Blitzschnelle Pirouetten-Panoramas im Browser mit Gyro-Steuerung

Inzwischen gibt es etliche Apps im Store, die beim Erstellen von Panoramaaufnahmen behilflich sind, ein paar wurden in der Rossau schon vorgestellt. Neu hinzugekommen ist vor kurzem 360 Panorama, derzeit als Einführungsangebot nur 0,79 Euro (“um 66 Prozent ermäßigt”). Hersteller-WebsiteHersteller-Blog.

Zwischen-Update (18. Mai 2011): Die iOS-Software wurde soeben aktualisiert und ist aus diesem Anlass wieder in Aktion! Sie wurde zur Universal-App befördert und unterstützt das iPad 2. Weitere Details unten. Zwischen-Update beendet.

Interessant (nicht nur) für iPhone-4-Besitzer! Wirklich ganz besonderer Vorführeffekt! In Blitzesschnelle hochladen und allen zur Verfügung stellen; jeder mit Safari und Kreiselsensoren (Gyroskopen) kann die hypermoderne Technik einsetzen.

Ein Klick auf dieses Rossau-Bild (hergestellt kurz nach der Dezember-Sonnenwende) stellt es in Originalgröße (JPG 4096 × 1011 Pixel; ca. ein Megabyte) dar. Es handelt sich um die (sphärisch verzerrte) “flache Darstellung”; wesentlich besser noch sieht die hochmoderne und interaktive AR-Methode aus, kann sofort im Browser ausprobiert werden, Details und Web-Adressen (URLs) folgen. Zunächst ein Video des Software-Entwicklers darüber, wie ein solches Panoramabild hergestellt wird:

Das Besondere an dieser Software ist die Leichtigkeit und Schnelligkeit (20 bis 40 Sekunden für das Anfertigen, nochmal soviel für Speichern/Hochladen), mit der Rundum-Panoramas (Kugel-Innensegment) angefertigt und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, und die Möglichkeit, die Aufnahmen mit Hilfe der Kreiselsensoren im iPhone 4 (und iPod touch der vierten Generation) auf besondere Weise (entweder in der App oder im Safari) zu betrachten.

Aufnahme. Wirklich kinderleicht: Ein eingeblendetes Gitternetz, das eine Art Kugel von innen abbildet, muss durch Bewegungen des Bildfängers mit den Objekten “tapeziert” werden. Zuerst im großen Sucherbild den Standpunkt (Rundum-Ansicht) testen, dann durch Berühren der Schaltfläche “Start Capture” (unterhalb des Viewfinders) den Aufnahmevorgang beginnen. Der Fotograf schlägt dabei vor Ort eine kleine Pirouette. Der Fortschritt erscheint Eins zu Eins im großen Sucher. Ist das Werk fertig, nur noch die zentrale “Done”-Schaltfläche berühren.

Speichern, Veröffentlichen. Bevor das nächste Panoramabild hergestellt werden kann, muss das soeben aufgenommene abgespeichert werden, sofern es gelungen ist, was sich ja mit ein paar weiteren Pirouetten (oder Fingerstreichen) leicht kontrollieren lässt. Dazu gibt es eine “Save”-Schaltfläche. Das Bild wandert in das Standard-Archiv “Fotos, Aufnahmen”. Wird es im Apple-Fotoordner geöffnet, gibt es eine “flache” Panoramaaufnahme zu betrachten.

Öffnet man es jedoch innerhalb der 360-Panorama-App (Symbol unten links nach Programmstart im Hauptfenster mit dem Gitternetz; es erscheint das gleiche Archiv zur Auswahl), steht am iPhone 4 die beeindruckende und (lt. Hersteller) “echte 3DOF-Gyroskop-Betrachtung” zur Verfügung (Stichwort: Pirouetten), – dasselbe gilt für den mobilen Safari-Browser (das funktioniert seit dem letzten Update der App vom 21. Dezember 2010)! (Siehe übernächster Absatz.)

Außerdem ist E-Mail-Versand möglich. Hat der Empfänger ein iPhone 4 oder einen iPod touch der vierten Generation, kommt er direkt in den Genuss des virtuellen “Quasi-3D”-Panorama-Erlebnisses.

Zum Hochladen ist ein kostenloser Twitter-Account vonnöten. Das Bild erscheint dann als “flache” Version (keine Gyroskop-Steuerung beim Betrachten möglich) beim Twitter-eigenen Service TwitPic, beziehungsweise wird eine URL beim Hersteller Occipital bekannt gegeben (auf Wunsch als vollautomatischer Tweet), über die man das Pano in jedem mobilen Safari in der “Augmented-Reality”-Version (nun, nicht wirklich, aber fast) betrachten kann. Siehe Rossau-Bildschirmfoto (mit Orange-Kennung oben links), – erzeugt nach dem Hochladen.

