Online-Datenschleuder mit Bodycheck, Files zu Smartphones & Computern schicken (und vice versa): ‚Bump‘ (16:9)

Direkter WWW-Hyperlink zur App
im iTunes/iOS App Store (klick/tap):

Bump

Die bekannte und beliebte File-Sharing-App Bump (gratis, deutschsprachig, 5,6 MB, ab iOS 4.3) debütierte im App Store 2009 und funktionierte bisher nur mit Smartphones. Neu: Um Dateien vom iOS-Gerät einem Computer (Mac oder PC) zu übermitteln, braucht man nur dessen Leertaste (im Web-Browser muss http://bu.mp aufgerufen sein) mit dem iPhone anzustubsen.

Keine USB-, Bluetooth- oder WiFi/WLAN-Verbindung vonnöten (jedoch zumindest eine Mobilfunk-Verbindung). Wirklich extrem einfach und technisch hochinteressant!

Es folgen ein kurzer Erfahrungsbericht und Sicherheitshinweise, Bildschirmfotos und ein Video.

Nachdem es Scalado PhotoBeamer leider nicht mehr gibt (s. Rossau v. Mai 2012: iPhone-Fotos sofort & überall in jedem Browser darstellen: ‚Scalado PhotoBeamer‘), verspricht das gerade erst mit neuen Ausstattungsmerkmalen aktualisierte Bump ähnliche Funktionen.

Es folgt ein Zitat aus der offiziellen Beschreibung:

NEU: Bump funktioniert nun auch mit Computern! Fotos, Videos, Dateien, einfach alles. Gehe zu http://bu.mp über den Internetbrowser deines Computers.

NEU: Teile Dateien auf deinem Gerät mit einem einzigen Schubser!

Verwende Bump™, um Kontaktinformationen, Fotos, Videos und Dateien zu teilen, indem einfach zwei Handys aneinandergeschubst werden. Öffnet einfach Bump, haltet eure Handys und schubst eure Hände leicht aneinander, – Bump erledigt auf magische Weise den Rest.

  • SYNCHRONISIERE DEINEN COMPUTER: Besuche http://bu.mp auf deinem Computer und schubse die Leertaste an, um Fotos, Videos und Dateien weiterzuschubsen
  • TEILE KONTAKTE: Teile deine Kontaktinfo; verbinde dich mit sozialen Netzwerken
  • TEILE FOTOS: Teile Fotos und Videos mit Freunden und Familienmitgliedern
  • TEILE DATEIEN: Teile Dateien oder Dokumente, die auf deinem Gerät gespeichert sind
  • SYNCHRONISIERE GERÄTE: Verschiebe Kontakte, Fotos und Dateien zwischen deinen Geräten

Bei mehr als 100 Millionen Downloads weltweit kannst du Bump mit all deinen Freunden verwenden! Bump funktioniert plattformübergreifend auf iPhone, iPod, iPad und den meisten anderen modernen Mobiltelefonen.

Die Firma Bump Technologies Inc. (Wikipedia) lebt offenbar von gelegentlichen Werbespots auf der Homepage und fiel mir persönlich nicht negativ auf. Keine Registratur vonnöten, jedoch sollte man einen Blick auf die ausführlichen Datenschutzbestimmungen werfen, immerhin müssen der App am iPhone und Computer alle möglichen Zugriffsrechte gewährt werden. Eine Zusammenfassung bietet der Hersteller auf der weiter unten verlinkten FAQ-Seite (hier das Zitat):

When we built Bump, our number one priority was creating the best possible user experience we could. Security of your personal information is a huge part of that experience. With Bump *you* are in control of deciding with whom you share your information. You don’t have to worry about anyone being able to access your information unless you physically bump your phone with someone else’s. Finally, we will never share any of your personal information with any third parties. Please see our privacy policy for more details. Our systems are 100% encrypted end-to-end.

Ich habe das mit ein paar Fotos, Videos und Musikstücken via iPhone 5 und MacBook Pro Retina (und dem Windows-Computer einer Security-Firma) ausprobiert, und es funktioniert ganz ausgezeichnet.

