Apple eröffnet Perspektiven auf iOS 7

ios-7-logoAnlässlich der alljährlichen Veranstaltung für Softwareentwickler Worldwide Developers Conference 2013 in San Francisco hatten Apple-CEO Tim Cook und seine hochrangigen Mitarbeiter ihre vielbeachteten Auftritte.

[Rossau Blogposting Aktualisierung] iOS 7 wird am Abend des Mittwoch, 18. September 2013, erscheinen. [Ende der Aktualisierung]

Es folgt eine in fünfzehn Minuten lesbare Zusammenfassung der wichtigsten iOS-relevanten Neuigkeiten. Das Blogposting wurde am 15. September 2013 aktualisiert – besonders ganz unten die weiterführenden WWW-Hyperlinks.

„Die größte Überholung des Betriebssystems seit dem Erscheinen des iPhones.“ So beschrieb es Cook in seinem Vortrag.

Ein grafisch komplett frisch gestaltetes Betriebssystem (iOS), Versionsnummer 7, reduzierte Darstellungen und neuer „flat“-Look mit transparenten Elementen. Dennoch sollen sich die User sofort zurechtfinden. Die Ordner am Homescreen bieten mehrere Icon-Seiten, in denen man weiterblättern kann.

ios-7-homescreen

Wird das iPhone bewegt, ändert sich das perspektivische Verhältnis der Layer (Folien) zueinander: Vordergrund (etwa Benachrichtigungen oder Control Center), Icons-Ebene und Hintergrundbild. Das ergibt einen netten 3D-Effekt (siehe eingebettetes Video weiter unten). Die Icons scheinen zu schweben, man kann quasi hinter sie blicken. Verleiht den „flach“ gewordenen Standardelementen (Icons, Schalter…) einen Eindruck von Tiefe im Hintergrund.

Stark verbessert und gründlich aufpoliert werden die folgenden Standard-Apps und Ausstattungsmerkmale:

  • Wetter – animiert
  • Game Center – kein grüner Spieltisch mehr, kein Skeuomorphismus
  • App Store – übersichtlicher, neue Funktionen
  • Benachrichtigungen – erreichbar vom Sperrbildschirm, bessere Synchronisation
  • Erinnerungen – stark erweitert mit Optionen wie „erinnere mich in 15 Minuten“, „als erledigt markieren“, „zeige Erinnerungen“…
  • Kamera-App – Wechsel zwischen Video, Foto, Panorama und quadratischem Seitenverhältnis; Filter in Echtzeit im Sucher; 60-fps-Video (somit sind hochqualitative Zeitlupen möglich); Zoom während Videoaufnahmen
  • Fotos-App – Metadaten für Sortierungen verwenden, etwa „Moments“
  • Fotostream – nun auch mit iCloud-Video-Sharing
  • Musik-App – Darstellung; iTunes Radio vorerst nur in den USA
  • Siri – neue Befehle wie „Bluetooth einschalten“ und „Helligkeit erhöhen“, neue Stimmen, nun auch eine männliche
  • Mein iPhone/iPad/iPod touch finden – Sicherheits-Features
  • Kontakte – direkt Textnachrichten an Mobilnummern senden
  • Karten – erweiterte Fußgängernavigation, Nachtmodus, Lesezeichen-Sync
  • Mail – verbesserte Suche und „intelligente Postfächer“
  • Nachrichten – Unterstützung von langen MMS
  • Multitasking – neue Optik und Technik, es mögen mehrere Apps auf einmal beendet werden, funktioniert auch in Landscape-Ausrichtung (Breitbild, horizontales Querformat)
  • Via FaceTime können auch reine Audio-Gespräche geführt werden, FaceTime wird zur separaten App, vorher war das Kommunikations-Dienstprogramm in die Telefon-App eingebaut
  • Das Icon der Uhr zeigt am Homescreen die richtige Uhrzeit an
  • Sicherheit, Management, Konfiguration… Viele neue Features für Business-Umgebungen
  • Weitere und verbesserte Integration mit OS X (neu: Version 10.9 „Maverick“)

Neu: Control Center. Wichtige und oft benötigte Systemeinstellungen wie Flugmodus, WiFi, Bluetooth, Helligkeit, Lautstärke, AirPlay, AirDrop, Taschenlampe, Kamera, Rechner, Zeitschaltuhr und Player-Steuerung sind jederzeit durch eine Wischgeste von unten erreichbar, sogar vom Sperrbildschirm aus. Funktioniert auch in Landscape-Ausrichtung (Breitbild, horizontales Querformat). Screenshots oben: Control Center und Fotos-App.

App-Updates laufen unbemerkt im Hintergrund ab und passen sich den Eigenschaften der zur Verfügung stehenden Netzwerke an. Es gibt aber auch eine Option, das nach wie vor manuell durchzuführen wie bisher.

Safari: Erneuerter Vollbildmodus (auch in Hochkant-Ausrichtung) und eine Art horizontale Cover-Flow-Darstellung der Tabs, die nicht mehr auf acht limitiert sind. Zugriffskontrolle, iCloud Keychain (Kennwortmanager ähnlich wie die Dritthersteller-App 1Password). „Do not track“-Option. Kennwortgenerator (wie in OS X).

