Ab durchs Sushi: 3D-Kampf-Autorennspiel ‚Table Top Racing‘ (Universal Retina 16:9)

WWW-Shortcut zum Driften ins iOS App Store:

Table Top Racing

TOPTIPP!

„Von den Machern des Sony-PlayStation-Blockbusters wipEout stammt nun Table Top Racing, ein nagelneues Fast&Furious-Kampfrennspiel mit hochwertiger Konsolengrafik und einem außergewöhnlichen Spielerlebnis“, so beschreibt der Hersteller die Software. Eine Art Micro-Racing-Game für alle, die meinen Lieblings-Racer Asphalt 7: Heat (Rossau-Bericht) schon haben. Table Top Racing fällt eher in die Kategorie Micro Machines oder Mario Kart.

table-top-racing-ios-homescreen-iconErschienen vor einem Monat. Deutschsprachig. In den Kalender eintragen: Über das kommende Wochenende (von Freitag, 1. März, bis Sonntag, 3. März 2013) erstmals um 0,89 Euro zu beziehen. Ab Montag, 4. März 2013, gilt dann wieder der Normalpreis von 2,69 €.

141 Megabyte Downloadvolumen, installiert am iPad 4: 279 MB. Ab iPhone 4 und iPod touch der vierten Generation und iOS 5. iCloud und Game Center. 

Trailer-Video:

Technische Ausstattung vom Feinsten, speziell die Grafik. Butterweich ablaufende Animationen, superscharf, brillant und detailliert, viele stimmungsvolle Lichtstrahlen, Schatten und Reflexionen. Bloom-Lighting nur auf den jüngsten iOS-Geräten. Spielmodus „lokaler Multiplayer“ getestet mit iPad 3 und iPad 4, was mir besonders wichtig ist: Alles okili dokili durchgebraten, easy Setup. Es gibt auch einen Online-Multiplayer.

Thematisch spielt man immer auf der Oberfläche eines Tisches, wo meistens Nahrungsmittel drapiert sind (es gibt aber auch eine Werkbank und einen Tisch mit Spielzeug). Man kann sich wahlweise vorstellen, mit Modellautos auf einem normal großen Tisch, oder mit normal großen Autos in einer Welt von hungrigen Riesen zu fahren.

Das mag einerseits köstlich skurril erscheinen, bietet aber auch den Vorteil eindeutiger Anhaltspunkte, die man sich als Eselsbrücke leichter merken kann als zum Beispiel die stets gleich aussehenden Ecken einer Plattenbausiedlung; etwa: Gleich nach dem Steak kommt eine enge Rechtskurve! Die Muffins markieren einen Slalom!

Rossau-Bildschirmfoto von einem der ersten Rennen auf dem Tisch mit den exotischen Früchten. In der Pause-Funktion sind drei Kamerablickwinkel einstellbar, darunter seit dem letzten Update eine „quasi 2D“-Vogelperspektive (top-down view) ähnlich wie bei Reckless Racing 1 und 2, CitiRacing, Reckless Getaway, Tiny Cars, Mini Motor Racing, Ghost Racer, Paper Racer, VS. Racing (Rossau-Postings darüber), und wie sie alle heißen mögen… Im Bild ist die Ansichts-Standardeinstellung von Table Top Racing zu sehen, die für mich prima hinhaut, tolles 3D-Feeling:

table-top-racing-ios

Klick/Tap auf das Bild: Originalauflösung vom iPad 4. 2.048 × 1.536 Pixel, 3,9 MB. Die anderen Screenshots im vorliegenden Rossau-Blogposting stammen aus dem iOS App Store.

Table Top Racing läuft übrigens auch spitzenmäßig auf dem iPhone 4 und stellt eine technische Demarkationslinie dar, was aus älteren Geräten noch rauszuholen ist! Da kann man wirklich nicht meckern.

Die Fahrzeuge ähneln stark realen Modellen, darunter VW Bulli und Käfer, Jeep MB Willys, Range Rover, Dodge, BMW, Datsun, Ford GM und Bugatti EB 110.

Steuerung. Es steht keinerlei direkte Temposteuerung (beschleunigt von selbst, keine Bremsen), außer den Boost-Power-Ups zur Verfügung, sondern es kann nur gelenkt werden, das dafür äußerst präzise. Entweder über zwei virtuelle Schalter links und rechts (= Standardeinstellung), oder über Bewegungen der iKonsole (Tilt); beides funktioniert perfekt.

