DOS is back + Windows 3.x/95 am iPad [2. Artikel-Update]

Update 26. 10. 2010, 21 Uhr 30: Bedauerlicherweise wurde die App iDOS kurz nach ihrem Erscheinen aus dem App Store entfernt. Details siehe ganz unten. Nun, regelmäßige Rossau-Besucher hatten fast vier Stunden Zeit, sich den für Technik- und Computerfreaks hochinteressanten Emulator zu besorgen. Update-Ende.

Update Nummer zwei 19. Januar 2011: Die App gibt es wieder!! (Edit: Schon wieder weg.) Mit der Versionsnummer 2.0.1. Details hier in der Rossau. Das Einfügen von DOS-Software über iTunes/Dateifreigabe wurde entfernt, es gibt jedoch auch ohne Jailbreak eine alternative Hintertür. Bei den hier unten folgenden Anleitungen beachten, dass mit der “neuen” 2.0.1-Lademethode über den iPhone Explorer die Ordnerstruktur erhalten bleibt (kein Anlegen von ZIP-Archiven nötig). Ende Update Nummer zwei.

Nachdem sich Apple offenbar für Emulatoren (Wikipedia) geöffnet hat, steht nun nach BASIC (siehe Rossau: BASIC is back) auch ein DOS-Emulator auf Grundlage einer DOSBox (Open Source) zur Verfügung. Heute erschienen!

App Store Link für iDOS, 0,79 Euro, Universal-App

Bildschirmfoto vom iPad mit Bildschirm, virtueller Tastatur und leicht versifft abgebildetem PC-Gehäuse mit funktionierenden Schaltern (tlw.) und grün flimmernder LED-CPU-Anzeige:

Als Disk Operating System (kurz DOS) werden kleine und einfache Betriebssysteme für Computer bezeichnet. DOS-Systeme kamen bis Mitte der 1990er-Jahre auf den meisten Heimcomputern und Personal Computern zum Einsatz, danach nur noch vereinzelt. Ausführlicher Artikel bei Wikipedia. Es folgen ein paar Tipps.

Um eines der beiden mitgelieferten Spiele in iDOS zu starten, innerhalb der App Folgendes eintippen und am Ende der Zeilen jeweils die virtuelle Return-Taste betätigen (am iPad/Querformat alternativ die Enter-Taste am Nummern-Keyboard; hier blau eingefärbt: der vom emulierten Betriebssystem generierte DOS-Prompt; Wiki):

C:\>cd games
C:\GAMES>digdug

cd ist ein DOS-Befehl und steht für change directory (Wechseln des Verzeichnisses). Das andere mit der App iDOS gelieferte Spiel hört auf mspacman.

Ein paar wichtige DOS-Befehle für den Anfang (gleich nach dem Prompt C:\> eintippen, dann Return/Enter-Taste):

  • help listet ein paar der am häufigsten gebrauchten Befehle auf
  • dir listet den Inhalt des gegenwärtigen Verzeichnisses (directory) auf
  • dir /p listet den Inhalt des gegenwärtigen Verzeichnisses Seite für Seite (page) auf, praktisch bei längeren Listen
  • cd gefolgt vom Verzeichnisnamen = change directory, wechselt das Verzeichnis (Ordner)
  • cd.. wechselt in die höhere Verzeichnisstruktur (Anzahl der Punkte = Anzahl der Hierarchien)
  • md gefolgt von einem Namen = make directory, legt ein neues Verzeichnis an
  • del gefolgt vom Datei- oder Verzeichnisnamen löscht diese(s) (delete)
  • ver informiert über die Softwareversion, ergibt hier: “DOSPAD 1.0, based on DOSBox version 0.74. Reported DOS version 5.00.”

Im Internet finden sich zahlreiche DOS-Kurse und Anleitungen. Hier ein Beispiel: Computerhope.com mit den wichtigsten Befehlen und ihrer Syntax.

