht so schwer. Man kann sich gut drauf verlassen: Die Automatik stellt alles soweit richtig ein, die Schärfe passt auch bei low-contrast Images wie hier. Hundertprozentig. Selbst wenn man de nada im Sucher sieht. Don’t worry!

Rossau-Hinweise zur Verwendung der iPhone-Videokamera

Und nie vergessen: Immer im horizontalen Querformat (Landschaftsausrichtung, Landscape Orientation, 16:9) filmen! (Eselsbrücke: daran denken, wie das TV-Gerät zu Hause steht, genau so herum muss das iPhone gehalten werden.) Vor dem Betätigen des Auslösers (virtueller, großer roter Button oder reale Lautstärkeregler) kurz checken, ob die Bedienungs- und Display-Elemente am Sucherbildschirm die entsprechende Ausrichtung/Haltung der Gerätschaft bestätigen (es ist egal, ob sich die Home-Taste links oder rechts befindet). Falls doch mal was schiefgehen sollte in der Eile (kommt in den besten Familien vor) gibt es Abhilfe (ohne Qualitätsverlust) in Form von iPhone-Software.

iphone-6_videokamera_sucherbildschirm

Rascher Zugriff auf die Kamera: Am Sperrbildschirm das Kamerasymbol (unten rechts) ganz nach oben ziehen (seit iOS 10: kurzer Fingerstreich irgendwo am Sperrbildschirm von rechts nach links; schneller geht’s nicht). Auf Video umstellen! Die Funktion ist sofort betriebsbereit. Seit iOS 10.3 lässt sich die Videofunktion fixieren – in den iOS-„Einstellungen > Fotos & Kamera > Einstellungen beibehalten“, anstatt beim Neustart der Kamera-App stets automatisch auf „Foto“ zurückzusetzen.

ios_10-3_videomodus-beibehalten

Es gibt vier Stück Indikatoren, die bestätigen, dass die Videokamerafunktion des iPhones läuft und aufnimmt. Zum einen ein kurzes akustisches Signal, das aber oft überhört wird, da reicht das innerstädtische Verkehrsgewühl (einfacher Ping-Ton beim Start, zweifacher mit unterschiedlichen Tonhöhen bei Stop). Nebenbei bemerkt: Sollte beim Auslösen eine App Sound ausgeben (Musikplayer, Instrumente, Spiele…), so wird diese Tonausgabe während der Videoaufnahme vollautomatisch und sinnvollerweise abgeschaltet. Bei Fotos läuft’s übrigens weiter (sofern die Apps eine Soundausgabe „im Hintergrund“ unterstützen), da beim Knipsen ja kein O-Sound recorded wird.

Zum anderen kann man sich Bestätigung holen, dass eine Videoaufnahme läuft, indem man den kleinen roten Punkt (Record Indicator) im Sekundentakt blinken sieht, und die Laufzeitziffern zählen rauf. Letztere bieten (zusammen mit der Standbildtaste) meiner Meinung nach die beste Kontrolle, da sie am leichtesten sichtbar sind (kontraststark) und auch gleich darüber eindeutig aufklären, dass Bildschirmausrichtung und Haltung (horizontales Querformat 16:9) in Ordnung sind. Außerdem wird während einer Videoaufnahme groß und deutlich ein weißer Auslöseknopf für Standbilder (rechts unten im 16:9-Format, sofern der Home-Button rechts liegt) eingeblendet (statt einer Miniaturvorschau des vorigen Videos oder Fotos, wenn keine Aufnahme läuft), auch der ist ein eindeutiger Indikator (siehe Abbildung des iOS-9-Suchers oben).

Kurz vor wichtigen Aufnahmen mit einem sauberen, unbenutzten 😜 Wattestäbchen oder einem fusselfreien Tuch die Linse der Hauptkamera auf der iPhone-Rückseite abwischen; dabei gleich verinnerlichen, an welcher Stelle der Rückseite sich die Kameralinse befindet, später sieht man sie nämlich nicht mehr. Bei der Gelegenheit kann man auch gleich den Touchscreen reinigen, das schadet nie.

Sollte während einer Videoaufnahme ein Telefonanruf eingehen, wird die Aufnahme gestoppt (und gespeichert). Also vor wichtigen Aufnahmen den Flugmodus einschalten!

Nochmal der wichtige Schnellcheck (jedesmal daran denken) – läuft die Kamera?