Letzteres wird von mir persönlich bevorzugt, auch am iPad, aber ich befinde mich dabei offenbar in einer Minderheit. Dann gibt es noch eine Schaltfläche zum kurzfristigen Abrufen der aufgesammelten Power-Ups und Waffen. iCade-Unterstützung (externe Hardware-Steuerung via Bluetooth) wurde bereits angekündigt! Sehr gute Simulation der physikalischen Grundlagen.

Es folgen noch ein paar interessante An- und Aussichten. Auch deftig kritische Stimmen kommen zu Wort.

Der Haupt-Spielmodus baut auf einem robusten Kampagnen-Spielablauf („Karriere“) mit unterschiedlichen Anforderungen und Bedingungen in Einzelrennen oder mit anderen. In den diversen Cups gibt es etwa Solo-Zeitrennen (vorgegebenes Limit unterschreiten, ausschließlich Boost-Power-Ups), Rennen um den ersten Platz, innerhalb der Zeit den einzigen Gegner rammen, Kampf-/Elimination-Matches (nach jeder Runde scheidet der letzte aus) mit zufälligen Pickups (Bomben, Raketen, Beschleunigung, das alle bremsende Magnetfeld…), – es gibt aber auch Rennen ohne diese Waffen.

Genaue Streckenkenntnis und vorausschauendes Lenken ist oberstes Prinzip wie bei jedem gut abgehangenen Autorennspiel. Die einigermaßen flachen (ein paar Hügel und Bodenwellen, keine großen Sprünge), aber ausgeklügelt angelegten und sehr attraktiven Tracks werden in beiden Richtungen befahren. Und natürlich darf nicht nur neben der Blutwurst ordentlich gerempelt werden!

Smoothe Kameraflüge vor dem Start eines jeden Rennens sind gleichermaßen informativ wie beeindruckend und lassen einen die erstklassige Gestaltung der sehr realistisch wirkenden und nahrhaften Szenerien genießen. Nach den Rennen läuft ein Video/Replay.

Münzengischt. Mit bestimmten aufrüstbaren Reifen (den goldenen, in der „Garage“ das Icon unten links) werden beim Driften Münzen produziert, was sehr lustig aussieht. Gedriftet wird, wenn (zu) stark in die Kurve gelenkt wird, da quietschen die Pneus. Das Driften kostet wesentlich mehr Zeit als etwa in Asphalt (wo es praktisch keine Zeit kostet). Über- und untersteuern möglich. Wirklich sehr ideenreich, es gibt viele schmackhafte Raffinessen zu entdecken. Ganz zu schweigen von den schneidigen Abkürzungen…

Die angebotenen „Top In-App-Käufe“ um echtes Geld sind als eher optional zu betrachten, Profis verdienen genug Münzen bei Spielerfolg, um in ausreichendem Tempo weiterzukommen. Oder wie es jemand ausdrückte: „There is no pay wall or grind so put the in-app purchases out of your mind or in the little cheats box.“ Offizielle Stellungnahme des Herstellers nburcombe zu den Echtgeld-Käufen („IAP“) in der auch sonst lesenswerten touchArcade-Diskussion:

IAP – Playrise’s Position: Here’s a summary of our thinking and rationale. We thought that if you were paying for the game up front you should be able to get access to ALL the games content without it. Quite simply you don’t NEED to buy it to get everything in the game. You can just grind some Quick Races or better still Multiplayer races (rewards are higher)….with the Bling wheels on – you should make better progress. The IAP is for those users who put a price on their time, but still want the content NOW. The fact that some of you have taken it upon yourselves to use it as a ‚donation‘ because you have „valued“ the game above it’s retail price is exceptionally generous and will help keep us making content for it.

We appreciate every single sale – not one excluded and thank you for your support. We will do everything we can to meet and exceed your demands. You have so far made this effort a very worthwhile venture in terms of feedback and positivity. Help us give you the best game we can and keep the feedback rolling in – we’re on it!