Mit den eigenen und fremden, privaten Kontakte-Daten bin ich persönlich – trotz der Versicherungen seitens des Third-Party-Herstellers – eher vorsichtig und zurückhaltend. Der „körperliche Kontakt“ mit Androiden – also Smartphones, auf denen die Android/Google-Version von Bump installiert ist – klappt laut Hersteller und Erfahrungsberichten von Usern zwar auch, aber ich habe da aus reinen Sicherheitsgründen vorerst keinerlei Bedarf an einem kuschelähnlichen Verhältnis.

Im „Wähle-Dateien“-Dialog gibt es einen Dropbox-Ordner (wird ein solcher Account verwendet, vertraut man die Zugangsdaten offenbar auch der Firma Bump Technologies an; ungetestet). Videos müssen kleiner als zwanzig Megabyte sein, es folgen zwei Rossau-Bildschirmfotos:

bump-dateiauswahl-iphonebump-auswahl-videos-iphone

Für meinen Geschmack muss man die vielgeprüfte Leertaste etwas zu heftig mit dem iPhone „bedienen“/bumpen (eine Bestätigung erfolgt fühlbar durch die Vibrator-Funktion des iPhones), – um Beschädigungen oder Kratzer zu vermeiden, sollte man vielleicht einen Finger dazwischenhalten (oder ein Case benutzen), wie im (hier im vorliegenden Rossau-Blogposting ganz unten eingebetteten) Video vom Hersteller ersichtlich. Die breiten (an preisgünstigen Notebookmodellen mithin dennoch filigranen) Space-Tasten halten konstruktionsbedingt stets am meisten aus, wenn man sie möglichst in der Mitte bumpt/trifft.

Im Web-Browser am „großen Computer“ wird ebenfalls die Standortbestimmung abgefragt (mit entsprechender Sicherheitsabfrage von OS X, die kann man ruhig auf der Standardeinstellung „für einen Tag“ belassen), und es gibt eine Sicherheitsmeldung „Connect with iPhone 5 mobile device? (We’ll just ask you this time.) No/Yes“ im Browser, die abgenickt werden muss. Siehe Rossau-Bildschirmfoto vom Mac:

bump-connect-abfrage-webbrowser

(Hilfe! Schon wieder ein Androide!) Gleiches am iPhone:

bump-iphone-verbinden-abfrage

Danach erfolgt zuverlässig die Dateiübertragung, hier der „Dateimanager“ im Web-Browser auf der bu.mp-Page nach Fertigstellung von ein paar Transfers:

bump-browser-webpage-dateien-erhalten

Ein Klick/Tap auf „Download“ verfrachtet die Datei flugs ins OS-X-Downloads-Verzeichnis. „Share“ blendet einen „shareable link“ zu der Datei ein:

bump-sharable-link-webbrowser

Und schon ist’s vorbei mit Privacy und Datensicherheit. Im Klartext: Wer diese bu.mp-URL veröffentlicht, braucht sich auch nicht zu wundern, dass jeder, der die Adresse kennt und einen Web-Browser bedienen kann, auf diese Datei zugreifen kann. Andererseits bin ich noch nicht genug in die Materie eingedrungen, um beurteilen zu können, wie lange diese URLs gültig bleiben, und wie viel man hochladen kann (womöglich steht darüber etwas in der FAQ). Das Geschäftsmodell des Herstellers scheint jedenfalls nicht primär das eines File-Hosters zu sein.

bump-homepage-schaltflaeche-send-files-to-your-device

Auch umgekehrt können Dateien vom Computer auf das iPhone (in die Bump-App) übermittelt werden (Klick/Tap auf der bu.mp-Homepage: Button rechts oben „Send files to your device“). Der Test mit einer PDF-Datei verlief erfolgreich, die Übertragung einer Datei mit einer Größe von sieben Megabyte vom MacBook Pro zum iPhone dauerte ungefähr zwei Minuten.

bump-send-dialog-browser

Rossau-Bildschirmfoto vom MacBook Pro/Bump-Webpage: PDF-Datei vom Web-Browser am Mac zum iPhone versandt.

