Heise: Android-Vergleich, offizieller Provider-Unlock, Tethering, Server-Fernwartung

WWW-Hyperlinks zu interessanten Berichten über aktuelle Themen. Der deutsche Computer-Fachverlag Heise widmet sich in letzter Zeit verstärkt den iDevices und bietet aus seinem aktuellen Printmagazin c’t:

Prüfstand. Smartphone-Duell: Apples iPhone 4 gegen zwei aktuelle Androiden. Online einsehbarer Artikel (nur Leseprobe). Ich werde mir das Heft besorgen und hier in diesem Rossau-Posting rezensieren. (Erledigt, siehe unten.)

In der Online-Ausgabe: Unregelmäßigkeiten in Apples App Store. “Am Wochenende sind zahlreiche Bücher eines vietnamesischen Entwicklers in der Liste der meist verkauften Bücher aufgetaucht. Offenbar wurden für die Manipulation ausgespähte iTunes-Zugangsdaten benutzt.” Mit Link zur MacRumors-Infoquelle. Aktueller jedoch: Apple: About 400 Accounts Affected, App Store Not Hacked. Heise zieht nach: Nach Sicherheitsproblemen im iTunes Store: Apple sperrt App-Anbieter. MacRumors am 10. Juli weiter zu dem Thema: More iTunes Accounts Compromised by App Store Developer?

Aktuell für Generationen-Aufrüster – nicht nur mit Verkaufsambitionen: Freiheitskämpfer. Netzsperre bei alten iPhone-Verträgen lösen lassen. Meine Anfrage bei Orange Österreich ergab, dass das vierzig Euro kostet und “bei langjährigen Bestandskunden schon ein paar Monate vor Vertragsende” stattfinden kann.

Annehmlichkeiten für Server-Spezialisten: Rund um die Uhr Fernwartung per iPhone: “Mit iSSH lassen sich mit dem iPhone Server fernwarten – und zwar nicht nur wie erwartet per Kommandozeile, sondern auch grafisch mittels VNC- und X11-Fernsteuerung.”

Schon etwas länger zurückliegend und auf den deutschen iPhone-Provider T-Mobile geprägt, aber nach wie vor interessant und empfehlenswert: Abgeschnitten. Gibt es einen Anspruch auf iPhone-Tethering? Daraus:

Von Beginn an bot das iPhone keine offizielle Option für den Einsatz als Mobilfunk-Modem. Mit der „Tethering“-Funktion („Anbinden“) hat der Hersteller in der Firmwareversion 3.0 diese Möglichkeit geschaffen – allerdings nur, um sie wenig später mit der 3.1-Firmware faktisch wieder außer Betrieb zu setzen. Das sorgte in der Nutzergemeinde für heftigen Unmut und warf die Frage auf, ob man Apple oder den Netzbetreiber T-Mobile nicht auf rechtlichem Wege zwingen könne, die begehrte Funktion kostenlos wieder freizuschalten.

Rezension

Details zu dem Aufsatz Smartphone-Duell, Apples iPhone 4 gegen zwei aktuelle Droiden in der aktuellen Ausgabe (Heft Nr. 15 vom 5. 7. MMX) der Computer-Fachzeitschrift c’t (Wiki) aus dem renommierten Verlagshaus Heinz Heise (Wiki).

Auf der Titelseite der Ausgabe prangt wie auch auf Seite 82 dieselbe Abbildung, gezeigt wird ein iPhone 4 und ein kleineres Modell, das offenbar ein Fantasiestück des Grafikers darstellt, – mit dem im Artikel verglichenen Nexus One von Google und dem 19000 Galaxy S von Samsung hat es jedenfalls rein optisch nichts zu tun. (Quelle aller Abbildungen in diesem Rossau-Posting: Heise.)

Der Artikel geht bis Seite 89; Werbeeinschaltungen, Grafiken, Tabellen und Abbildungen schlucken etwa ein Fünftel der Seiten. Entspricht somit in etwa der Länge des Berichts über aktuelle Überwachungskameras für Heim und Geschäft.

