Apple: Am 16. 11. “großartige Ankündigung von iTunes”: Beatles/Hintergründe

Abbildungen/Quelle.: Apple Inc Computer

Update (16. November 2010, 16 Uhr): Das großartige Geheimnis ist gelüftet. Es geht (wie weiter unten bereits gerüchteweise angedeutet) tatsächlich um die Beatles (Wiki), deren Songs jetzt als MPEG-4-Files (AAC, 256 kbps; Coverbilder, Info) über iTunes downzuloaden sind. Apple ist somit der erste Online/Download-Händler, der das gesamte Oevre der Band vertreibt.

Da das mit unseren kleinen iDevices weiter nichts Spezifisches zu tun hat, außer dass man sich die Titel darauf anhören kann, empfehle ich folgende Informationsquellen:

  • Offizielle Presseaussendung (engl.)
  • Offizielle Website mit Video-Dokus und komplettem Mitschnitt (41 Min.) des Konzerts “Live im Washington Coliseum, 1964″ als Streamingversion, wo die Atmosphäre beeindruckend rüberkommt (läuft natürlich auch auf den Touch-Geräten); absolut sehens- und hörenswert, köstlich, historisch und authentisch! Stichwort: Drehschlagzeug
  • Apples iTunes Store (direkter Link zur iTunes-Preview) mit dem neuen Angebot, komplette Alben bieten als Ergänzung Video-Dokumentationen
  • Spiegel Online (dt. Nachrichtenmagazin), Ausführliches zur Vorgeschichte
  • Dt. Computer-Fachverlag Heise
  • Österr. Standard
  • Inoffizielle U.S.-Mac-Info- und Gerüchtequelle MacRumors
  • MacRumors später: Google and Amazon Bid for The Beatles’ Catalog as EMI and Apple Corps Squabbled mit einer Zusammenfassung von Reportagen, die über die Hintergründe des in der Branche spektakulären Deals Auskunft geben
  • Wikipedia (engl.): Der Artikel über den seit 1978 schwelenden und nun offenbar beigelegten Rechtsstreit Apple Corps v Apple Computer wurde aktualisiert; technisches Datenformat AAC

Unmittelbare Folgen

  1. Bei Amazon wurden die Beatles-CD-Preise gesenkt.
  2. 77 Beatles-Songs (Stand: 17. Nov., 9 Uhr) in den “Top 100 Rock Songs” im iTunes Store, acht unter den “Top Ten” (U.S.-Store). Das hat es in zehn Jahren iTunes noch nicht gegeben!
  3. Mr. Starr ist froh, dass nun die ewige Fragerei aufhört, wann man endlich die Beatles-Songs über iTunes laden könne.

Aus The New York Times

Yoko Ono Lennon: “In the joyful spirit of Give Peace A Chance, I think it is so appropriate that we are doing this on John’s 70th birthday year.”

John Perry Barlow, Mitbegründer der Electronic Frontier Foundation: “Steve Jobs has finally become the dominant Apple.”

Update-Ende. Und nun eine kleine Reportage darüber, wie dieses Ereignis einen Tag vorher angekündigt wurde, sowie Habakuks Kommentar:

Wer einen Blick auf Apple.comApple.de oder Apple.at warf, wurde am Montag, 15. November 2010, ab 17 Uhr MEZ/CET mit einer geheimnisvollen und einigermaßen rätselhaften Ankündigung in prominenter Aufmachung konfrontiert, die “morgen” nachmittag veröffentlicht werden sollte. Es folgt ein Bildschirmfoto der (weitgehend) deutschsprachigen Version:

Der Text lautete (Zitat):

Morgen ist ein ganz normaler Tag.
Den du nie vergessen wirst.

Komm morgen wieder vorbei und erlebe eine großartige Ankündigung von iTunes.

Unter dem zeilenweise erscheinenden Text waren beschriftete analoge Uhren mit vier Zeitzonen abgebildet, darunter “Londres 15:00 Uhr”.

Der Rest der Homepage (obere und untere Navigationsleisten) war nach wie vor vorhanden und intakt. Es kommt nämlich gelegentlich vor, dass der Web-Auftritt wenige Stunden vor großen Apple-Ereignissen komplett und weltweit inklusive sämtlicher Online-Einkaufsmöglichkeiten abgeschaltet wird (außer einem kleinen Hinweis auf der Hauptseite), nach dem Ereignis (etwa Keynote mit Steve Jobs zu neuen Geräten oder Software) geht es dann natürlich – entsprechend aktualisiert – munter weiter; das war hier also nicht der Fall.