AirDrop: Bereits von OS X bekannt. Fotos und anderes mit Personen teilen, die sich in der Nähe aufhalten und ebenfalls ein iOS-Gerät besitzen. Systemweit einsetzbar mit allen Apps, die das unterstützen. Kein Bump mehr nötig (s. Rossau-Blog über diese Methode der Datenübertragung). Nur für die jüngsten iOS-Geräte. Oben sichtbar: AirDrop und die Nachrichten-App mit der neu designten Standardtastatur.

iOS in the Car: Verbesserte Steuerung, eingebaute Bildschirme bestimmter Automarken werden unterstützt, iOS-Karten und Navigation mit akustischen Befehlen (Spracheingabe). Man kann die Hände am Lenkrad und die Augen das Verkehrsgeschehen beobachten lassen.

Inter-App Audio. Wichtig für digitale Musiker! Offizielle Angaben von Apple (Link zur Quelle):

Now your apps can make beautiful music together. With Inter-App Audio, apps can register their audio streams to share with other apps. For example, a series of apps could publish audio streams of instrument tracks while another uses the combination of these streams to compose a song. Inter-App Audio also provides for MIDI control of audio rendering, remotely launching other registered Inter-App Audio apps and more.

Ergänzt oder ersetzt das die Audiobus-Schnittstelle? Interessante Artikel darüber bei discchord.com:

  • Inter-app Audio Again; daraus: „Note that although this does mean Audiobus will loose its monopoly, it does not lose its uses.“
  • Inter-App Audio Developer Impressions (12. Juni 2013); zitiert wird das Audiobus-Team: „While we can’t talk specifics, as we’re bound by Apple’s Non-Disclosure Agreement, we believe Audiobus is going to continue to be a valuable member of the community, bringing music apps and devices together. We’ve got big plans, and we look forward to sharing the results with you!“ Audiobus soll in Zukunft also auch zwischen iOS-Geräten streamen (und nicht nur zwischen Apps), was die neue Apple-Schnittstelle unter iOS 7 wohl (noch) nicht kann.
  • Details über Audiobus hier im Rossau-Blog.

Screenshots oben: Multitasking-Darstellung mit einer Vorschau der im Hintergrund laufenden Apps (statt nur Icons wie bisher) und Kamera-App. (Seufz… Werden da auf Apples Foto etwa wieder einmal 16:9-Videos in Hochkant-Ausrichtung gedreht?!)

Es wurden nur die zehn wichtigsten neuen Features auf der Veranstaltung besprochen. Weitere waren auf dieser Tafel zu erkennen:

ios-7-additional-features

Außerdem wurden ein paar der neuen Softwareschnittstellen des SDK kurz angedeutet, in den nächsten Wochen und Monaten wird es bestimmt mehr darüber zu hören und sehen geben:

ios-7-sdk

Beta-Versionen der neuen Betriebssystemversionen (iOS + OS X) stehen Softwareentwicklern ab sofort zur Verfügung (die iPad-Version etwas später). Für die Allgemeinheit ist es dann im Herbst soweit, über den Preis gab es keine Informationen. Unterstützt werden iPhone 4 oder jünger, iPad 2 oder jünger, iPad mini und der iPod touch der fünften Generation.

Offizielles Video (7:35)

Als neue Hardware wurde ein runder Mac Pro mit Thunderbolt 2 und USB 3 angekündigt, der wie ein Zylinder, eine Röhre oder eine große Dose aussieht (Artikel bei MacRumors, ein Achtel der Größe vom Vorgängermodell, kann drei 4K-Displays gleichzeitig ansteuern, hergestellt in den USA). Originalton Marketing-Vizepräsident Philip W. Schiller: „Can’t innovate anymore, my ass!“ Weiters gab es ein MacBook Air mit längerer Akku-Laufzeit und schnellerer Grafik zu sehen, sowie AirPort Extreme und Time Capsule mit neuer Technik. (Quelle sämtlicher Abbildungen in diesem Blogposting bisher: Apple.)

Weiterführende Informationen und Details im Internet

Habakuks Kommentar

Diesmal mehr solide Evolution statt Revolution, garniert mit ein paar Hightech-Schmankerln wie „Inter-App Audio“ und dem faszinierenden „3D-Look ohne Brille“.

Inwieweit sich das neue iOS-Design auf die einfache Bedienung auswirkt (schließlich hatte der Skeuomorphismus ja auch eine praktische und plakative Erkennungsfunktion), wird sich erst weisen. Aber ich bin da ganz zuversichtlich. Für absolute Anfänger in Sachen Touch-Bedienung (gibt’s die überhaupt noch?) mag es auf den ersten Blick vielleicht ein ganz klein wenig undurchschaubarer werden.

Kurz – wie schon so oft: Alles bleibt besser. 

Humor

Kritiker bemängeln, das neue Design der Icons sähe so aus, als hätten es Achtjährige gestaltet. Dieses Foto (Quelle: MacRumors Forum über die jüngsten Hardware-Gerüchte) dramatisiert noch raffiniert die Wirkung – ein Billigst-iPhone würde gut zu iOS 7 passen, meint man zynisch:

iphone-5s-macrumors

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