Historisches Musikinstrument, Mellotron-Simulator ‚Manetron‘ (iPhone + iPad) [Blogposting-UPDATE]

Die beiden folgenden WWW-Hyperlinks ins iOS App Store
sind nur noch bis Ende Februar 2013 gültig, bitte weiterlesen:

Manetron MarkII : Mellotron Simulator
iOS iPad, 57 MB, Preis bisher: 4,49 €

Manetron : Mellotron Simulator
iOS iPhone, 37 MB, Preis bisher (seit Mai 2009): 2,69 €

Bildquelle: Wikipedia

Bildquelle: Wikipedia

TIPP! Das Vorbild (ein antikes Sampling Keyboard, Vorgänger des Synthesizers) war und ist sehr populär und wurde in berühmten Songs eingesetzt, etwa…

  • „In the Court of the Crimson King“ und „Red“ von King Crimson
  • „The Rain Song“
  • „Strawberry Fields Forever“ von den Beatles
  • „Fragile“, „Close to the Edge“ und „Tales From Topographic Oceans“ von Yes
  • „Trespass“ und „…And Then There Were Three…“ von Genesis

Die Apps geben – neben den in hoher Qualität gesampleten PCM-Sounds – auf Wunsch die charakteristischen Betriebsgeräusche dieser skurrilen Instrumente (tape rewind) wieder.

Im folgenden Video versucht sich jemand mit Genesis’ „Watcher Of The Skies“ (mehr zu dem Stück samt Originalaufnahme weiter unten) auf iPad und Manetron Mark II:

Offensichtlich wurde der Support für die Software eingestellt, weil ein neuer Mellotron-Simulator (mit CoreMIDI-Unterstützung) kurz vor der Veröffentlichung *) steht. Die alten (und ganz oben im vorliegenden Rossau-Blogposting verlinkten) Apps sind bis Ende Februar 2013 kostenlos erhältlich und werden dann aus dem Store entfernt! (Bitte an Musikproduzenten weitersagen!) [Edit März 2013: Diese Frist wurde offenbar bis auf Weiteres verlängert. Aber inzwischen gibt es eine neue Universal-App, bitte unbedingt weiterlesen!]

Nun noch ein längeres, aber sehr interessantes Zitat aus der Wikipedia mit illustrierten technischen Details über diese Tonkopf-Harmonika, ein Bildschirmfoto der Einstellungen am iPhone, vier themenbezogene Videos und Informationen zum neuen Super Manetron:

Original-Seriennummer des zugrunde liegenden Mellotrons: 714; Sound „MarkII Brass“ nur in der iPad-Version. Abbildung vom Serienschild mit den Schaltern, oben rechts geht’s (Zahnradsymbol) zu den Einstellungen, wo die verschiedenen Instrumentensounds den Tonbandrahmen und -spuren zugewiesen werden können.

super-manetron-homescreen-icon-ios*) [Rossau Blogposting Aktualisierung 24. Feb. ’13. Soeben erschienen: Super Manetron (= Link ins iOS App Store), um 50 Prozent ermäßigt bis zum nächsten großen App-Update (inklusive Beförderung zur Universal-App) im zweiten Quartal 2013 = 3,59 € statt 6,99.

Kurztest: Nette Animation der Tonbandstreifen- und Rückholfeder-Apparatur (Pfeil links/mittig am Keyboard nach oben schieben); daran ist zu erkennen, wie lange der Ton noch anhalten wird. Cooler Stereo-Nachhall-Effekt zuschaltbar. Seriennummer des Originals diesmal: 761.

[Blogposting Zwischenaktualisierung 21. Juli 2013: Neue Version 1.2 mit Audiobus-Support! Die App Super Mantetron ist wieder in Aktion. Rossau-Blogposting über Audiobus.]

Abbildung von Super Manetron aus dem iOS App Store:

Sieben Instrumente können in die virtuellen Tonbandrahmen (Frames) eingefügt werden: Flöte, drei Violinen (Strings), Cello, Oboe, achtstimmiger Chor, Vibraphon (Wikipediaklingt wirklich g’schmackig mit ein bisschen Hall), Blechbläser. Pitch-Effekt (Tonhöhenschwankungen) über Kippbewegungen des iOS-Geräts zuschaltbar (wird dieser Effekt ganz zart eingesetzt, kann man die ungleichmäßig laufenden Motoren ausgemergelter Tonbandmaschinen nachempfinden; typisch für dieses Instrument).

Die blassen Quadrate über dem Keyboard sind Funktionsschaltflächen: Optionen, seitliches Tastatur-Scrollen oder -Feststellen, breite oder schmale Tasten. In den Optionen/Einstellungen kann dort, wo auf der Breitseite die Griffflächen erscheinen, seitlich weitergeblättert werden (kurze Wischgeste von links nach rechts).

Darstellung aus dem iOS App Store: Virtuelles Typenschild am neuen Super Manetron:

Das Umschalten der Frames geht etwas umständlicher als bei der alten iPad-Version (mal sehen, was die Universal-App dann diesbezüglich bieten wird [Edit März 2013: die App wurde inzwischen zur Universal-App befördert und diesbezüglich optimiert]), jedenfalls WESENTLICH einfacher als am elektromechanischen Vorbild (s. Video unten). Wird die untere Tastatur (schmale Tasten) mit etwas Geschick verschoben, stehen sämtliche 35 virtuellen Tasten zur Verfügung. Das Zusammenspiel von zwei Tonspuren ist möglich, wenn der A/B/C-Auswahlschalter auf Zwischenpositionen gestellt wird.