Das Tolle: Abandonware (Benutzungsrechte fraglich), Freeware-Spiele und Dienstprogramme können frei runtergeladen, installiert und in Betrieb genommen werden. Soeben getestet: pedit, Freeware (ein Editor), funktioniert. Ebenfalls brauchbar für den Anfang: Datei-Manager Dos Navigator 1.51 binaries (786K); Freeware, enthält einen Editor, das Spiel Tetris und unterstützt ebenfalls die “Touch-Maus”, keine Eingabe von DOS-Befehlen nötig, Tatsch-DOS ist angesagt. Premiere!

Die neue App iDOS für die touch-Devices bietet:

  • PC-kompatible virtuelle Tastatur
  • Maus-Support
  • Darstellungsoptionen: Am iPad horizontal (Landscape) und vertikal (Portrait), Vollbild (iPad + kleine iDevices) mit Floating-Key-Pad
  • Seitenverhältnis 4:3 kann erzwungen werden
  • Die Tastatur am iPhone und iPod touch (weniger Tasten) lässt sich konfigurieren, zusätzlich frei belegbares Vollbild-Key-Pad
  • Freeware/Abandonware (Spiele): Digdug, Ms. Pac-Pc; weitere sind angekündigt
  • Laden von Dateien über iTunes/Dateifreigabe, unterstützt am touch-Device Ordner und den Befehl unzip
  • “Command History”, ein kleiner gelber Post-It-Zettel in der iPad-Variante, bietet eine Liste mit zurückliegenden DOS-Befehlen, die über dieses Ausstattungsmerkmal direkt abgerufen werden können

U.S.-Spieleportal touchArcade, Forum: iDOS – DOS Emulator is now available. Mit ein paar Erfahrungsberichten über Spiele, die bereits jetzt gut darauf laufen. Etwa Pinball Fantasies! Der Entwickler litchie ist dort anwesend und schreibt mit, was ein gutes Zeichen dafür ist, dass die Emulator-Software weiterentwickelt wird. Das Wichtigste aus dem langen Thread wird hier im Folgenden zusammgefasst. Jemand hat offenbar erfolgreich Windows 3.1 installiert und Solitaire zum Laufen gebracht. Tatsache (Details unten):

iDOS/Solitaire/Windows 3.0 am iPad; Abbildung: MacRumors

Tipp für alle, die sich iDOS rechtzeitig geholt haben: Die Datei iDOS 1.0.ipa (am Mac auffindbar nach Befehlstaste + Leertaste, Eingabe des Dateinamens in die Spotlight-Suche) kopieren und gleich mal sichern! Beim C64-Emulator war es auch so, dass die Möglichkeit, selbst Spiele und Programme zu installieren, in einem späteren Update gestrichen wurde.

Ich versuchte, leider ohne Erfolg, eine externe USB-Tastatur über Apples Camera Connection Kit anzuschließen. Das “Microsoft Natural Keyboard”-Monster funktioniert zwar in vielen Apps (etwa Notizen, Safari, Mail…), jedoch nicht mit iDOS. Hier müssten die Entwickler einfach nur Apples Keyboard-API einflechten, vielleicht kommt das ja in einer Software-Aktualisierung.

Die Rückschritt-Taste ist auf der virtuellen Tastatur oben rechts und mit BS beschriftet (Backspace), unten links ist mit Fn die oberste Reihe umschaltbar zwischen den Funktions- (Fn) und Ziffern- plus Sonderzeichentasten. Vollbild-Funktion am iPad (nur in der horizontalen Breitbild-Ausrichtung): Die virtuelle Ein- und Ausschalttaste am dargestellten PC betätigen; Optionen: Das Zahnradsymbol ganz in der Nähe. Nettes Tippgeräusch, das frappant an alte PC-Tastaturen erinnert.

Jemand konnte Borland Turbo Pascal C 2.0 installieren und damit C-Programme herstellen. Illustriertes Posting im tA-Forum. Download-Quelle.

Ein paar Quellen für DOS-Spiele (Details dazu, wie sie installiert werden, weiter unten) für alle, die keine Lust haben, im Keller zwanzig Jahre alte Floppy-Disks zu suchen, zu entstauben und über irgendein nicht vorhandenes Laufwerk A:\> zu kopieren:

Nicht nur für Nostalgiker schwer hitverdächtig. Lehrreiches und hypermodernes, interaktives und voll funktionsfähiges Museum in der Hemdtasche!

