Der Traumjob Lokführer: Simulator ‚Trainz Driver‘ (Universal-App, 16:9)

Die Weichen direkt in die Remisen des iOS App Store sind gestellt (klick/tap):

Trainz Driver – train driving game
and realistic railroad simulator

TIPP für Eisenbahn-Fans (Pufferküsser, Ferrosexuelle, Bim-Bim-Fünfer)! Mal ehrlich: Wer von den anwesenden männlichen Rossau-Besuchern wollte nicht als Bub Lokomotivführer werden?! Also wer da einen gewissen Nachholbedarf hat oder das Gefühl, doch etwas versäumt zu haben, wird mit diesem spielerischen Simulator bestens bedient.

Man bekommt einen guten Eindruck davon, wie ein Zug zu bewegen und eine leistungsstarke Lokomotive zu steuern und zu beherrschen ist, wie „schlecht“ die Bremsen sind (wegen Masse, und blankgeschliffenes Eisen auf blankgeschliffenem Eisen hat nur wenig Reibung), und wie schwer sich die Maschinen auf Steigungen tun. Gut wird auch das Rattern und Rütteln simuliert, wenn Weichen überfahren werden.

Als Triebfahrzeugführer hat man verschiedene Lokomotiven (Herkunft: USA, Großbritannien und Australien) zu bedienen. Ich habe ungefähr dreißig Minuten mit dem interaktiven Tutorial verbracht und werde bestimmt weitermachen, sobald ich dazu komme.

Da gibt es verschiedene Aufgaben zu lösen wie „halte die zugelassene Höchstgeschwindigkeit ein“ (was mit einem schweren Güterzug im Gefälle gar nicht so einfach ist), „halte am Navi-Punkt“ (mit einem leichten und kurzen Vororte-Personenzug), „betätige das Signalhorn“ (nicht zum Spaß, sondern nur an bestimmten Stellen wie etwa Bahnübergängen), „beachte die Signale“ oder „halte den Fahrplan ein“.

Wird etwa das Tempolimit übertreten oder ein rotes Signal überfahren, gilt die Spielrunde als nicht gelöst und muss komplett wiederholt werden. Es werden die Bedingungen aus dem Real Life simuliert, und zwar in Echtzeit. Es ist ein schwieriges Unterfangen, das in einem Videospiel kurzweilig zu gestalten, aber hier ist es recht gut gelungen (wenn man sich vorstellt, einen Güterzug mit 80 km/h stundenlang nachts über die Trassen zu treiben, ist’s mit dem mutmaßlichen „Traumjob“ übrigens bald vorbei), da zumindest die ersten Missions recht kurz und übersichtlich sind.

Es müssen offizielle Eisenbahnbetriebs- und Sicherheitsvorschriften gelernt und befolgt werden, die im Vergleich zum umfangreichen Regelwerk des realen Vorbilds jedoch stark vereinfacht sind, etwa können Weichen problemlos „aufgeschnitten“ werden (das heißt, wenn man von der stumpfen Richtung kommt, müssen die Weichenzungen nicht – wie bei der echten Bahn, ausgenommen Straßenbahn – an der richtigen Seite anliegen).

Im Rangier- und Frachtenbahnhof werden vom Spieler auch Weichen gestellt, die von der Streckenlokomotive abgestellten Wagen müssen an- und abgekuppelt und von der kleinen Rangierlok zu ihren speziellen Verladerampen geführt werden. Ein einigermaßen komplizierter Job mit gewissen Rätselelementen, aber nicht unlösbar. Im Darstellungsmodus „free roaming“ kann man sich einen großen Überblick verschaffen (mit kurzen Wischgesten zu bedienen wie von einer 3D-Foto-Betrachtungssoftware gewohnt), wie die Gleise und Weichenstraßen angelegt sind. Kein Zeitdruck an dieser Stelle.

Das Spiel hat nichts mit einer Wirtschaftssimulation wie Railroad Tycoon oder einer durchschnittlichen Modelleisenbahn zu tun. Es ist bestimmt nicht für die breite Masse gedacht, sondern etwas Besonderes und Spezielles für Interessierte, ein eigenes und sehr rares Genre. Kein nervenzerfetzender Action-Racer (es gibt zwar einen „Arcade Modus“, aber soweit bin ich noch nicht). Es wird auch keinen Preis für die Grafik bekommen, aber darum geht es überhaupt nicht.

Immerhin läuft es soweit stabil, sieht nett und glaubhaft aus, es gibt verschiedene zoom- und schwenkbare Darstellungen/Ansichten, etwa von außen oder im Führerstand, und eine Übersichtskarte. Der Sound ist ebenfalls passabel, die mächtigen Dieselmotoren bullern ganz ordentlich. Das Tutorial wirkt zwar manchmal ein wenig chaotisch mit mehreren übereinander aufpoppenden Informations-Textfenstern, aber auch Anfänger kommen prima damit zurecht.

Vom selben Hersteller wie Trainz Simulator, siehe Rossau anlässlich einer Aktion. Der Save- und Load-Dialog erinnert an meine lange zurückliegenden Windows-Zeiten. Man lernt jedenfalls so einiges über Eisenbahnen und ihre Technik (engl.). Für alle, die es manchmal ganz gerne auch ein wenig ruhiger angehen; dennoch ist volle Konzentration, Beobachtung und Reaktion gefordert. Wie bei einem richtigen Lokführer halt.

Trainz Driver bietet „Extension Packs“ (Dampflok, Strecken- und Session-Editor) als „Top In-App-Käufe“ (vorerst ungetestet), erschien Mitte 2012, und das letztes Update ist vom 7. 2. ’13. Derzeit gilt der Alltime-Bestpreis von 0,89 Euro für die 209 Megabyte. Der Normalpreis pendelt bis zu 3,59 €, und selbst das wäre es einem ausgewiesenen Eisenbahn-Begeisterten wie mir (lizenzierter Hobby-Lokführer auf echten Dampf- und Dieselloks sowie Modelleisenbahner*) mit Leichtigkeit wert. Trailer-Video und Review-Video (iPad):

*) Okay. Um ehrlich zu sein, absolvierte ich auf mehreren jährlich stattfindenden Eisenbahnveranstaltungen von Museumsbetrieben in Bratislava und Budapest (Dampflokfest, sehr empfehlenswert) kurze Fahrten (ca. fünfzehn Minuten) auf solchen Loks.

Man kriegt dann eine Urkunde als Belohnung für die Leistung, den dreiachsigen Tender-Wasserkocher punktgenau im Rückwärtsgang und unter Einhaltung eines gewissen Zeitlimits (woran ich beim ersten Versuch scheiterte) zum Stehen gebracht zu haben. Das kostet fünf Euro, dafür braucht man auch nicht selbst Kohle zu schaufeln, sondern es fährt ein Heizer mit.

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Eine Antwort zu Der Traumjob Lokführer: Simulator ‚Trainz Driver‘ (Universal-App, 16:9)

  1. Pingback: DAS Eldorado für iPad-Eisenbahner! ‚Trainz Simulator‘ | Rossau

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