Multi-Touch mit mehr als fünf Tasten gleichzeitig wird unterstützt, sogar bis zu zehn habe ich trotz aktivierter iOS-Multitasking-Gesten (Rossau-Bericht) – nur tappen, nicht wischen – geschafft. Die iOS-Multitasking-Gesten sind bei „ernsthaften“ Darbietungen an der virtuellen Manetron-Klaviatur doch besser abzustellen (falls mehr als drei Tasten gleichzeitig verwendet werden sollten).

MIDI vorerst ungetestet (das dürfte sämtliche eventuellen Klaviaturprobleme lösen), MIDI Implementation Chart beim Hersteller. 16:9-Unterstützung. Köstliches Homescreen-Icon. Geprüft mit Referenz-Kopfhörern (Sennheiser, AKG). Super Manetron ist ein glatter TIPP für Musiker mit Nostalgieempathie. Rossau Blogposting Aktualisierung Ende.]

Zitat aus der Wikipedia:

Das Mellotron (aus rechtlichen Gründen später Novatron genannt) ist ein elektromechanisches Tasteninstrument.

Das Mellotron ist die Urform des Samplers und arbeitet mit 3/8 Zoll breiten, mit drei Spuren bespielten Tonbändern. Jeder Taste ist dazu ein eigener Tonbandstreifen zugeordnet, der beim Druck auf die Taste über einen Tonkopf abgespielt wird. Wird die Taste losgelassen, wird das Tonband schnell über eine Feder in seine Ausgangsposition zurückgezogen.

Ein Mellotron (bzw. Novatron) kann auf Magnetband aufgezeichnete Klänge spielbar auf einer Klaviatur wiedergeben. Typische, vom Hersteller auf den „Bandrahmen“ mitgelieferte Klänge waren Flöte, Violinen, Bläser und Chöre. Man konnte aber auch Klangaufzeichnungen nach eigenen Wünschen anfertigen lassen.

Foto von der komplizierten Elektromechanik im Inneren des Instruments. Die Hand ergreift gerade den Bandrahmen, im Hintergrund das Rad für den Motor-Riemenantrieb, in der Mitte (von den Bändern verdeckt) die Reihe mit den zahlreichen Tonköpfen, gleich links davon die Tonband-Antriebswelle (Bildquelle Wikipedia):

800px-Changing_the_tape_cartidge_on_the_Mellotron

Auf jedem Bandstreifen liegen drei Tonspuren nebeneinander, die durch Verschiebung des Tonkopfes ausgewählt werden können. Zwischen drei Klängen kann daher während des Spielens schnell gewechselt werden.

Um zu gewährleisten, dass der Klangverlauf einer Aufzeichnung (also vom Toneinsatz bis zum Ausklingen) mit jedem Tastendruck wieder erneut exakt von vorn einsetzt, wurden als Bänder keine Endlosschleifen eingesetzt (bis auf einige Ausnahmen von Eigenbaugeräten und dem Birotron), sondern Bandstreifen in einem Rahmen, die beim Loslassen der Taste durch einen ausgeklügelten Feder- und Rollenmechanismus wieder in ihre Ausgangsposition zurückschnappten. Ein Dauerton war somit nicht möglich (max. ca. acht Sekunden), dafür aber perkussive Klänge, Bläser, Klaviere, Gitarren usw., also die jeweiligen Anblas-, Zupf- und Anschlagcharakteristika der aufgezeichneten Instrumente.

Die nächsten Abbildungen aus der Wikipedia. Funktionsprinzip bei freier und gehaltener Taste:

Schematic_of_a_mellotron.svgMellotron2

Das Mellotron wird immer noch zur Filmvertonung eingesetzt. Dazu sind vom Hersteller zusammengestellte Geräusche, Klangeffekte und Hintergrundatmosphären auf die dreispurigen Tonbänder aufgenommen worden.

Durch entsprechende Bedienung der Tastatur lassen sich sogar recht aufwendige Geräuschkulissen in Echtzeit verwirklichen, was beim Synchronisieren sehr von Vorteil ist. Fast alle amerikanischen und englischen Filme der Schwarzweiß-Ära wurden mit dem Mellotron synchronisiert, was man an dem typischen Leiern der immer gleich klingenden Telefonklingel bei den Krimis hören kann.

Soweit der (sowohl gekürzte als auch erweiterte) Artikel aus der Wikipedia. Settings-Bildschirm von der iPhone-App:

Video: Paul McCartney – Mellotron Jam (anderes Modell):

(Leider etwas zittriges) Video vom Innenleben und der Funktionsweise des Vorbilds:

Noch ein Zeitdokument (wieder das andere Mellotron-Modell):

Als Vergleich zum (s. ganz oben) auf dem iPad wiedergegebenen Genesis-Song hier das Original-Mellotron (gut zu vernehmen ist auch das Motoren-Betriebsgeräusch):

Als Ergänzung und Ausklang unserer kleinen Siebzigerjahre-Reminiszenz die komplette Original-Musiknummer „Watcher of the Skies“ von Genesis, sicher eines der schrägsten Stücke der britischen Rockband (Wikipedia), gut remasterte Aufnahme (nur-Sound-Video):

Und noch ein Clip. Junichiro Yamasaki: Super Manetron mit iRig-Keyboard, Pocket Guitar, Guitar, iLectric Piano, Hersteller von Super Manetron & Pocket Organ C3B3. Koya Matsuo: Vocal, Chorus:

About these ads
Dieser Beitrag wurde unter Computermuseum, iOS Musik, iPad, iPhone, iPod touch abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s