Die neue Generation der Wavetable-Synthese ‚Nave‘ von Waldorf Music (iPad Retina)

iPad Screenshot 1

Nave

TOPTIPP!

Superb klingender und hervorragend ausgestatteter Synth, der tatsächlich auch mit der Tastatur bedient wird (Texteingabe). Mit „Modulation der Rauschhaftigkeit.“ Bitte notieren – nur ein paar Highlights vorweg:

Core MIDI In/Out, MIDI Device Manager, skeuomorphistischer Vierspur-Recorder, WIST, MIDI Learn, Audiobus, Background Audio, Arpeggiator, BeatMaker & Sonoma Audio Copy/Paste-Support, 3D-Wavetable-Editing, fortgeschrittene Sprachsynthese (Eingabe über die iOS-Standardtastatur wie bei einer SMS), Modulationsmatrix mit zehn Strängen, Blades mit wählbarer Skala und optionalen Akkorden, bis zu drei X/Y-Control-Pads, Osc-Modul mit bis zu acht Überwave-Oszillatoren, polyphonisches Unisono und iTunes-Import/Export.

Vor wenigen Stunden erschienen! Einführungs-Aktion bis 18. Juni 2013: 10,99 statt 17,99 Euro. 192 MB. Ab iPad 2 und iOS 6.

Teaser-Video

Stilrichtungen: Geeignet für fast alles Elektronische. Nave spannt einen weiten Bogen von Breath-Ambience über Phat-Dubstep bis Classic-Trance. Persuasiv kraftvoll, schillernd klar, unheimlich atmosphärisch. Insgesamt ein klein wenig unterkühlt vielleicht. Gesellt sich mit Animoog, Alchemy, Addictive Synth und Sunrizer (= Links zu den entsprechenden Rossau-Blogpostings) zu den besten Wavetable-Synthesizern. Hat die Unmittelbarkeit von Animoog und die Tiefe von PPG WaveGenerator – ist allerdings wesentlich leichter und intuitiver zu bedienen als PPG, ein pures Vergnügen vergleichsweise.

Zitat aus der offiziellen Beschreibung im Store, außerdem gibt es weiter unten noch eingebettete Videos mit Klangbeispielen (sämtliche Demo-Videos bieten hervorragende Tonqualität, also Kopfhörer verwenden, die guten, oder eine PA-Anlage) und zwei Videos mit kurzen Anleitungen:

Nave ist ein Synthesizer mit einer erweiterten Wavetable-Engine, entwickelt von Waldorf-Chefentwickler 
Stefan Stenzel, NLog-Mastermind Rolf Wöhrmann und Design-Guru Axel Hartmann.

iPad Screenshot 2

Die Synthese-Engine wartet mit zwei neuartigen Wavetable-Oszillatoren auf, die alles Bisherige in den Schatten stellen. So kann das Spektrum unabhängig von der Tonhöhe transponiert werden, und die Waves werden periodisch bis rauschhaft wiedergegeben.

Insbesondere Klänge mit stark betonten Formanten lassen sich damit leicht erstellen, aus diesem Grund haben wir einen Sprachsynthesizer zur Erzeugung von Wavetables integriert. Nave kann damit singen und sprechen – bevorzugt auf Englisch.

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Die klar strukturierte Bedienungsoberfläche lädt sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene zum Experimentieren ein, dank des großzügigen Displays des iPads lassen sich Wavetables komfortabel erstellen und editieren.

Neben der Sprachsynthese können Wavetables auch mittels Analyse von Audiofiles erstellt werden. Durch Stauchen, Strecken, Drehen und Schieben im Spektralbereich lassen sich Wavetables verfeinern und verfremden.

iPad Screenshot 4

Zu den bekannten Wavetables aus Microwave, Wave und Blofeld sind einige neue dazugekommen, die reichlich Gebrauch von den neuen Möglichkeiten machen.

Neben den Waves steht ein Oszillator-Modul mit Überwave-Funktion zur Verfügung, mit dessen bis zu acht verstimmten Oszillatoren sich jeder Sound nach Belieben anfetten lässt. Das Filter besticht durch den gewohnt hervorragenden Waldorf-Sound und bietet Tief-, Hoch- und Bandpass mit jeweils 12db und 24db Flankensteilheit.