Auch am Dienstag, 16. November war die übergroße Ankündigung auf den internationalen Apple-Frontpages zu sehen, und es hieß weiterhin “morgen”. *)

Die Spekulationen der ebenso federführenden kochlöffelführenden wie inoffiziellen U.S.-Gerüchteküche MacRumors bezogen sich sogleich auf ein cloud-basiertes iTunes und ein ergänzendes Musikangebot in Zusammenhang mit dem neuen, gigantischen und milliardenschweren Data-Center, das von Apple im U.S.-Bundesstaat North Carolina gebaut wurde und Ende des Jahres in Betrieb gehen soll:

Im dazugehörigen Forum reichten die fantasiereichen Ideen von “Apple hat einen Vertrag mit den Beatles geschlossen” bis “iPhone/iTunes-Sync ohne USB-Kabel; Backup in der Cloud”. Wikipedia: Cloud Computing, iPhone-Benützern schon länger ein Begriff, siehe etwa Rossau: Google Sync Beta veröffentlicht, oder Apples MobileMe-Service.

Bei MacRumors brodelte es fröhlich weiter:

Nun, wir glauben alles und gar nichts und sind schon gespannt wie ein fabriksneuer Sonnenschirm. Das zum Betrieb aller Touch-Devices von Apple erforderliche Multimedia-Verwaltungsprogramm iTunes wurde vor wenigen Tagen auf Version 10.1 aktualisiert, Rossau berichtete.

Diese Form der großflächigen Vorankündigung wurde jedenfalls noch nie wahrgenommen. Lustig: Die Namen unter den Uhren erschienen auf den deutschsprachigen Apple-Seiten in drei Sprachen, die aber konsequent niemals zu den betreffenden Gegenden passten (Edit: Wurde inzwischen von Apple korrigiert und durchwegs auf Deutsch übersetzt; zur historischen Dokumentation bleibt der frühe Rossau-Screenshot von 17 Uhr oben in diesem Blog-Eintrag). :)

Sie dürfte auch nicht global erscheinen, http://www.apple.com/cz/ etwa zeigte am 15. 11. 2010 um 20 Uhr 15 MEZ nichts dergleichen an.

Habakuks Kommentar Beichte (Mittwoch, 17. November MMX, High Noon):

Ich muss gestehen, ob meiner überzogenen Erwartungen und der verhältnismäßig gewaltigen Ankündigungswelle zunächst ebenfalls negativ reagiert zu haben, als ich erfuhr, worum es bei dem ganzen Apfel- und Pilzkopftheater offiziell ging.

Nachdem ich dann die (oben verlinkte) Video-Dokumentation von dem USA-Konzert gesehen habe, revidierte ich meine Einstellung. Werde mir wohl ein oder zwei Songs runterladen (meine ersten iTunes-Musikkäufe jemals, außer einer Gratis-Aktion letztes Jahr zu Weihnachten), nur um zu sehen, wie das überhaupt funktioniert, klingt, und welche Zusatzfeatures (Coverbild etc.) mitgeliefert werden.

Obwohl ich dachte, die Songs nicht mehr ertragen zu können, weil ich sie schlicht und ergreifend zu oft gehört habe, ließ ich mich von der dichten Atmosphäre der Live-Aufzeichnung anstecken. Die netterweise von Apple kostenlos zur Verfügung gestellte historische Dokumentation ist wirklich hochinteressant, und zwar auch für alle, deren Geschmack die Musik selbst eigentlich nicht trifft.

Durchaus vergleichbar und bemerkenswert: Damals waren die Beatles eine kulturell umwälzende Erscheinung wie heute das iPhone. Und wie zu sehen ist, war die Hysterie eine ähnliche.

Und nun nenne man mich ruhig Fanboy oder old-fashioned oder was auch immer. Ende der Beichte.

MacRumors am 24. November 2010: The Beatles on iTunes: Two Million Songs, 450,000 Albums Sold

*) Dazu ein kleiner Gag in Beitrag Nummer 777 aus dem MacRumors-Forum. Hier noch einer aus Posting 1.714 (nun, so schlimm ist es hier noch nicht, träumen tu ich nicht davon). Und hier ein allerletzter.

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Eine Antwort zu Apple: Am 16. 11. “großartige Ankündigung von iTunes”: Beatles/Hintergründe

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