Hier gleich Habakuks in aller Eile hergestellter erster Versuch: Das Palais Liechtenstein in der Wiener Rossau (Platz zwischen Haupttor und Hauptgebäude) bei minus sechs Grad Celsius und eisigen Winden am 26. Dezember 2010 um 14 Uhr 20 (siehe Foto oben in diesem Artikel); schwierige Lichtverhältnisse, die dunkelste Jahreszeit.

Und jetzt die sensationelle Hightech-Option!

Wird jedoch diese – nach dem Hochladen in der App genannte – Adresse angewählt http://occip.it/pt3jvwwx, erscheint die 360°-Palais-Aufnahme am “großen Browser” am Mac oder PC mit einer besonderen Steuerung (Zoomen, Schwenken über spezielle Steuerungselemente in Form von abgebildeten Schaltflächen/Maussteuerung am Bildschirm), und im mobilen Safari am iPhone 4 mit der Möglichkeit, sie mit einer ähnlichen Körperbewegung zu betrachten, die auch bei der Aufnahme eingesetzt wurde! (Hilfreich sind dabei auf die Dauer übrigens Büro-Drehstühle. ;))

Kurztest. Ich machte zufriedenstellende Erfahrungen bei geeigneten Objekten. Möglichst freie Plätze mit rundum interessanter Umgebung aufsuchen.

Es sind auch Teil-Segmente möglich (wie bei der Methode, die im Hersteller-Video gezeigt wird, dann gibt es jedoch bei der Rundum-Betrachtung logischerweise Lücken). Ob Hochkant-Haltung der iPhone-Videokamera (Portrait-Ausrichtung) oder Landscape (Breitbild) scheint technisch egal zu sein, wie man sich halt leichter tut. Ich persönlich schaffe es in der Horizontal-Ausrichtung etwas besser, das iPhone stets gerade zu halten, die App scheint jedoch aufgrund der Anordnung der Bedienungselemente auf Hochkant-Haltung ausgelegt zu sein.

Die Gitternetz-”Tapete” in Schlangenlinien möglichst komplett ausfüllen, also immer zuerst von oben nach unten, dann seitlich (Richtung egal) versetzen und großzügig überlappen, von unten nach oben und so weiter. In gleichmäßigem Tempo bewegen, abschwenken und das iPhone gerade halten (am Horizont ausgerichtet). Bei Nachtaufnahmen langsamer, die App gibt in einem grafischen Balken über dem Sucherbild Hinweise für die “Abschwenk-Geschwindigkeit”. Der ideale Standpunkt liegt möglichst weit über dem Boden, etwa auf halber Höhe der Objekte (Kamera hoch halten, Stiegen oder erhöhte Standpunkte suchen), sonst werden die Panoramas zu “bodenlastig”.

Kugel-Innensegment deshalb, weil Himmel/Decke und der Boden Richtung Erdmittelpunkt – also die Pole der Vertikalen – ausgespart bleiben; hier scheint es trotz aller ausgefeilter Sensorik mit der Ausrichtung nicht ganz so einfach zu sein, die Kugel wirklich voll abzulichten. Verschmerzbar, an diesen extremen Punkten gibt es selten Interessantes zu sehen, beziehungsweise sieht man dort normalerweise nur in Ausnahmefällen hin.

Die Qualität der Aufnahmen ist zwar nicht perfekt (Quelle: Videofunktion, nicht Foto), jedoch gemessen am Aufwand ganz erstaunlich. Die Möglichkeit der Betrachtung über die “AR”-Steuerung am mobilen Safari (und am großen Browser) einzigartig in dieser Direktheit. Auf Wunsch können die fast punktgenauen Geo-Daten mit hochgeladen werden wie in den Rossau-Beispielen (auf der Strudlhofstiege ein paar Schritte und Minuten weiter), am großen Browser unter “Map” (unten):

http://occip.it/pt3jw5wf

Wirklich in aller Hektik angefertigt, keine Zeit für einen zweiten Versuch. Viel zu kalt! :) Umweltbilanz: Positiv! Anreise zu Fuß, Herstellung und Verbreitung direkt vor Ort ohne Verwendung eines weiteren Computers außer dem iPhone. Hoffentlich kann man dennoch etwas erkennen. Mehr Beispiele demnächst hier in diesem Theater. Oder die Rossau-Besucher posten die URLs ihrer Werke in den Kommentaren.

Bericht vom Hersteller Occipital über zukünftige Techniken/Methoden: The future of pedestrian navigation, sehr interessant! Vielleicht dürfen wir ja mit einer Aktualisierung rechnen, die eine stereoskopische Darstellung erlaubt. Der Hersteller ist jedenfalls sehr rege.