Weitere Auszüge vom Originaltext weiter unten im vorliegenden Rossau-Blogposting. Die beeindruckende Demo sagt jedenfalls mehr als tausend Worte und ist eine Unterbrechung wert:

Video mit Klangbeispielen: PHATTEST!

(„The video features Nave sounds, with no external FX or external processing. All sound examples were directly recorded in Nave’s 4 track recorder.“)

Ein Rossau-Kurztest (bin mit knapp über der Hälfte der Presets durch) am iPad 4 und iPad 3 mit Referenzkopfhörern von Sennheiser/AKG sowie einer PA-Anlage von JBL ergab: Exzellenter Sound! Allerdings – wenn auch selten – leise Knackser (kurze Störgeräusche) selbst am iPad 4, wenn Propellerhead Figure gleichzeitig via Audiobus läuft. Sobald Figure geschlossen wird, klingt Nave wieder stundenlang völlig störungsfrei.

Nie gehörte Töne. Durchaus mit Blofeld zu vergleichen. Höchst erstaunlich für eine Versionsnummer 1. Erstklassige Präsentation, durchdacht bis ins allerkleinste Detailchen – allein schon die kurze Animation beim Programmstart („Flug über das Studio“). Bin ganz hingerissen. I am Nave!

Die „optisch/grafische“ Manipulation der Wavetables ist tatsächlich sensationell (Spectrum Editor)! Das Design der App stellt gleichermaßen ein ganz besonderes Schmankerl dar. Äußerst mobile und kabellose Hightech im frühen dritten Jahrtausend. PUR!

Einige der zahlreichen Preset-Sounds klingen ein wenig kühl, aber es braucht nur ein paar Tweaks, um eine gewisse „Animoog-Rundheit“ zu erreichen (die Preset-Autoren machten offenbar wenig Gebrauch vom „Blade“-Feature). Am iPad 3 gibt es manchmal kleine Ruckler in den Grafik-Animationen (Sound störungsfrei), und manche Patches brauchen eine Weile, bis sie geladen sind.

Einfachst und intuitiv zu bedienen. Es ist absolut keine musikalische Vorbildung vonnöten, um innerhalb von Minuten total aberwitzige Geräusche (Donnergrollen, kristallklare Glöckchen, von mir aus Klingeltöne) produzieren zu können. Man hat das Gefühl, um einen Zehner plus ein paar Zerquetschte zu einem hundertmal teureren Synth gekommen zu sein. Ein wahrer Augen- und Ohrenschmaus!

Video-Anleitung: Programming a Nave Sound in 120 seconds

Die Waldorf Electronics GmbH wurde 1988 gegründet. Die Firma steht in keiner Weise mit den Waldorfschulen in Verbindung, sondern ist vom Gründungsort Waldorf (Rheinland-Pfalz) abgeleitet. Die Waldorf Electronics GmbH hatte ihren Unternehmenssitz zunächst im kleinen Eifelörtchen Waldorf, später im Schloss Ahrenthal.

Im Sommer 2006 wurde die neue Waldorf Music GmbH offiziell gegründet.

Weiter mit der aus dem App Store kopierten und vom Hersteller verfassten Beschreibung von Nave:

Selbstverständlich ist Nave vollständig MIDI-kompatibel und bietet Core MIDI In/Out. Im MIDI-Device-Manager stehen zudem externe Hardware und virtuelle Verbindungen zur Auswahl. Damit lassen sich dann auch ohne Probleme Sounds zu MIDI-Clock oder WIST synchronisieren.

Dank Audiobus-Unterstützung und Background-Audio ist Nave bestens für den professionellen Einsatz gerüstet. Aufnahmen sind mit dem integrierten Vierspur-Recorder mit Clip-basierter Editierung möglich.

iPad Screenshot 5

Die Drive-Sektion bietet neben verschiedenen Kennlinien auch die Möglichkeit, die Verzerrung im Signalweg zu positionieren: Vor oder hinter dem Filter, oder als Summeneffekt vor oder hinter dem Equalizer. Wer krachende Brachialsounds filigranen Wavetable-Sweeps vorzieht, wird hier auf seine Kosten kommen.

Neben der Klaviatur lässt sich Nave auch über Blades spielen, die neben 
der dynamischen Triggerfunktion polyphone 
Modulation durch Gleiten der Finger in X- oder Y-Richtung erlauben. Die Effektsektion besteht aus Phaser, Delay, Chorus, Delay und Reverb sowie einem parametrischen Equalizer und einem Kompressor.