Wie es bei absoluten Anfängern aussieht, kann ich nicht genau beurteilen, die haben bestimmt (spätestens ab dem zweiten Cup) eine gewisse Lernkurve zu absolvieren und müssen ein wenig ihre Frustgrenze nach oben justieren; manchmal ist es nicht ganz leicht, die Höchstwertung pro Rennen abzuräumen (besonders die letzte Prüfung, eine Art Sub-Cup, der als Abschluss von jedem Karriere-Event eine Abfolge von kurzen Rennen darstellt). Insgesamt finde ich den Schwierigkeitsgrad im Karrieremodus ausgewogen bis anspruchsvoll, jedenfalls prickelnd wie Soda.

Es gilt wie bei sämtlichen Geschicklichkeitsspielen: Übung macht den Meister! Table Top Racing hat das Zeug, aus zunächst bloß Interessierten im Laufe der Zeit (und mit etwas Geduld) Racer-Profis zu machen, zumindest was das Lenken und Finden des kürzesten Wegs anbelangt. Kurven so scharf wie das Essen in Indien.

Die Abfolge des Aufrüstens der Wagen ist übrigens strikt vorgegeben. Bei dieser Zutat gibt es keinen Handlungsspielraum.

Es stehen auch noch die üppigen Modi „spezielle Events“ (je nach erreichtem Level im Karrieremodus, praktisch zum Münzensammeln) und „schnelles Rennen“, in denen der Schwierigkeitsgrad gewählt werden kann, zur Verfügung. In den Kampfrennen nie zu früh aufgeben, da es mit etwas Glück (beispielsweise befinden sich in den Kisten mit den Fragezeichen genau die RICHTIGEN Power-Ups) sehr wohl passieren kann, dass man in der letzten halben oder gar viertel Runde noch alle saftig überholt.

Interessantes Respawn-Verhalten: Gerät man in eine Sackgasse, kippt oder stürzt ab, stellt sich die Karre innerhalb kürzester Zeit wieder von selbst in Fahrtrichtung auf, damit man womöglich zwischen Käse und Kiwi noch eine Chance hat.

Aus der offiziellen Beschreibung im Store:

Unglaubliches Spielerlebnis und Grafik in Konsolenqualität!

Bei „Table Top Racing“ treten alle möglichen verrückten Fahrzeuge und Automobile in einer Welt gegeneinander an, die aus Rennstrecken auf Tischoberflächen mit übergroßen Hindernissen besteht.

– Mehrspielerrennen mit bis zu 4 Spielern
– 30 Erfolge
– 18 Ranglisten
– 10 aufrüstbare Fahrzeuge
– 8 unglaubliche Rennstrecken
– 4 harte Meisterschaften
– 30+ spezielle Events
– 6 einzigartige Spielmodi
– 9 ausgebuffte Powerups
– Synchronisierung von Speicherständen über iCloud
– Kompatibel mit iOS 6.0 und 5.0
– Native Resolution 3D auf allen unterstützten Plattformen

Mit einem unglaublichen Arsenal aus verrückten Waffen und hinterhältigen Powerups werden Fahrzeuge und Strecken durch eine auf jedes Pixel bezogene „AAA“-Produktion zum Leben erweckt. Der unwiderstehliche Mehrspielermodus ermöglicht es bis zu vier „Freinden“, sich über das Internet in süchtig machenden Schlachten mit hoher Oktanzahl zu stürzen und um den Spitzenplatz in den globalen Ranglisten zu wetteifern.

Die Spieler können auch Münzen gewinnen, Fahrzeuge aufrüsten, neue Fahrzeuge freischalten und ihr Waffenarsenal erweitern, um sich den Weg an die Spitze des Starterfelds freizuschießen. Durch die einfache, reaktionsfreudige Steuerung wird „Table Top Racing“ umgehend spielbar, mit superweichen Bildraten auf allen unterstützten Geräten, und somit zu einem atemberaubenden Rennspiel, das alle Handy-Gamer lieben werden.

Hinweis: iPhone 3GS/iPod 3rd gen werden nicht offiziell unterstützt.

(Entdeckte ich da nicht etwa irgendwo eine bunte Brio-Holz-Modelleisenbahn?) Noch eine letzte Ansichtskarte von Table Top Racing mit Stäbchen:

Der Nicht-Racer, der dick macht. Der für seine spitze Feder berühmte und stets äußerst kritische Stammgast im touchArcade-Forum, Gabrien, ist sauer wie eine unreife Zitrone und bringt es so auf den Punkt:

I think it’s worth recapping:

  • You aren’t allowed to brake.
  • You aren’t allowed to accelerate.
  • You aren’t allowed to choose when to drift.
  • You aren’t allowed to choose your own upgrades.
  • You aren’t allowed to look behind you in a race.
  • You aren’t allowed to keep the bonus coins you’ve earned in a race unless you also finish in a placing.