Microsoft Word 5.5

Microsoft Word 5.5 ist Freeware und vom Hersteller zu beziehen. Direkter Download-Link. Die heruntergeladene Datei Wd55_ben.exe umbenennen etwa in wd55.exe und via USB/iTunes/”Dateifreigabe” auf iPad/iPhone/iDOS überspielen (Details siehe weiter unten bei “Spiel installieren”). In iDOS unbedingt einen neuen Ordner anlegen, weil die wd55.exe ungefähr 5.000 Dateien in dem Verzeichnis entpackt, wo sie aktiviert wird. Danach setup.exe in dem Verzeichnis ausführen und hochnotpeinliche Setup-Abfragen beantworten, so wahr mir Gates helfe. Word 5.5 am iPad:

Wird die damit generierte *.doc-Datei auf den Mac überspielt und mit Apple Pages geöffnet, wird das mit einer Fehlermeldung quittiert. Im Gegensatz zu NeoOffice, dort stellt sich das am iPad hergestellte Dokument so dar:

Sound Club

Die Vollversion von Sound Club (MIDI-Editor und -Player) ist ebenfalls Freeware (Hersteller-Website mit Download-Link) und alleine schon wegen dem Demo-Song Popcorn die Installation wert. Stereo über Audio-Out oder Kopfhörer!

Back to iFuture!

Es ist soweit: Mit einer qmodem-Installation über DOS ins Internet! Jemand hat einen BBS-Server (Wiki) aufgesetzt und eine Anleitung geschrieben, wie man Kontakt aufnimmt (inzwischen gelegentlich down, weil er gehackt wurde).


Ich habe es ausprobiert: Funktioniert! Chat, Files-Download… Läuft wunderbar. Man kann dort direkt Dienstprogramme & Spiele abseits von App Store und iTunes/Dateifreigabe auf das iPad herunterladen, installieren und in Betrieb nehmen. In der qmodem/install.exe unter “Modem, Communication Parameters, Default baud rate” auf 115200 (default 2400) umstellen, sonst muss nichts konfiguriert werden (nur die Abfrage, ob man einen Farb- oder Monochrom-Monitor verwendet, wahrheitsgemäß beantworten).

Wer die dazu nötigen PgDn- und Home-Tasten auf der virtuellen Tastatur vermisst (stehen standardmäßig nur in der iPad/iDOS-Version im Querformat zur Verfügung), kann sie sich über die iDOS-Optionen besorgen:

Windows 3.1/95 am iPad

Auch eine Windows-3.1-Installation gelang hier in der Rossau! (Ich erwarb die Lizenz für das Betriebssystem vor Jahrzehnten zusammen mit einem gebrauchten PC.) Einfach am Mac den Inhalt der einzelnen Disks (Quelle, ohne Gewähr) in einen Ordner (benannt etwa mit doswin) zusammenfassen, den Ordner komprimieren (“zippen”, “packen”; siehe auch unten “Installation eines Spiels”) und über die iTunes-Dateifreigabe die generierte Datei doswin.zip auf iDOS am iPad überspielen.

Danach am iPad/iDOS

C:\>unzip doswin.zip

eingeben, was vollautomatisch einen unkomprimierten Ordner anlegt. In dieses Verzeichnis mit

C:\>cd doswin

wechseln und dort den Befehl setup ausführen lassen, also

C:\DOSWIN>setup

Dabei wird automatisch ein neues Verzeichnis windows angelegt. Nach etwa zehn Minuten kann die grafische Benutzeroberfläche von DOS gestartet werden –

C:\>cd windows

C:\WINDOWS>win

– und läuft einwandfrei samt Maus und Tastatur! Was für ein Gag!

