“Die Privatsphäre-Einstellungen zu ‘Facebook-Orte’ verteilen sich auf vier Stellen” [Update]

Da ich weiß, dass viele trotz meiner eindringlichen Warnungen von diesem Sozialschmäh-Machwerk nicht lassen können, bleibt nur zu informieren. Der deutsche Computer-Fachverlag Heise tut das auf hervorragende Weise, außer dass einige User im dazugehörigen Forum darüber berichten, das “Feature” “Orte” sei in der iPhone-App standardmäßig aktiviert, beziehungsweise die Firma ändere die Einstellungen gelegentlich klammheimlich, ohne darüber ein Wort zu verlieren. Unglaublich! Unerhört!

Pflichtlektüre: Facebook ortet jetzt auch in Deutschland. Da ich diesen Hort der schamlosen und peinlichen Selbstdarstellung und perfiden Indiskretion strikt meide, kann ich nicht beurteilen, ob das auch für Österreich gilt (vermutlich schon), aber schaden kann’s in keinem Fall, darüber aufzuklären. Schön langsam muss man empfehlen, um bekannte Anhänger dieser Netzwerke einen großen Bogen zu machen (spätestens wenn sie anfangen zu fotografieren), sie verpfeifen einen womöglich (ohne es zu wissen) an Ort und Stelle an gute und böse Rasterfahnder und große und kleine Terroristen.

Spiegel online etwas später: Britisches Verteidigungsministerium warnt vor Facebook Places und Facebook startet deutschen Hier-bin-ich-Dienst, daraus:

Todesgefahr durch Facebook Places befürchten britische Militärs für ihre Schutzbefohlenen… Eher Schreckensvision als Fortschrittsversprechen… Allerdings sollte jeder Facebook-Nutzer seine Privatsphäre-Einstellungen prüfen. Denn je nachdem, welche Einstellungen man bisher hatte, können die Einschränkungen bei der Verortung durchaus lax ausfallen… Überhaupt ist bei den Detaileinstellungen des Verortungsdienstes das Opt-in (also eine explizite Zustimmung) nicht immer der Standard. So ist war bei einigen von SPIEGEL ONLINE überprüften Facebook-Konten die Option aktiviert, dass die Anwendungen von Facebook-Kontakten ermitteln dürfen, welche Orte man besucht hat.

Siehe auch Rossau: Vorsicht Freunde! Es ist schon richtig, wie Spiegel bemerkt, dass es solche “Features” auch bei anderen Netzwerken gibt, aber nirgendwo sonst ist es so leicht einzuschalten (manchmal unbemerkt), nirgendwo ist es so schwer abzuschalten, und kein anderes Netzwerk ist so populär.

Aus dem Heise-Forum:

Wozu Vorratsdatenspeicherung? Die Facebook-User tun das freiwillig.

Mein Tipp: Niemals beitreten. Falls bereits geschehen, versuchen, den Account und alle Einträge sofort zu löschen (keine Sorge: kein normaler Mensch wird einen vermissen, man ist ja schließlich noch nicht gestorben, auch wenn die von Failbook automatisch generierten Web-Seiten so aussehen), vor allem das hochgeladene Kontakte-Verzeichnis (Adressbuch). Ist aber sehr schwer und teilweise unmöglich laut diversen Quellen im Internet.

Update. Das wird ja immer schöner! Heise am 17. Oktober 2010: Facebook verrät Kontakte von Nichtmitgliedern.

Legal Tribune: Der “Gefällt mir”-Button als Spion, daraus:

Seit seiner Einführung haben tausende Webseitenbetreiber den Like-Button von Facebook in ihre Seiten eingebunden. Das Pikante: Der Button späht Nutzer dabei auch dann aus, wenn er nicht angeklickt wird. Ist nun Facebook der neue Big Brother?

Michael Marc Maisch hält den kleinen Daumen für datenschutzwidrig und warnt vor drohenden Bußgeldern.

Spiegel Online am 24. Oktober 2010: Konzerne sperren Mitarbeitern Facebook-Zugang aus Sicherheitsgründen und wegen Industriespionage und Datenpannen.

Update, 26. Oktober 2010: Die App Prifacy soll Privatsphären-Einstellungen erleichtern. Derzeit kostenlos erhältlich. App Store Link. Ungetestet.

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