Fachmagazin?

“Die große Menütaste” habe ich noch in keiner Beschreibung gehört, und es handelt sich um einen völlig ungeeigneten Ausdruck. Es geht offenbar um die Home-Taste. Solche Schlampereien lassen nichts Gutes ahnen.

Der Satz “…der Stummschalter, der zuverlässig alle Lautäußerungen des Geräts eliminiert” zeugt ebenfalls davon, dass sich bei Heise offenbar noch niemand mit dem iPhone näher beschäftigt hat. Wie jeder iPhone-User und Rossau-Leser weiß, kann eine Anwendung selbst entscheiden, ob sie den Klingeln/Aus-Schalter, so heißt er korrekt, respektiert, der Wecker und die Zeitschaltuhr (vorinstallierte Standardanwendungen) tun es zum Beispiel sinnvollerweise nicht, etliche Spiele (da eher irrtümlich) auch nicht. Das Thema ist einigermaßen umfangreich, werde zusehen, da mit einer Zusammenfassung für Klarheit zu sorgen.

Über “ungesperrte” (gemeint sind offenbar never-locked) iPhones, die von “einigen Handy-Shops importiert werden”: “Ein iPhone 4 mit 16 GByte Speicher kostet mindestens 1.000 Euro, für ein 32-GByte-Modell werden sogar über 1.100 Euro fällig.” Deckt sich nicht mit meinen Beobachtungen aus der eBucht und den offiziellen Verkaufspreisen (32 GB: 739 Euro) in den betreffenden Ländern.

Kläglich

Den Kontrastumfang des iPhone-3GS-Displays als “kläglich” zu bezeichnen, halte ich für vermessen. Nicht erst seit dem Retina-Display gehören die Bildschirme der iPhones zu den mit Abstand allerbesten; das merkt jeder, der schon einmal eines gesehen hat. Die Performance des iPhone-4-Bildschirms bei Sonnenlicht wird ebenfalls kritisiert: “Rückschritt gegenüber iPhone 3GS”; das höre ich zum ersten Mal.

Auch dass die “älteren iPhones bei WLAN funktechnisch deutlich schwächelten”, kann ich nach meiner Erfahrung nicht bestätigen, auch nicht im Vergleich mit anderen Smartphones. Man verlässt sich bei Heise leider nicht auf technische Messergebnisse, sondern darauf, “wieviele Access Points angezeigt werden” oder womöglich auf Balkenanzeigen.

“Die Android-Smartphones tauschen via Bluetooth auch Dateien wie Bilder oder virtuelle Visitenkarten aus. Beim iPhone funktioniert das nicht.” Glatte Falschmeldung. There is an app for that, und nicht nur eine (gratis). Funktioniert hervorragend, zuletzt getestet: Bumper. Es gibt auch genügend Spiele, die Bluetooth-Mehrspielermodi einwandfrei unterstützen.

“Fotografieren und Filmen gehörte zu den Disziplinen, in denen die Mitbewerber das iPhone 3GS schon lange überholt hatten. Mit dem iPhone 4 schließt Apple nun auf, überholt aber nicht.” Offenbar scheint man bei dem Computer-Fachmagazin die Apple-Philosophie noch immer nicht verstanden zu haben:

Nicht die Pixelzählereien punkten, sondern die Erweiterungen durch äußerst spezialisierte und sehr stabil laufende, auf das Nötigste reduzierte und genauestens auf die Hardware abgestimmte Software. Und da hängt das iPhone alle meilenweit ab, siehe unsere Kategorie über die iPhone-Kamera. All das gilt, seit das iPhone über einen eingebauten Bildfänger verfügt, und das wird sich mit dem iPhone 4 nicht ändern.