Das sieht dann so aus (Windows 3.1 am iPad):

Das Verschieben von Elementen (Maus ziehen, etwa im Spiel Solitaire) lässt sich mit zwei Fingern bewerkstelligen: Einer hält (Tap + Finger drauflassen, bis der grüne Fingerabdruck unter der Kuppe erscheint), der andere bewegt sich; nicht ganz smooth, funktioniert aber einwandfrei. Zwei-Finger-Tap = Rechtsklick (oder R-Schaltfläche links).

Konnte auch den Windows-Bildbetrachter ACDSee installieren (laut Quelle Freeware, Version 2.2). Vorher mussten andere Grafiktreiber mit mindestens 256 Farben eingerichtet werden (genauer: S3 864 1.41B5 640×480 256; s. übernächster Absatz). Allerdings funktioniert dann die Rückkehr zum DOS-Prompt nicht mehr ganz so reibungslos. Aber ein iDOS-Neustart ist am Touch-Device eine Angelegenheit von wenigen Sekunden.

Mit 32K-Farben sieht das Bild zwar noch besser aus, aber Windows wird ziemlich langsam. Das lässt sich mit dem DOS-Befehl cycles 4500 beheben (vor dem Start von Windows eingeben, Wert variabel), allerdings ist dann der Sound (über die Soundkarten-Drivers) gestört. Ebenfalls der Performance zuträglich: memsize 32 (ergibt 63 MB virtuellen Arbeitsspeicher für Windows 95, s. u.).

Weitere Informationsquelle für Hardcore-Installer (Soundkarten-Treiber bringen die originalen System-Sounds, WAV- und MIDI-Bearbeitung; spezielle Grafiktreiber für höhere Farbauflösung).

Auch der Internet-Explorer (Quelle; Version 3.03) ließ sich installieren, noch hapert es jedoch mit dem Internet-Anschluss innerhalb von iDOS. Netzwerktreiber lassen sich nicht einrichten.

Windows 95 und Windows 98 werden gerade in den diversen einschlägigen Foren getestet, aber es sieht eher mau aus. Die DOSBox läuft mit 16 Bit, die jüngeren Windows-Versionen teilweise mit 32, was sich nicht ganz verträgt. Aber vielleicht findet man ja eine Lösung, die von iDOS generierte Konfigurationsdatei dospad.cfg ist durchaus editierbar. Halt! Stopp! Geht doch:

Jemand aus dem tA-Forum hat eine ziemlich komplette und illustrierte Anleitung hochgeladen. :) Wer wie ich Windows 3.1 bereits installiert hat (s. o.), braucht nur die Dateien w95.img und win.bat (aus dem Link in der Anleitung) im iDOS-Laufwerk C:. Ansonsten die Anleitung befolgen, befindet sich alles in der Datei.

Nun, Windows 95 bootet tatsächlich. Das erste neue Stück Software, das ich in meinem Leben kaufte, die Lizenz zum Verzweifeln sozusagen, und wenn ich genau suche, finde ich womöglich sogar noch die Rechnung. Schier unglaublich! W95 fast uneingeschränkt funktionstüchtig am iPad (Klick für Originalauflösung des Rossau-Bildschirmfotos):

Was leider (vorerst?) nicht funktioniert, ist der eingebaute und automatisch mitgelieferte Internet Explorer (W95 crasht beim Aufruf, was unangenehm ist, denn beim nächsten Start läuft zunächst zur Strafe minutenlang ScanDisk); auch die Netzwerktreiber können nicht nachgeladen werden.

Werde versuchen, eine ältere IE-Version oder Netscape zu installieren, sobald ich dazukomme.

Windows 95 immer brav über die Start-Taste, “Shut down” und dann die erste Option “Shut down the Computer?” beenden. Rückkehr von W95 zum “reinen” DOS leider unmöglich (die W95-interne “Eingabeaufforderung/MS-DOS Prompt” sieht zwar aus wie DOS, läuft aber, nun, unter W95, also gewissermaßen ein Emulator innerhalb eines Emulators); die App iDOS muss in diesem Fall neu gestartet werden.

Wenn W95 zerstört wird, was leicht passieren kann (liegt zumeist an Windows, es reicht der Versuch, ein Netzwerk einzurichten), einfach die Image-Datei w95.img (sofern die vorhin verlinkte Anleitung befolgt wurde) vom iPad löschen und nochmal über iTunes aufspielen, – dauert nicht einmal eine halbe Minute (vor fünfzehn Jahren mindestens eine halbe Stunde).

