Apple veröffentlicht Betriebssystem-Version iOS 4.1

Wie bereits angekündigt, steht pünktlich seit 19 Uhr 05 MESZ die iOS-Version 4.1 für das iPhone und den iPod touch zum Download bereit. Voraussetzung ist die vor einer Woche erschienene iTunes-Version 10. Wie immer in der linken iTunes-Seitenrubrik das Gerät auswählen und im Hauptfenster “Nach Update suchen”.

Der restliche Vorgang läuft weitgehend vollautomatisch ab. Apple informiert über die wesentlichen Änderungen im Vergleich zur Vorgängerversion:

Download und Installation

Der Download für mein iPhone 4 war 589,9 Megabyte groß, für das alte iPhone 3G, das mir weiterhin als “erweiterter iPod touch” ohne SIM-Karte dient, 308,2 MB.

Danach folgen Datensicherung und das übliche Prozedere, das völlig ohne Interaktion des Benutzers abläuft. Der Vorgang ist abgeschlossen, wenn das iPhone neu gebootet hat (“Einschalten”-Riegel erscheint) und in der linken Seitenleiste von iTunes wieder auftaucht. Das dauerte hier bei meinem bis auf 10 GB befüllten iPhone 4/32 GB insgesamt fünfundzwanzig Minuten (beim iPhone 3G etwas länger).

Die Angaben am iPhone 4 unter “Info – Allgemein” im Vergleich zur Vorgängerversion 4.0.2:

(Beim iPhone 3G steht bei 4.1-“Modem-Firmware” übrigens abweichend 05.14.02.)

Außerdem wurde am Mac das iPhone-Konfigurationsprogramm aktualisiert, das es Firmen oder Großfamilien ermöglicht, mehrere iPhones gleichzeitig zu konfigurieren.

Computerworld: A look at Apple’s updated iPhone Configuration Utility

HDR Fotografie

“Mehr Drama” in den Aufnahmen

Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft – neben dem Game Center (neues Icon am Homescreen) und der Möglichkeit, HD-Videos zu YouTube und MobileMe hochzuladen – die Option High Dynamic Range für die iPhone-4-Kamera. Sobald aktiviert, wird der Blitz abgeschaltet. Hier die neue Schaltfläche im großen Touchscreen-Sucher (ganz rechts der Umschalter auf die frontseitige FaceTime-Kamera und vice versa):

Laut Apple werden bei aktiviertem HDR automatisch – und vom Fotografen unbemerkt – drei Serienfotos aufgenommen, die unterschiedlich belichtet sind, und dann werden ebenso automatisch die richtig belichteten Elemente zusammengeführt (Wikipedia über diese Technik). Originalton Apple:

Die Einstellung kombiniert Mehrfachbelichtungen zu einem HDR Bild. Von jedem Foto werden die Original- und die HDR-Version gesichert. Das lässt sich in den ‘Einstellungen’ ändern.” Werden im “Foto”-Ordner HDR-Aufnahmen aufgerufen und angesehen, so sind sie mit einem Symbol markiert, solange die Menü- und Navigationsschaltflächen sichtbar sind.

Das Beispiel von Apple verdeutlicht, wie der sonst überbelichtete Himmel mit aktiviertem HDR schön blau wird

HDR gab es bisher schon in speziellen Anwendungen (etwa Pro HDR, allerdings nur mit zwei Fotos), nun also im Betriebssystem. Sehr praktisch. Das erhöht die Bildqualität von möglichst unbeweglichen Objekten bei schwierigen Lichtverhältnissen erheblich. Der erste Fotoapparat der Welt mit eingebauter und vollautomatischer HDR-Funktion!

Sobald ich dazukomme, werde ich das bei Tageslicht testen.

Anwendungsbeispiel: Wird im Sucherbild festgestellt, dass Teile der Aufnahme hoffnungslos unter- oder überbelichtet werden (etwa starke Licht/Schatten-Unterschiede im Bildausschnitt), und lässt sich das auch durch Berühren der schlecht belichteten Elemente am Touchscreen nicht beseitigen (Fokus- und Belichtungshalbautomatik), so kann man versuchen, das Problem durch Aktivieren der HDR-Funktion zu mildern. Wird HDR zu unpassenden Gelegenheiten eingesetzt, sehen die Aufnahmen überbelichtet und “ausgewaschen” aus.

Ein Artikel mit detaillierteren Einsichten zu der Technik und Vergleichen mit der einzigen “echten” (also nicht eine von den zahlreichen, die nur mit Tone-Mapping arbeiten) HDR-App im Store, Pro HDR, findet sich demnächst in diesem Theater.

Kleiner Ausblick in die Zukunft: Spiegel online (29. September 2010): HDR-Videos. Fotografen zaubern erste Hochkontrast-Clips. Mit beeindruckenden Demo-Videos. Eine Laufbild-HDR-Option nicht für DSLR-Kameras mit “heavy photoshopping”, sondern demnächst auch ganz einfach mit Bordmitteln des iPhone?

    Game Center

    Das Game Center ist ein neues Soziales Netzwerk, das von Apple für Spiele unter iOS 4.1 erstellt wurde, ähnlich wie Xbox Live, das PlayStation Network oder die bisher schon erfolgreich in iPhone-Spielen eingebauten Online-Score-Ergänzungen OpenFeint, Plus+ und Agon. Es ist eine Reihe von Funktionen enthalten: “Erfolge” (Achievements, Sonderwertungen), Ranglisten, Online-Multiplayer, Auto-Match-Making etc.

