iTunes 10.0.1 mit “Ping”-Menüs und Fehlerbehebungen erschienen + Vorsicht Freunde!

Apple veröffentlichte vor wenigen Stunden die neue Version 10.0.1 des Multimedia-Verwaltungsprogramms iTunes, das zur Aktivierung und Verwaltung von iPhone, iPod touch und iPad, zur Abwicklung des Accounts bei Apple und zum Download von Applikationen aus dem App Store nötig ist. Die Aktualisierung ist über den Hauptmenüpunkt “Nach Updates suchen…” zugänglich. Die Routine stellt folgende Informationen zur Verfügung (Bildschirmfoto):

Das neue Feature Ping integriert soziale Netzwerkfunktionen, Rossau berichtete anlässlich der Erscheinens von Version 10. Es gibt nach dem Update auf 10.0.1 zu jedem Song Menüs, die aufgeklappt werden können, und wo diese Funktionen zugänglich sind. Diesbezügliche neue Lizenzbestimmungen (mehrseitig, kleingedruckt, englisch) müssen seit gestern “gelesen und akzeptiert” werden, sonst ist kein Download von Medien und Apps mehr möglich. Yes, Sir!

Ansonsten betrifft das iPhone & Co. nicht direkt. Wie immer können in rein technischer Hinsicht alle Apple-Updates empfohlen werden, die Angelegenheit dauert nur ein paar Minuten, der Mac braucht nicht neu gestartet zu werden. Es gilt als ziemlich sicher, dass von Apple nicht immer sämtliche Fehlerbehebungen angegeben und öffentlich dokumentiert werden wie in der oben abgebildeten Liste.

Habakuks Kommentar: Der Ping-Knopf ist jetzt innerhalb von iTunes fast so omnipräsent wie das Gesichtsbuch-Logo im Rest des Internets. Ich kann mich ohne große Mühe beherrschen… Bitte nicht noch eine Freunderlwirtschaft! Wenn das so weitergeht, gibt’s bald mehr solche Netze als potenzielle Opfer im Adressbuch. Mir persönlich reicht das Game Center, schließlich ist das streng themenbezogen auf Spiele (okay, das ist Ping auch – auf populäre Musik, die mich persönlich nicht interessiert).

Bleibt hier jedenfalls mindestens so lange deaktiviert, bis ich sicher bin, dass es sich nicht um eine neue Web-2.0-Seuche mit eklatanten Indiskretionen und User-Verhöhnung handelt, auf die offenbar kaum jemand verzichten kann. Es folgt ein ungewohnt aufdringlicher Screenshot mit Originaltext in harschem Befehlston und originalen Beistrichfehlern aus iTunes:

Diesmal wird distanziert gesiezt, im Apple Store ist das sonst keineswegs so (was es übrigens mit einem nordeuropäischen Einrichtungshaus gemein hat). Der ganze Laden scheint frappant F******k-Niveau anzunehmen…

Vorsicht Freunde!

Omnipräsent in Apples 'App Store' bereits seit vielen Monaten

Zum Thema Social Networks, Zuckerberg und Eisenberg vielleicht noch ein interessanter und aktueller Spiegel-Artikel. Ein Film über egomanische Selbstdarsteller, besoffene Ideen und soziopathische Karrieristen, denen es – Überraschung! Überraschung! – nur ums Geld geht, wird einerseits kritisch besprochen, und andererseits prangt das Logo des “Gefällt mir”-Ladens gleich darunter: Der Sozio-Pate. Wie treffend! Dazu auch DPA: Kein süßer Zuckerberg.

Gefällt mir nicht! :)

Warum das so ist? Nun, hier als Mosaiksteinchen ein früherer E-Mail-Austausch aus recht zuverlässiger Quelle. Es gibt keinen Grund, außer die nackte Profitgier, solche Dinge kopieren zu wollen. Der Name des Gesichtsbuchs biedert sich auch so schon in jedem App-Menü präsenter an, als ihm zusteht.

Womit nicht gesagt sein soll, dass es nicht ähnliche Netzwerke gibt, die hehre Ziele verfolgen. Das gute alte Usenet etwa steht als effiziente, demokratische und von gewinnorientierten Firmen unabhängige Kommunikationsplattform schon seit vielen Jahrzehnten erprobt zur Verfügung. Aber auch hier gilt:

  • Niemals unter dem echten Namen posten oder Accounts erstellen
  • Niemals Namen und Daten von Verwandten und Bekannten auf unbekannte oder bekannt unzuverlässige (FB) Server hochladen – hier könnte sich im Ernstfall sogar ein gerichtlich sanktionierbares Problem mit der Haftung und fahrlässigem Umgang mit Daten ergeben, wenn solche Aktionen bewusst gesetzt werden; Adressbücher und Kontakteverzeichnisse haben in der Online-Cloud nichts verloren (das betrifft auch die Services von Google und Konsorten) und bleiben strikt auf lokalen oder den persönlichen mobilen Datenträgern, Vorsicht bei Kalender-Verknüpfungen!

Und selbst wenn die vorstehenden Punkte stets beachtet und lückenlos eingehalten werden:

  • Niemals eigene oder fremde Daten der unmittelbaren Umgebung (Fotos, GPS-Daten, Adressen von zuhause und Dienst-, Urlaubsort, Fotos vom eigenen Fahrzeug, Kindern, Haustieren) veröffentlichen
  • Niemals einer unbekannten Menschenmenge seinen momentanen Aufenthaltsort bekanntgeben

Siehe dazu auch den Computer-Fachverlag Heise am 4. Oktober 2010: Britisches Verteidigungsministerium warnt vor Facebook Places.

Schönen Gruß von der Rossauer Security- und Privacy-Hauptabteilung

Diese Grundsätze gelten seit Anbeginn des Internet, heute wichtiger denn je. Und nein, es handelt sich um keine Paranoia, wir haben extra beim Sigmund-Freud-Zentrum – hier gleich um die Ecke – angefragt. ;) All das gilt auch, wenn man felsenfest davon überzeugt ist, eh nichts zu verbergen zu haben, speziell wenn Dritte (ohne gefragt zu werden) mit hineingezogen werden. Rauschangriff und Lasterfahndung beherrschen nicht nur professionelle Profiler, sondern auch üble Zeitgenossen und Terroristen.

Sorry für die kleine Abweichung vom Thema iTunes und seinen neuen distanzsozialen Netzwerkfunktionen, aber man kann das gar nicht oft und eindringlich genug wiederholen.

About these ads
Dieser Beitrag wurde unter Aktuell, iPad, iPhone, iPod touch, Sicherheit und Privatsphäre abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu iTunes 10.0.1 mit “Ping”-Menüs und Fehlerbehebungen erschienen + Vorsicht Freunde!

  1. Pingback: „Die Privatsphäre-Einstellungen zu ‘Facebook-Orte’ verteilen sich auf vier Stellen“ | Rossau

  2. Pingback: iTunes neue Version 10.1 mit AirPlay- und iOS-4.2-Unterstützung erschienen | Rossau

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s