Zur Aufnahme steht ein Vierspur-Recorder zur 
Verfügung.

Spezifikation pro Stimme

  • Zwei unabhängige Wavetable-Generatoren
  • Osc-Modul mit bis zu acht Überosc-Oszillatoren, Sägezahn, Dreieck, PWM sowie weisses und rosa Rauschen
  • Zwei Ringmodulatoren
  • Multimode Filter mit LP,BP und HP, jeweils 12 oder 24 dB
  • 3 Envelopes
  • 2 LFO
  • Modulationsmatrix mit 10 Modulationssträngen
  • Drive mit einstellbarer Verzerrungskennlinie, Stärke und Position

Effekte

  • Modulations-Effektauswahl mit Chorus, Flanger oder Phaser
  • Delay
  • High Quality Reverb
  • Dreiband parametrischer Equalizer
  • Kompressor

Video-Anleitung: Nave Teach Speaking Tutorial

Zusätzliche Features

  • Keyboard mit einstellbarer Größe, Scrolling oder Glissando
  • Blades mit wählbarer Skala und optionalen Akkorden
  • Polyphonische X/Y-Finger-Modulation auf Klaviatur und Blades
  • Modulation-Wheel und Pitch-Bender
  • Bis zu 3 X/Y-Control-Pads
  • Vierspur-Recorder mit Clip-basierter Editierung
  • Core MIDI in/out
  • MIDI Device Manager für externe Hardware und virtuelle Verbindungen
  • Synchronisierung zu MIDI Clock oder WIST
  • MIDI Learn
  • Audiobus-kompatibel
  • Background Audio
  • Arpeggiator
  • Polyphonisches Unisono
  • Sprachsynthesizer für Wavetables
  • 3D Wavetable Editing
  • Erstellen von Wavetables aus Audiomaterial
  • BeatMaker & Sonoma Audio Copy/Paste-Support
  • Patch-Management mit Kategorien und unlimitierten User Banks
  • Import/Export Audio und Sounds von iTunes

Ende des Zitats. Hier noch ein Rossau-Screenshot aus dem Nave-Handbuch (77 Seiten) – nicht zuletzt deshalb ideal für blutige Anfänger (auch wenn’s manchmal ein wenig kompliziert klingt):

nave-handbuch-exzerpt

Und noch ein Video. Mit dem Recorder kann man scratchen!

Und ausnahmsweise hört sich die Scratcherei so ganz gut an. Spitze sogar!

Wieso behaupte ich stets, die iOS-Geräte (besonders die iPads) seien die preisgünstigste Hard- und Software-Plattform für professionelle elektronische Musiker? (Und zwar nicht nur „Einsteiger“-Plattform und nicht nur „äußerst mobil“.) Dieses Forumsposting von Hx bringt es glatt auf den Punkt:

  • Korg MicroKey 37-Key USB Midi Controller $89.99
  • Korg nanoPAD2 Slim-Line USB Pad Controller $59.99
  • Korg nanoKONTROL2 Slim-Line USB Control Surface $58.05 (above are today’s Amazon prices US$)
  • iPad mini $329.00
  • USB hub, CCK, MIDI I/O $60

All for under £400… well, the £7,99 app might push it over.

At Google I/O they just reinforced again, for the third consecutive year, that Android sucks and will always suck for professional audio.

(Sorry. Could not resist. Es gibt ja – wie Stammgäste gewiss bestätigen können – nur äußerst selten fragmentiertes Google/Samsung/Android-Bashing hier im Rossau-Blog über iPhone, iPad und iPod touch, aber diesmal ist es wirklich angebracht.)

Profi-Sound-Apps wie Waldorf Nave und Galileo Organum nur die allerjüngsten Neuzugänge zu nennen, zusammen mit dem praktischen Waveform-Streaming-Service Audiobus, iOS 7 (neues Ausstattungsmerkmal: Inter-App Audio) und Hightech-Spielen wie Asphalt 8: Airborne können einen über unsere iGeräte richtig ins Schwärmen und Schwelgen geraten lassen…

  • Rossau-Kategorie iOS Musik- und Geräuschproduktion – über hundert hochqualitative Software-Applikationen für batteriebetriebene Virtuosen und KomponistInnen, Effektsound- und Klingeltonproduzenten 🎵
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Eine Antwort zu Die neue Generation der Wavetable-Synthese ‚Nave‘ von Waldorf Music (iPad Retina)

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