Für wirklich hochqualitative Panoramabilder empfehle ich nach wie vor die App AutoStitch, die aus einer beliebigen Folge (!) von Archiv-Aufnahmen (natürlich vom selben Objekt; auch HDR-Fotos, Reihenfolge/Richtung/Ausrichtung egal) im Zuge einer total vollautomatischen Nachbearbeitung einwandfreie und sphärisch entzerrte Segment-Panoramas anfertigt (jedoch keine 360-Grad “Rundum-” beziehungsweise “Pirouetten/Bürostuhl”-Betrachtung möglich). Mehr ist mit Bordmitteln in Bezug auf Qualität und Auflösung aus der iPhone-Kamera nicht rauszuholen in Sachen Panoramas. Gute Ergänzung für alle, die sich für das faszinierende Thema interessieren. Wikipedia.

Dieser vorliegende Artikel wird aktualisiert, sobald ich dazukomme. Stay tuned! (Danke, Sigi!) Noch ein paar mit 360 Panorama angefertigte Aufnahmen: iHabakuk bei Twitter (oder Blog-Seitenleiste), das soziale Netzwerk meines geringsten Misstrauens. :)

Am iPad-Safari sehen die mit dem iPhone 4 erzeugten 360 Panoramas übrigens hervorragend aus! Zwar keine Gyro-Steuerung beim Betrachten, sondern die oben beschriebene alternative Browser-Steuerung, aber mit den viel eleganteren Fingerstreichen (als die Mausbedienung) kommen alle Vorzüge der Touch-Technik voll zum Tragen (Antauchen/Anstupsen und langsamer selbsttätiger Auslauf wie beim Listen-Scrollen, hier halt seitwärts), und durch den großen Bildschirm natürlich um einiges spektakulärer.

Resümee. Noch nie ging es so einfach und schnell, diese besonders beeindruckende Form der bildnerischen Darstellung in technisch akzeptabler Form zu erzeugen und zu übermitteln. Der “als wäre man dort”-Effekt ist wirklich überzeugend und oft besser, ansehnlicher und bandbreitenschonender als ein verwackelter Videoschwenk; der Betrachter kann selbst entscheiden, etwa wo er länger hinsehen möchte. Rascher und effizienter lässt sich der “große Überblick” vor Ort wohl kaum darstellen.

Die Twitter-Feed-Zusammenstellung von User-Fotos, die mit Hilfe von 360 Panorama hergestellt wurden…

http://the360gallery.com/

…ist zwar neu und noch etwas instabil (beziehungsweise lange Ladezeiten), aber duchaus sehenswert. Interessant ist, dass sich offenbar kaum jemand an volle Rundum-Panos wagt.

Für eine Fullscreen-Anzeige am iPad/iPhone/iPod-Safari am besten den Finger etwas länger auf dem Text “view” (unterhalb der Vorschaubilder in der the360gallery) belassen, dann “Auf neuer Seite öffnen” (am “großen Safari” ebenfalls, wenn auch über Mauszeiger-Bedienung), sonst wird nur ein verkleinertes Overlay-Bild in einem Fenster angezeigt. Zum Betrachten am iPad die Landscape-Ausrichtung wählen (Querformat, Breitbild), am iPhone 4 dagegen hochkant.

Spektakuläre nächste Entwicklungsstufe: 360-Grad-Panoramas in der Laufbild-Version (Video) mit leichtem Zusatzequipment. Dazu Mac & i am 6. April 2011: iPhone als interaktive 360-Grad-Kamera mit allen Links. Update dazu: Beeindruckendes Video-Beispiel, – während der Player läuft, kann man mit Maus/Tasten nach Belieben schwenken und zoomen. Die Hardware wird natürlich in der Rossau getestet, sobald verfügbar. Stay tuned!

Aktualisierung: Universal-App mit iPad-2-Unterstützung

18. Mai 2011. Die Applikation 360 Panorama wurde aktualisiert, – das Gratis-Update findet sich im App Store. Tests der neuen Funktionen demnächst in diesem Theater! Angaben des Herstellers:

✓ Completely refreshed user interface
✓ Email 360 Views in web-viewable format
✓ Seamlessly interoperates with new 360 Panorama website
✓ Uploaded panoramas are continually enhanced in the cloud!
✓ Now a universal app with iPad 2 support!
✓ Saves over 2X faster

Die Bedienungselemente sehen nun etwas anders aus:

Hm, kleiner Rückschlag: Nach einem kurzen Test musste ich leider feststellen, dass es ab der neuen Version mit der kostenlosen Upload-Möglichkeit vorbei zu sein scheint. Wer die “scrollbare” 3D-Ansicht veröffentlichen möchte, braucht einen Account bei der Firma. Zehn Uploads sind kostenlos, zwanzig kosten 1,59 €, sechzig 3,99 € und 150 “Storage credits” kosten 7,99 €.

Da ich solche versteckten Kosten hasse, verliert die App nun Habakuks Prädikat TOPTIPP.

Glücklicherweise gibt es Ersatz in Form von Microsofts Photosynth, das ganz ähnlich funktioniert wie 360 Panorama. Link ins App Store, Gratis-App. Test demnächst in diesem Theater. Kurz vorweg: TOPTIPP!

About these ads
Dieser Beitrag wurde unter Die besten Tipps, iPhone-Kamera abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s