Es folgt das nächste Bildschirmfoto. Das Symbol mit den zwei Sprechblasen oben links in der iPhone-Bump-App führt zu einer Aktivitäts-History-Liste; die Funktion „Schreibe eine Nachricht“ funktioniert nicht (beziehungsweise wird NOCH nicht von Web-Browsern unterstützt, von Smartphones sehr wohl). Übernächstes: Die (vom PC oder Mac oder einem anderen Smartphone) empfangenen Bits und Bytes finden sich in der Registerkarte „Dateien“ und mögen gleich wieder weitergeleitet werden:

bump-iphone-activity-listebump-dateien-ordner

Wer Bump noch nie im Einsatz hatte, dem mag die dahintersteckende Technologie tatsächlich einigermaßen magisch vorkommen. Wie, um alles in der Welt, kann man Fotos und Dateien ohne direkte Bluetooth- oder WLAN-Verbindung zu einem anderen Smartphone oder Computer schicken? Bump verwendet die von den Bewegungssensoren abgegriffenen Informationen und fortgeschrittene Algorithmen in Zusammenspiel mit den Cloud-Servern der Firma.

Ich habe Bump seit seinem Erscheinen auf meinen iOS-Geräten, muss aber gestehen, es noch nicht oft eingesetzt zu haben. Bevor wir den „hast Du Bump auf Deinem Handy?“-Tanz aufführen, ist der einfache Versand via MMS oder E-Mail meist schon erledigt. Es wird sich weisen, ob die neu hinzugekommenen Funktionen meinen diesbezüglichen bisher bevorzugten Workflow ändern werden.

AUFGEMERKT! Nochmal die ausdrücklichen Sicherheitshinweise. Bei diesen Vorgängen vertraut man seine Dateien – trotz des auf den ersten Blick simpel erscheinenden und gar lustigen Bodychecks –  einem Third-Party-Hersteller (also nicht Apple) an. Die Firma Bump Technologies, Inc. gibt es seit März 2009 im iOS App Store (die Android-Version seit November 2009), und sie ist (meiner Beobachtung nach) bisher sicherheitstechnisch unauffällig geblieben. Bewertung der jüngsten aller Versionen (über dreißig; letztes Update auf Versionsnummer 3.5.6 vom 14. Februar 2013) durch die User im U.S.-amerikanischen Store: 4,5 von fünf möglichen Sternen bei 222 abgegebenen Stimmen. Trotzdem:

Auf eigene Gefahr!
Kontakt mit Google/Android-Smartphones meiden!
Kontakt mit jailbroken iOS-Geräten meiden!

Aber eine coole Tech-Demo ist es allemal, und für unverfängliche Dateien (also nicht gerade etwa streng geheime Unterlagen von Firmen) bestimmt ganz gut zu gebrauchen. Irgendwie faszinierend: iPhone und Computer berühren sich physisch, aber der eigentliche Transfer läuft fast simultan auf fernen Servern irgendwo auf dieser Welt ab.

Video mit einer kurzen Anleitung vom Hersteller:

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3 Antworten zu Online-Datenschleuder mit Bodycheck, Files zu Smartphones & Computern schicken (und vice versa): ‚Bump‘ (16:9)

  1. Denkichmal schreibt:

    “Wie, um alles in der Welt, kann man Fotos und Dateien ohne direkte Bluetooth- oder WLAN-Verbindung zu einem anderen Smartphone oder Computer schicken?”

    Traditionell z.B. Via email, ftp und vielen anderen Protokollen. Das Einzige, was Bump dazu beiträgt, ist, viele Geräte zu registrieren und über seine Server die zu verbinden, die etwa zur gleicher Zeit vom etwa gleichen Ort einen Impuls schicken.

  2. Pingback: Apple eröffnet Perspektiven auf iOS 7 | Rossau

  3. Pingback: Dokumente, Videos und Bilder zwischen iOS-Geräten, Macs und Windows PCs übertragen: ‚Flick‘ (Universal Retina 16:9) | Rossau

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