Also: Toll, dass es geht, ansonsten ist W95 genauso wenig zu gebrauchen wie damals, als es rauskam. Privat bin ich seit meinem Umstieg vor vier Jahren auf Mac OS X völlig frei von MS-Code und habe keine Sekunde bereut. Diese Herumspielerei bestätigt das wieder einmal vortrefflich. Tataa! Große Ausnahme/Premiere am iDevice anlässlich von iDOS.

Installation eines DOS-Spiels

Die Spiele laufen alle am besten direkt unter iDOS (unter Windows lassen sie sich zwar starten, laufen dann aber meistens zu langsam). Etwa die Shareware-Version vom Flipper-Simulator Epic Pinball (ein Tisch von vier voll funktionstüchtig, nämlich der beste Epic-Tisch “Android”) hier herunterladen.

Die Datei (ein Ordner, seinen Dateinamen eventuell auf maximal acht Stellen kürzen, nicht Groß- und Kleinbuchstaben mischen; wird am Mac von OS X im “Downloads”-Verzeichnis automatisch dekomprimiert/entpackt) mit der rechten Maustaste anklicken und wieder “Komprimieren”, dabei entsteht im gleichen Verzeichnis pinball.zip und hat 883 KB. Nochmal: Nicht pinball.ZIP und nicht PINBALL.zip, nicht Pinball.zip und schon gar nicht PinBall.ZIP, bitte kontrollieren und eventuell ändern! Sonst finden DOS-Befehle unter iDOS die Dateien nicht.

Bei diesem Pinball-Spiel ist bezüglich Dateinamen alles in Ordnung (keine Änderungen von Länge und Zeichen nötig), andere Spiele verhalten sich da oft widerspenstiger. Bitte unbedingt beachten!

Diese Datei via iTunes/Dateifreigabe auf iDOS überspielen (iPad muss am USB-Kabel hängen, in iTunes das touch-Gerät in der linken Seitenleiste unter “Geräte” markieren, dann im Hauptfenster den Karteikartenreiter “Apps” wählen, etwas runterscrollen, “iDOS” aktivieren).

Sobald das File angekommen ist (dauert keine zwei Sekunden), in iDOS…

C:\>unzip pinball.zip

…eingeben (es wird im Hintergrund entpackt und vollautomatisch ein neues Verzeichnis pinball angelegt), danach das Verzeichnis wechseln und das Spiel starten:

C:\>cd pinball

C:\PINBALL>pinball

Jeweils gefolgt von der Return/Enter-Taste wie immer. Fertig! Läuft prima! Perfekte Wiedergabe der physikalischen Verhältnisse trotz des sehr rasanten Spielablaufs. Absolut stabil. (Unten habe ich ein paar Steuerbefehle innerhalb des Spiels aufgezählt.)

Für den Vollbild-Modus (erreichbar über die virtuelle PC-Ein- und Ausschalttaste links oben am Bildschirmrand) eventuell die Belegung des eingeblendeten Key-Pads konfigurieren (Zahnradsymbol). Die vertikale (Portrait) Ausrichtung ist okay.

Echter Stereo-Sound (mit Kopfhörern getestet)! Im pinball-Verzeichnis findet sich die Datei setup.exe. Hier kann getrost auf Soundblaster 16 Stereo High Quality umgestellt werden. Falls gefragt wird – hier die weiteren Settings (gelten für alle Spiele mit Sound:

  • Base I/O Address 220
  • MIDI Port address 330
  • Interrupt Setting 7 (die meisten schlagen 5 vor, aber iDOS verwendet 7)
  • Low DMA 1 (oder falls es die einzige DMA-Abfrage ist)
  • High DMA 5

Während des Spiels die cycles auf einen Wert unter 2000 stellen (geht aus der großen grünen LCD-Anzeige am virtuellen PC hervor), und zwar mit der Tastenkombination CTRL + F11 (F12 stellt höher), sonst kann es sein, dass der Sound etwas stottert. Die minimalistische Sound-Alternative “PC-Speaker” (in den setup.exe-Einstellungen) ausprobieren, köstlich das Gezwitscher; es handelt sich dabei um so etwas wie Minimalkunst.