I don’t think this leaves much of a racing game really, but rather more of a left/right reaction test, very pretty, with a tremendous frame rate, and a transparently insulting IAP scheme.

Das Paradoxe ist: Er hat noch dazu recht (bis auf die IAPs, die ganz so schlimm nicht sind, und mit den Bonus-Coins hat sich etwas verbessert in einem späteren Update der Software)! Trotzdem ist Table Top Racing schlicht und ergreifend eines der besten 3D-Autorennspiele (inklusive Kart-Racer) im iOS App Store. (Was freilich nicht heißen soll, dass es keine guten Racer in dem Apfelsaftwareladen gibt.) Mir ist das verspielte TTR etwa lieber als das ernsthafte Need for Speed: Most Wanted (SUVs als Rennautos, würg; gekauft und nach einer halben Stunde gelöscht).

Ich betrachte das als eine gelungene und interessante Form der Zurückgenommenheit und des Minimalismus in einem Videospiel. Tatsächlich eine stark vereinfachte und auf das Wesentliche reduzierte Steuerung, dennoch ausgesprochen fesselnd, wenn man für das geschickte Nutzen der Ideal- und Kampflinie bei hohen Geschwindigkeiten etwas übrig hat. Beobachtungsgabe und Merkfähigkeit, Reaktion und Präzision sind gefordert. Lenktechnik pur. G’schmackig garniert mit ein wenig Glück (was ist in der ¿BOX?) und Blitz-Strategie beim Einsatz der Pick-Ups (Waffen und Bonuselemente).

Resümee. Ich kaufte Table Top Racing zum regulären Preis am Tag des Erscheinens, obwohl Kampf-Racer mit Waffen normalerweise nicht so mein Bier sind, und habe noch keinen einzigen Eurocent bereut. Wie gesagt, TTR hat nicht das irrwitzige Tempo und den Pfeffer von Asphalt 7: Heat (der ja auch eher ein typischer Spielhallen/Arcade-Racer ist), aber dafür andere charmante Vorzüge. Sehr vielversprechend für eine frühe Version. Fünf Sterne. Duftet nach frischem Rosmarin.

Große Ausnahme. Fast würde ich empfehlen, nicht die 89-€¢-Aktion abzuwarten, sondern Table Top Racing zum Familienpackungs-Vollpreis zu erwerben oder zu verschenken.

Erwäge sogar, von meinen Prinzipien und Gewohnheiten diesmal abzuweichen und ein paar von den „Top In-App-Käufen“ zu tätigen (NACHDEM ich die Karriere komplett durchgespielt habe), und zwar allein aus dem Grund, um den Entwickler zu unterstützen; es wäre das erste Mal, dass ich so etwas in Betracht ziehe. Der versprach nämlich (nachzulesen in der oben verlinkten tA-Diskussion), sich bei Erfolg von Table Top Racing eventuell um einen Future/Anti-Schwerkraft-Racer à la wipEout für iOS zu kümmern (die Ur-Version davon spielten wir tage-, wochen- und monatelang auf der PlayStation 2, – der einzige Combat-Racer, der für uns bisher in Frage kam)!

Und das sähe dann in etwa so aus (wipEout HD Fury-Video auf der Sony PlayStation):

(Lechz!) Also die Bitte an alle Fans gepflegter iOS-Racer: Kaufen, kaufen, kaufen. Weiterempfehlen. Verschenken. Bewertung und Rezension im iOS App Store hinterlassen. Guten Appetit bei all den Schmankerln, die da angerichtet sind!

Tischlein deck dich!

Dieser Beitrag wurde unter Befristete Aktionen im App Store, Die besten Spiele, iPad, iPhone, iPod touch abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Ab durchs Sushi: 3D-Kampf-Autorennspiel ‚Table Top Racing‘ (Universal Retina 16:9)

  1. Pingback: Post-apokalyptischer Roboterkampf ‚Epoch‘ (Universal Retina 16:9) | Rossau

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s