    Das Game Center steht ab sofort für jedermann mit iOS 4.1 und einem iPod touch der 2., 3. oder 4. Generation sowie iPhone 3GS und iPhone 4 zur Verfügung; die Unterstützung des iPad wird irgendwann im November 2010 zusammen mit iOS 4.2 erwartet.

    Ich musste mir im funkelnagelneuen Game Center natürlich gleich meinen User-Namen sichern. Noch ist dort ja nicht allzuviel los, aber es erklingt eine nette Fanfare bei Freundschaftsanfragen (nicht erschrecken). Schon trudeln die ersten Game-Aktualisierungen ein, die das neue Soziale Netzwerk unterstützen.

    Das U.S.-Spieleportal touchArcade pflegt eine aktuelle Liste von bereits zur Verfügung stehenden und zukünftigen Games, die das Game Center unterstützen. Ähnliches bietet eine neue Extra-Seite im App Store. Jemand hat sich die Mühe gemacht und aufgelistet, wie man zu den “Erfolgen” in den einzelnen Spielen kommt: Game Center achievements.

    Apple (engl.): Game Center – Überblick

    Tipp: Neues und ganz nettes Gelegenheits- und Geschicklichkeitsspiel mit Game Center: Keep the Ball (App Store Link, kostenlos). Keine Erklärungen nötig, – jeder kann den luftigen Balance-Akt sofort bedienen. Wer behält Nerven und Konzentration und verdrängt Habakuk vom derzeit (9. 9., 19 Uhr) 1. Platz weltweit (241 Sekunden) im schwierigsten Modus “HARD”?

    Resümee

    Die Aktualisierung kann wie immer empfohlen werden. Auch die ersten Meldungen in internationalen Foren (Stand: 21 Uhr) lassen nichts Anderes zu. Ein Software-Entwickler, der die General-Master-Version bereits seit zwei Tagen im Einsatz hat, berichtet:

    • Die Probleme mit dem Annäherungssensor sind definitiv behoben
    • Bluetooth scheint besser geworden zu sein (nun zusätzliche Audio-Steuerfunktionen wie Vor- und Zurückspulen)
    • Probleme mit Microcells sind offenbar behoben
    • Weniger Gesprächsabbrüche (hier nie ein Problem gewesen)
    • Scheint ein wenig schneller beim Umschalten von Apps geworden zu sein

    Weitere Informationen

    Anzeige der Signalstärke

    Der “Field Test”-Modus ist mit iOS 4.1 wieder da. Er bietet statt der üblichen Balkenanzeige eine numerische Angabe der Empfangsleistung. Um diesen Modus zu aktivieren, in das Ziffernfeld der Telefonfunktion *3001#12345#* eingeben und die grüne Schaltfäche mit dem Telefonhörersymbol betätigen. Der Modus bleibt so lange aktiv, bis die physisch vorhandene Home-Taste gedrückt wird. Bei Anandtech gibt es in der Diskussion zum Artikel Apple’s iPhone 4: Thoroughly Reviewed viele Details darüber, wie diese Angaben zu interpretieren sind. MacRumors dazu: iOS 4.1 Restores Field Test Mode. Kurz: Je höher die negative Zahl, desto schlechter.

    Vorschau: iOS 4.2 im November

    Das nach wie vor mit iOS 3.2.2 (ohne Multitasking, Ordner und Game Center) dahinwerkelnde iPad kommt laut Apple im November mit einer neuen Betriebssystemversion dran, wenn das ebenfalls bereits angekündigte iOS 4.2 zur Verfügung stehen wird. Dafür gibt’s dann zusätzlich unter anderem Textsuche im Safari, Printing und AirPlay. Siehe Rossau: Apple veröffentlicht Details zu iOS 4.2 am iPad.

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    5 Antworten zu Apple veröffentlicht Betriebssystem-Version iOS 4.1

    1. Pingback: Apps-Aktionen 36. Woche 2010 | Rossau

    2. Robert Niessner schreibt:

      Die Geschwindigkeit am 3G hat sich mit diesem Update definitiv normalisiert :-)
      Zum Updatevorgang selbst:
      Ich hatte folgendes Problem unter WinXP mit iTunes 10 – der Backupvorgang fror irgendwann ein, sodass ich iTunes abschiessen musste. Von da an konnte eine Sicherung vom iPhone nicht mehr gestartet werden. Ich habe dann komplett wie auf der Apple-Support-Seite beschreiben alle Appleprogramme deinstalliert und iTunes 9.2.1 neu aufgesetzt (um potenzielle Probleme mit iTunes 10 auszuschließen). Dazu noch das Update auf 4.1 manuell runterladen und in den entsprechenden ITunes Ordner kopieren.
      Bei mir hatten Komplettsicherungen immer mehrere Stunden in Anspruch genommen und so habe ich einen Tipp aus einem Forum probiert: Vor dem Backup die Netzwerkverbindung deaktivieren – und siehe da, das Backup dauert plötzlich gerade mal 10 Minuten. Auch das Update ging schnell und reibungslos.

    3. Pingback: Das ‘Game Center’ kommt in die Gänge | Rossau

    4. Pingback: Apple bringt neue Betriebssystem-Version iOS 4.2 | Rossau

    5. Pingback: Apple ändert Game-Center-Geschäftsbedingungen und macht von Realnamen Gebrauch | Rossau

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