Innerhalb des Spiels Epic Pinball Android Bildschirme weiterblättern mit ESC. Optionen auswählen mit den Pfeil-Richtungstasten oben/unten sowie der RETURN-Taste. Die Kugel ins Spielfeld schießen mit der Leertaste. Flipper links/rechts: Beide SHIFT-Tasten (Hochstelltasten). Pause mit P. Speicherung des Höchststands nach der fünften Kugel. Es können zahlreiche Einstellungen vorgenommen werden (etwa Anzahl der Kugeln), auch die Rules-Tabelle zur genauen Zählweise ansehen. Skill Shot! :)

Weitere Spiele-Tipps:

Sehr humorvolles Point & Click Abenteuer-Rätselspiel (engl.): Discworld. Meine Installationshinweise, Download-Links und Beschreibung der Steuerung im touchArcade-Forum.

Lemmings (Download via Oldschooldos). Walkthrough (engl.) für jene, die das Kultspiel noch nicht kennen. Maussteuerung funktioniert, die epische Musik ebenfalls.

Bei Spiele-Software, die nicht und nicht laufen mag, kann man versuchen, die iDOS-Konfiguratiosdatei dospad.cfg anzupassen. Hier ein Vorschlag bei touchArcade, der manch ein Spiel zum Funktionieren brachte, besonders solche, die von dem Speicher-Manager dos4gw Gebrauch machen; die DOS-Befehle können auch einzeln eingetippt werden oder in eine Batch-Datei (Endung *.bat), die vor dem Start eines bestimmten Spiels ausgeführt wird .

Weiterer tA-Tipp (loadfix) für Wing Commander 1 + 2.

Resümee

Eine kleine technische Spielerei, ein gelungener Gag für das Wochenende. Nerds mit DOS-Migrationshintergrund kommen absolut auf ihre Kosten. Nostalgisches Retro-Feeling pur. Begriffe wie autoexec.bat und Soundkartentreiber erleben eine romantische Renaissance. Viele der fünfzehn Jahre (oder länger) alten Spiele laufen ausgezeichnet und wecken ganz außerordentliche Erinnerungen.

Es wird viel spekuliert, warum der recht gut durchdachte Emulator so schnell aus dem App Store verschwunden ist, aber es war ja fast zu erwarten: Man bekommt Zugang auf das root-Verzeichnis (offenbar nur Leserechte) am touch-Gerät (vorher muss Laufwerk D: gemounted werden); die Verwertungsrechte der beiden mitgelieferten Spiele sind nicht geklärt; man kann alle mögliche Software installieren.

Die Jailbreak-Szene hat jedoch bereits reagiert (die App ist angeblich über Cydia zu beziehen, beziehungsweise gibt es dort schon länger Emulatoren), und vielleicht kommt iDOS ja leicht modifiziert wieder, ähnliche Vorgänge sind wir ja schon fast gewöhnt (siehe C64-Emulator). Hinweis: Die DOSBox-Version für jailbroken Devices unterstützt die hier öfter erwähnte und beschriebene Überspielung von Dateien via iTunes/Dateifreigabe/USB nicht, hier muss zu anderen Lösungen gegriffen werden (SSH).

Allgemein wird bestätigt, dass der Emulator am iPad besser bedienbar ist und performanter läuft.

touchArcade weiter am 27. Oktober 2010: The Importance of iDOS, or, Someone Run With This Idea. Angeblich hat der Entwickler von iDOS eine neue Version der App an Apple zur Begutachtung übermittelt, die ohne die beiden Spiele ausgestattet ist; außerdem soll der Zugang zum Dateisystem eingeschränkt werden. Hoffnung für alle, die sich dafür interessieren und zu spät kamen.

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Eine Antwort zu DOS is back + Windows 3.x/95 am iPad [2. Artikel-Update]

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