  1. Ist der weiße Timer (Laufzeitanzeige 00:12:34) oben in der Mitte des Suchers sichtbar (siehe die nächsten drei Abbildungen im vorliegenden Rossau-Weblogposting)?
  2. Befindet diese Anzeige auf der Längsseite des 16:9-Bildformats?
  3. Läuft die Zeitanzeige? Blinkt der rote Aufnahmepunkt (im Sekundentakt)?
  4. Ragt irgendein Finger ins Bild? (Meistens oben links, wenn die Home-Taste rechts ist.)

Check okay? Jede Videoaufnahme gelingt! Kinderleicht. Langsam und ruhig schwenken. Das iPhone am besten mit beiden Händen halten und möglichst wenig wackeln. Um übersichtliche Szenerien einzufangen: einen hohen Standpunkt wählen, iPhone hoch halten (überkopf). Das Mikrofon nicht abdecken (es befindet sich am iPhone 6 direkt neben der Kopfhörerbuchse).

Wichtiger Indikator: Oben auf der Längsseite in der Mitte muss der Timer laufen: Videokamera läuft!

Wichtiger Indikator: Oben auf der Längsseite in der Mitte muss der Timer laufen und der rote Punkt blinken: Videokamera läuft!

Während der Reise im ICE oder Jet lesen und ausprobieren: Die Kamera-Hinweise im offiziellen iPhone-Handbuch (Kapitel 11 und 12). Daraus für die ambitionierteren Videofilmer (Belichtungsautomatik abschalten):

Anpassen der Belichtung: Legen Sie den Finger auf den Bildschirm, bis das Sonnensymbol ☀️ neben dem Belichtungsrechteck angezeigt wird, und streichen Sie nach oben oder unten, um die Belichtung anzupassen.

Dort, wo man dabei den Finger (etwas länger) hinlegt, wird übrigens auch der Schärfepunkt (Fokuspunkt) arretiert. Nur kurz antippen: Fokus- und Belichtungspunkt wird genau für die gewünschte Stelle (Objekt/Fingerkuppe) festgelegt, und die automatische Schärfenachführung wird aktiviert, falls sich Objekt oder Kamera bewegen (die Belichtungsautomatik arbeitet ebenfalls weiter).

Was auch viele nicht wissen: die Kamera-App hat einen digitalen Zoom eingebaut. Aktivieren mit der öffnenden Zangengeste (Pinch), dann erscheint ein temporärer Schieberegler. Ich verwende den so gut wie nie, falls nötig, erledige ich das im Zuge der Nachbearbeitung mit der gleichen Qualität.

Die Kamera-App selbst verbraucht während der Aufnahmen erstaunlich wenig Akku-Energie. Dennoch sollte sie nach Gebrauch, und wenn man weiß, dass man sie länger (als etwa fünf Minuten) nicht in Betrieb nehmen wird, vollständig geschlossen werden (auch aus dem Multitasking-Bildschirm entfernen); das gilt auch, wenn sie vom Sperrbildschirm aus gestartet wurde (ab iOS 8.4.1). Der Multitasking-Bildschirm wird erreicht, indem die physisch vorhandene Home-Taste zweimal gedrückt wird. Im Multitasking-Bildschirm die Kamera-App (aktiver Sucherbildschirm) nach oben ziehen/wischen („rauswerfen“); sie saugt dann nicht mehr an den Energievorräten. (Dieses Problem hat sich mit iOS 9 wohl erledigt. Es ist nun auch keine Live-Vorschau vom Sucherbild mehr im Multitasking-Bildschirm zu sehen.)

Wird die Videokamera-App via Home-Taste geschlossen und später wieder aufgerufen, bleibt die Einstellung Video erhalten. Anders verhält es sich, wenn sie aus dem Multitasking-Bildschirm geworfen wird; bei einem Neustart muss Video wieder in der Scroll-Zeile gewählt werden.

Überhitzungswarnung. Was für ein heißer Sommer! Wird das iPhone länger in der prallen Sonne gelassen, wird es zu warm. So passierte es mir öfter (ab ungefähr fünfunddreißig Grad Celsius Außentemperatur im kohlrabenschwarzen Leder-Case), dass ein Warn-Rufzeichen (gelbes Dreieck) im Sucherbildschirm auftauchte:

iphone-6_sucher_ueberhitzungswarnung-rufzeicheniphone-6_sucher_ueberhitzungswarnung_ok-erlaeuterung

Wird das Dreieck angetippt (kann man sich sparen), erscheint eine lapidare Meldung (s. Abb. vom iPhone 6), die Videofilmer insofern betrifft…

  1. die Videoleuchte ist außer Betrieb (die ist übrigens auch tagsüber im Freien zum Aufhellen im Schatten bei Quasi-Makroaufnahmen zu gebrauchen)
  2. der Bildschirm (Sucher) wird „zwangsweise“ ungefähr auf die Hälfte abgedunkelt (das hat keine Auswirkung auf die Belichtung der Aufnahmen)

…bis das Gerät wieder entsprechend abgekühlt ist. Videoaufnahmen und Fotos können weiterhin mit unbeeinträchtigter Qualität angefertigt werden! Punkt Nummer zwei verschärft außerdem nochmal das bereits weiter oben erwähnte Problem, dass man im Sucher unter bestimmten Umständen nicht allzuviel sieht; diese Maßnahme soll wohl verhindern, dass sich die Apparatur weiter aufheizt.

