Bilder aus dem iOS/iCloud-Fotostream direkt und drahtlos auf den Mac (ohne iPhoto oder Aperture)

Live-aktuelles Verzeichnis mit allen Bilder aus dem iOS-Fotostream am Mac

Live-aktuelles Verzeichnis mit allen Bildern aus dem iOS-Fotostream am Mac

TOPTIPP! In meinen Blogpostings verwende ich öfter Bildschirmfotos vom iPad oder iPhone. Bisher benutzte ich meistens E-Mails, um die Screenshots und Fotos auf den Mac zu bekommen.

Das funktioniert zwar auch über iPhoto und Aperture, aber ich habe mein dazugehöriges Fotoarchiv auf einer externen Festplatte, die ich nicht immer extra anwerfen möchte. Auch der Umweg über die Dropbox ist eher umständlich und langsam. Es geht noch wesentlich einfacher, sofort an die Aufnahmen in ihrer vollen Pracht, Größe und Auflösung zu gelangen.

Und zwar über eine gesicherte Suchabfrage, die als ein intelligenter Ordner im Finder und/oder jederzeit erreichbaren Dock zur Verfügung steht. Die Fotos und Screenshots können diesem Ordner entnommen und sofort weiterverwendet (editiert, in ein Dokument eingefügt…) werden. Es folgt eine Anleitung in fünf Schritten. Einmal eingerichtet, was ein paar Minuten dauern kann, steht die Abkürzung dafür später stets ohne jedes weitere Zutun zur Verfügung und übersteht sogar klaglos große iOS- und OS-X-Upgrades.

1. Fotostream auf allen Geräten einschalten

Zunächst überprüfen, ob auf allen iPhones, iPads etc. die Funktion Fotostream unter „Einstellungen – iCloud“ aktiviert ist (seit iOS 7: „Einstellungen – iCloud – Fotos – Mein Fotostream“). Gleiches gilt für iPhoto am Mac: iPhoto-Hauptmenü oben links am Bildschirmrand gleich neben dem Apple-Logo, „Einstellungen – Fotostream“; iPhoto kann in Zukunft für diese Zwecke geschlossen bleiben (bis zum nächsten kompletten Neustart des Macs – wohlgemerkt).

2. Den Fotostream im Finder lokalisieren

Da der Ordner Library seit einem der letzten OS-X-Updates versteckt ist, kann ich leider keine direkte Pfadangabe bieten. Er lässt sich jedoch öffnen, indem im Finder der Hauptmenüpunkt „Gehe zu“ angeklickt und gleichzeitig die „alt“-Taste gedrückt wird. Dann im Library-Verzeichnis weiternavigieren zu

Application Support > iLifeAssetManagement > assets > sub

„iLifeAssetMangagement“ scheint nur auf, wenn der Fotostream in iPhoto aktiviert ist. Der „sub“-Ordner ist voll mit Unterordnern, die wüste Bezeichnungen tragen wie 01b41d2aff33…5xf26737d4, was uns aber keineswegs aus der Ruhe bringen sollte, alles in Ordnung.

3. Die Suche abspeichern

Nun in das Suche-Eingabefeld png eintippen, in der Zeile neben „Durchsuchen:“ muss „sub“ ausgewählt sein.

Im Pop-Up-Menü die Zeile „PNG-Bild (Portable Network Graphics)“ auswählen. Im Finder-Fenster rechts oben die Schaltfläche „Sichern“ betätigen und der zu sichernden Suchabfrage einen aussagekräftigen Titel verleihen, etwa Fotostream. „Zur Seitenleiste hinzufügen“ markiert lassen.