Geht völlig okay: wichtiger (als dass ich im Sucher bequem was sehe) ist in solchen „Extremsituationen“, dass eine Videoaufnahme überhaupt durchgeführt werden kann. Professionelle Einstellung. Wie man auch „fast ohne Sucher“ einwandfreie Aufnahmen herstellen kann, wurde ebenfalls schon weiter oben kurz beschrieben.

Manueller Fokus (Schärfeeinstellung) funktioniert mit folgenden Apps (Rossau-Links): Shoot (nur Fotos), Pro Shot (Fotos und Videos), Pro Photo Camera (nur Fotos), Manual Photo Camera (nur Fotos), Top Camera 2 (Fotos und Videos), Filmmaker Pro (nur Videos).

Während einer Videoaufnahme lassen sich mit der bekannten Tastenkombination (s. Rossau Anno MMVIII – nach wie vor vollinhaltlich gültig) Bildschirmfotos (Screenshots) anfertigen.

Erfassen eines Standbilds bei laufender Videoaufnahme (iPhone 5 oder neuer): Den weißen Auslöser rechts unten (im horizontalen 16:9-Landscape-Format, und sofern der Home-Button rechts liegt; liegt der Button links: links oben) betätigen. Dieser Auslöser ist nur zu sehen, während die Videoaufnahme läuft!

Wie unterscheiden sich Bildschirmfotos von Standbildern? Nun, im Screenshot bleiben die Bedienungselemente (der Sucher) sichtbar, das wird der durchschnittliche Anwender eher selten brauchen.

Auch beim jüngsten Rossau-Videoclip gilt wieder: iPhone 6, Originalton (keine Effekte, kein Overlay), Standard-Kamera-App, völlig unbearbeitet. Angefertigt und hochgeladen ausschließlich mit iPhone-Bordmitteln innerhalb weniger Minuten (zwokommafünf inklusive Dreh, ums genau auszudrücken).

Es war keinerlei weitere Hard- (Stabilisierungssysteme, Stative, Computer, Ü-Wagen, Film-Crews, Catering…) oder Software (Editoren, iMovie, Final Cut, After Effects…) im Einsatz. Nur ein Stück keuchender Störer, der es ausgesprochen eilig hatte, rechtzeitig vor dem ebenso kurzen wie ergiebigen Gewitter und Platzregen ein robustes Dach über dem Kopf zu finden (diesmal in Form der aufgestelzten Südosttangente); und der dann nochmal an die Rehe denken musste, die hoffentlich ebenfalls eine geschützte Stelle im Wald wissen.

Oktober 2015. In einem Jahr mit intensiven Tests und über 1.500 gedrehten Videoclips gab es zwei oder drei Mal die Situation, dass ein Clip nicht gespeichert wurde. Das war schon vorher daran zu erkennen, dass sich die Aufnahme nicht stoppen ließ. Wenn also Stop nicht funktioniert, kann man davon ausgehen, dass die Aufnahme nichts wird. Fatal, aber äußerst selten. (In so einem Fall die Kamera-App vollständig schließen und sicherheitshalber das iPhone neu booten.)

Dank meines äußerst zuverlässigen iCloud-Accounts geht zudem der „unsichtbare“ Speicherplatz so gut wie nie 💸 aus; um das Thema braucht man sich praktisch nicht zu kümmern (sofern man sich gelegentlich in ein WLAN einloggt; das automatische Hochladen in die iCloud funktioniert dann nur, wenn die Kamera-App vollständig geschlossen ist). „Abspeichern“ ist ja sowas von 2010… Irgendwann mal landen diese blöden Mini-Speicher-Chips und -Sticks allesamt im Staubsauger – und DAS kommt erst teuer (bei entsprechenden Dreh-Produktionskosten).