Vorerst sind nur Bildschirmfotos/Screenshots zu sehen (da die im PNG-Dateiformat abgespeichert werden), die am eingeschalteten iPhone oder iPad jederzeit angefertigt werden können, indem die Home- und die Ein/Aus-Taste (früher genannt Standby-Taste) gleichzeitig kurz gedrückt werden. Falls das genügt, ist man an dieser Stelle bereits fast fertig. Wer jedoch alle Aufnahmen in diesem Ordner sehen möchte, also auch die JPGs, die mit der Kamera aufgenommen wurden, muss noch…

4. Die Suchabfrage verfeinern

In der Finder-Seitenleiste befindet sich jetzt die (hier mit „Fotostream“ bezeichnete) Suchabfrage. Mit der rechten Maustaste den Eintrag anklicken und „Suchkriterien einblenden“ auswählen. In der Zeile mit den Kriterien (rechts oben) die Schaltfläche „Andere“ betätigen und im Kontextmenü „Bild“ auswählen.

Voilà, alle Bilder sind da! Werden mit den iOS-Geräten neue Aufnahmen angefertigt, dauert es zumeist nur ein paar Sekunden, bis sie am Mac in diesem neuen Such-Ordner für die Weiterbearbeitung zur Verfügung stehen. Aufnahmen in der hohen Retina-Auflösung vom iPad der dritten Generation brauchen vielleicht etwas länger.

Wer mehrere iOS-Geräte besitzt und für jedes einen eigenen intelligenten Ordner anfertigen möchte, kann das problemlos über weiter verfeinerte Suchkriterien (Breite/Länge in Pixel, Hoch- und Querformate beachten) einrichten.

5. Probleme?

Wenige User berichten (hängt offenbar von der OS-X-Version ab), dass der Ordner manchmal keine Bilder enthält, obwohl welche da sein müssten. In diesem Fall ist es noch vonnöten, die gespeicherte Suchabfrage (Seitenleiste Finder) mit der rechten Maustaste anzuklicken, im darauf erscheinenden Kontextmenü „Zum Dock hinzufügen“ zu befehlen und die Suchabfrage aus der Finder-Seitenleiste zu entfernen.

Falls dort die Option „Zum Dock hinzufügen“ fehlt, wiederum (wie oben beschrieben) die Library im Finder öffnen (Hauptmenüpunkt „Gehe zu“ anklicken und gleichzeitig die „alt“-Taste gedrückt halten), das Verzeichnis „Gesicherte Suchabfragen“ öffnen, darin den mit einem Zahnradsymbol markierten Ordner (entsprechende Suchabfrage) markieren und ins Dock ziehen.

Habe fertig!

Nun steht ein sich ständig und vollautomatisch aktualisierender Ordner mit allen Aufnahmen des Fotostreams (Details über das Feature in der iPhone/iPad-Gebrauchsanleitung/Safari-Lesezeichen oder hier online bei Apple) in Originalauflösung am Mac zur Verfügung; iPhoto braucht dafür nicht zu laufen.

Das stets live-aktuelle Verzeichnis kann – wie gesagt – an den verschiedensten Orten (Finder-Seitenleiste, Dock, Desktop, oder nur in der Library) abgelegt werden. Auf Wunsch können die Kamera- und Bildschirmfotos fein säuberlich nach Datum geordnet angezeigt werden (dazu am Mac im Finder das Zahnradsymbol betätigen, „Ausrichten nach – Hinzugefügt am“), wie aus der Abbildung ganz oben im vorliegenden Rossau-Artikel ersichtlich.

Zum Test gleich ein paar Screenshots und Fotos mit einem iOS-Gerät anfertigen, und sie werden alsbald wie durch Geisterhand in diesem fabelhaften Ordner auftauchen.

Zusätzliche Hinweise

Noch nie war es so kinderleicht, von unterwegs Fotos nach Hause zu verschicken! Noch nie konnten Außendienstmitarbeiter oder Fotoreporter ihre Aufnahmen so unkompliziert (ein typischer „no-brainer“) in die lokalen Bürogebäude oder Redaktionen schicken.

Das kriegen sogar die Urgroßeltern hin: Einfach das heimische MacBook öffnen (funktioniert natürlich auch, wenn es mobil ist), oder den iMac aufwecken und den Ordner anklicken, sonst nix. Alle Fotos (maximal 1.000 Stück), die in den letzten dreißig Tagen mit dem iOS-Gerät (oder mehreren Geräten) geschossen wurden, wo auch immer, scheinen spätestens innerhalb weniger Sekunden zuverlässig auf. In voller Auflösung. Mit allen Exif-Daten (auf Wunsch GPS-Lokalisierungsangaben). Also ich finde das geradezu spektakulär praktisch!

Abbildung von Apple:

Wie bereits eingangs erwähnt: Nach einem kompletten Neustart von OS X (mache ich so gut wie nie) muss iPhoto zumindest einmal angeworfen werden, damit sich der Live-Stream unserer neu eingerichteten Suchabfrage aktiviert. Man kann iPhoto dann wieder schließen und geschlossen lassen.

Nach der kleinen Einrichtungsprozedur steht das Feature ohne jede weitere nötige Aktivität der User zur Verfügung. Auch am iOS-Gerät ist keine weitere Interaktion (außer dem Betätigen des Auslösers – und Schließen der Kamera-App im Falle von Kamerafotos) erforderlich; nämlich genau gar keine, nicht mal explizites Hochladen in ein soziales Netzwerk oder zu einem Bilderspeicherdienst wie Flickr. Nullowitsch.

Voraussetzung ist allerdings und logischerweise, dass alle beteiligten Gerätschaften online sind.

Durchdacht bis ins letzte Detailchen, ohne dass der User etwas davon mitbekommt: Ist das iOS-Gerät zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht online, wird der Fotostream vollautomatisch und sinnvoller Weise im Hintergrund ergänzt, sobald es wieder über ein WiFi (WLAN) online ist; auch dieses große Problem kann man also getrost vergessen. Das funktioniert äußerst zuverlässig. Apple halt.

Als iCloud und Fotostream vor ein paar Monaten auftauchten, galt es als problematisch, dass einzelne (etwa unscharfe und zu scharfe ;)) Aufnahmen aus dem Fotostream nicht gelöscht werden konnten. Seit der letzten iOS-Aktualisierung ist auch das möglich, funktioniert allerdings nur auf den iOS-Geräten und in iPhoto, Aperture und sogar mit der (übrigens sehr empfehlenswerten) Settop-Box Apple TV; – wird am Mac ein Bild aus unserem neuen savedSearch-Folder mit der Spezialsuchabfrage gelöscht, bleibt es auf den iOS-Geräten (und übrigens auch im iPhoto-Fotostream) erhalten.

Will man Fotos oder Grafiken am Mac dem Fotostream hinzufügen oder aus dem Fotostream löschen, geht das weiterhin nur über iPhoto und/oder Aperture.

Himmelreich

Full auto stream sozusagen. Really! Fast! Die Apple-Geräte stellen sich in Höchstform dar und werden mit solchen Tricks ausgereizt bis in die letzte Instanz! Musterbeispiel für das exzellente Zusammenspiel von Hard- und Software.

OS X und iOS auf ein- und derselben Wolke im siebten Himmel!

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8 Antworten zu Bilder aus dem iOS/iCloud-Fotostream direkt und drahtlos auf den Mac (ohne iPhoto oder Aperture)

  1. MacAndreas schreibt:

    Vielen Dank für den Tipp! Dies sind die Gründe, warum mir Apple so zusagt. Es funktioniert einfach…

    • MacAndreas schreibt:

      PS: bei mir wird die Suche in der Seitenleiste mit Fotostream.savedSearch abgespeichert. Dies liegt nicht daran, dass ich in den globalen Einstellungen “Alle Dateinamen Suffixe einblenden” aktiviert habe… weiß jemand, wie ich das abstellen kann?

  2. MacAndreas schreibt:

    PPS: Mist, es lag doch daran… hat ein bisschen gedauert, bis der Name der Suche sich verändert hat…

  3. Anonym schreibt:

    Danke Danke Danke

  4. Pingback: iPhone-Fotos sofort & überall in jedem Browser darstellen: ‘Scalado PhotoBeamer’ | Rossau

  5. MacAndreas schreibt:

    Es funktioniert auch für die iCloud…

  6. Pingback: Dateien zu Smartphones & Computern schicken (und vice versa) mit ‚Bump‘ (16:9) | Rossau

  7. kazooo71 schreibt:

    danke dafür …

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