📲 Na? Überzeugt? Ach ja: Telefonieren kann man mit der Apparatur auch noch… 📹

~ Rossau Blogposting Aktualisierung ~

Montag, 14. September 2015

iPhone 6s und iPhone 6s Plus werden demnächst erscheinen und bieten folgende Neuerungen. Die iSight-Kamera („Hauptkamera“ auf der Rückseite) bietet nun 12 Megapixel bei Standfotos und 4K-Videos.

Die neuen iPhones unterstützen (beide) KEINE (weder optisch noch digital) Stabilisierung bei 4K-Videos (und keine 60fps, sondern nur 30)! Das ist sehr bedauerlich (für all jene, die 4K benötigen), denn das ist bereits beim iPhone 6 und iPhone 6 Plus (1080p60) ausgesprochen gut gelungen (auch ohne OIS für Videos), wie im vorliegenden Artikel mehrfach bewiesen. Rossau-Blogposting-Korrektur (November 2015): zumindest das iPhone 6s Plus unterstützt definitiv Videostabilisierung bei 4K30-Videos, wovon wir uns persönlich überzeugen konnten. 4K unterstützt zudem nur dreißig Interlaced-Bilder (i) pro Sekunde (nix sechzig p-Vollbilder).

Bei 1080p60 gibt es die Stabilisierung auch bei den neuen iPhones – das iPhone 6s Plus nun sogar mit OIS (optischer Bildstabilisator) auch bei Videos. (November 2015: Wir haben das getestet, und der optische Videostabilisator vom iPhone 6s Plus hat uns nicht überzeugt. Details zu einem späteren Zeitpunkt.)

Neu ist immerhin, dass 6s und 6s Plus eine Stabilisierung auch bei Zeitraffer-Videos unterstützen. (Test folgt demnächst.)

Sämtliche technischen Daten der Kameras im Vergleich (Quelle: Apple). iPhone 6s (links) und iPhone 6 (rechts). Zum Vergrößern die Screenshots anklicken.

Videokamera („Hauptkamera“, Rückseite):

iphone-6s-videoaufnahme_appleiphone-6-videoaufnahme_apple

iSight-Kamera („Hauptkamera“ für Fotos, Rückseite):

iphone-6s-isight_appleiphone-6-isight_apple

FaceTime-Kamera (Vorderseite, über dem Bildschirm, sofern die Home-Taste unten ist):

iphone-6s-facetime_appleiphone-6-facetime_apple

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15 Antworten zu Bellende Rehe in der Lobau, technische Praxistests der exzellenten iPhone-6-Videokamera und Bedienungshinweise [Blogposting 5x aktualisiert]

  1. Pingback: Apple stellt iPhone 6 in zwei Größen, Apple Pay und Apple Watch vor | Rossau

  2. Kontos Meine schreibt:

    Danke für den interessanten Beitrag.

    Ich nehmen an (aufgrund des Bildstabilisators), dass hier die Rede vom iPhone 6 Plus ist (schreiben tust du jeweils nur iPhone 6)? Dies könntest du vielleicht noch etwas prominenter erwähnen, da beim iPhone 6 (ohne Plus) kein Bildstabilisator enthalten ist.

    • Habakuk schreibt:

      Die Aufnahmen wurden alle mit dem iPhone 6 (OHNE „Plus“) gemacht; das kleinere von den beiden Sechsern. Dieses iPhone 6 verfügt über einen neu entwickelten und stark verbesserten digitalen Bildstabilisator; das funktioniert vollautomatisch via Software beim selbsttätigen Abspeichern der Aufnahme. Das iPhone 6 Plus bietet zusätzlich einen optischen (mechanischen) Bildstabilisator (OIS) – aber nur für FOTOS (ungetestet), nicht für Videoaufnahmen!

      Wikipedia: Bildstabilisierung

      Aber wie zu sehen ist, bringt schon der digitale Stabilisator des iPhone 6 ganz fabelhafte Ergebnisse. (Ich habe das im Artikel soeben ergänzt und noch deutlicher hervorgehoben.)

  3. Can schreibt:

    Was meinst du mit rauf auf den dratesel bei diesem Video Clip sind die Aufnahmen Herrvoragend ( ich denke damit könnte man kurz Filme realisieren )

  4. alexander schreibt:

    Darf ich auf ein Video von Vimeo verweisen, das mit iPhone 6 und 6 Plus gemacht wurde?

    Klar wurden Dollies und Stative genutzt, aber allein die Bildqualität ist grandios.

    • Habakuk schreibt:

      Fantastisch. Einfach nur fantastisch. Danke!

      (Nicht nur) der doch erhebliche technische und zeitliche Aufwand, der bei solchen Videos betrieben wird, bestätigt durchaus, dass Smartphones dieser Güte für professionelle Produktionen in Frage kommen.

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