Ungeschickt und unwissend

“Zum Auslösen braucht das iPhone weniger als eine halbe Sekunde.” Ab wann bitte? Ab dem Einschalten des iPhone? Oder ab dem Abheben der Fingerkuppe vom virtuellen Auslöseknopf? Auch hier wäre mehr Aussagekraft wünschenswert. Jedenfalls: “Rekordverdächtig schnell.” Das Nexus One “braucht wesentlich länger”. – “Wie beim iPhone verwackelt man wegen des Auslösers auf dem Touchscreen schnell.” Echte Fotoprofis! Hallo! Schon gemerkt? Die iPhone-Kamera löst erst aus, wenn man den Finger abhebt! Das wird sich doch wohl hoffentlich ohne Wackeln machen lassen, oder etwa nicht?!

“Weitere Fotofunktionen wie Motivprogramme oder Selbstauslöser sucht man vergebens.” Bitte, Heisis, mal ‘nen Blick ins App Store werfen. Hochwertigste und zuverlässigste Software für all diese Dinge in allen Preisklassen, Dutzende, Hunderte. Wenn ich das zusammen mit Plattitüden wie “nur gut belichtete Aufnahmen taugen für Abzüge” lese, beginne ich langsam, an der Professionalität des Magazins zu zweifeln.

Gefährliche Falschmeldungen

“Andere Kopfhörer klingen besser, doch fehlt denen ein im Kabel integriertes Mikrofon.” Jetzt reicht’s aber bald. Siehe Rossau seit über einem Jahr: Headset Sennheiser MM 50 iP, ein hervorragendes Produkt aus Deutschland. Noch schlimmer: Das von Google knallhart kontrollierte Android-Betriebssystem (mit diversen Code-Namen, damit man es irgendwann nicht mehr erkennt) wird weiterhin brav “offenes System” genannt! Mehrmals!

Man kann es gar nicht oft genug wiederholen:

Wikipedia über Kritik an Google (zur Abwechslung die wesentlich ausführlichere englische Version), der widerlichen und inzwischen reichlich schamlosen Datenkrake mit den hinterfotzig praktischen “Gratis”angeboten, die neuerdings auch hinter den Telefoniegewohnheiten der Kundschaft her ist!

Aus einem Artikel des deutschen Nachrichtenmagazins Spiegel:

Als eine Moderatorin des US-Fernsehsenders CNBC Google-Chef Eric Schmidt nach all den Daten fragte, die sein Konzern über Internetnutzer besitzt, sagte Schmidt einen denkwürdigen Satz: “Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht ohnehin nicht tun.”

Dieses Weltbild – “wer nichts zu verbergen hat, braucht sich doch keine Sorgen zu machen”, kennt man aus totalitären Staaten. Dass es nun vom Chef des größten Datensammlers der Menschheitsgeschichte öffentlich vertreten wird, ist besorgniserregend.

Mehr als “besorgniserregend” meiner bescheidenen Meinung nach!

Sehr schlechte Ratschläge

Dann empfiehlt man auch noch einen “AV-Adapter” (gemeint ist wohl das Apple AV-Kabel) in der komplizierten Component-Version, Rossau empfiehlt jedoch die Composite-Version, da hiermit jeder Hotel- oder Konferenzraumfernseher der Welt (Beamer etc.) beschickt werden kann, was in der Praxis einen deutlichen Vorteil gegenüber der “HD-tauglichen” (auch darüber kann man streiten, ist analog) Component-Version darstellt. Siehe Rossau-Artikel: YouTube am TV-Gerät. Component ist eher etwas für Spezialisten, der Qualitätsunterschied ist nur bemerkbar, wenn man ganz genau schaut. Hier ist ein teurer Fehlkauf vorprogrammiert, wenn man dem Fachmagazin Glauben schenkt!

Cool und langsam: “Swype…”

“Beim Galaxy S braucht man nicht zu tippen, sondern wischt einfach von Buchstabe zu Buchstabe (Swype-Eingabe [sic!]), womit sich nach etwas Gewöhnung flott schreiben lässt.” Aber nie im Leben! Auch das funktioniert beim iPhone auf Wunsch mit sehr gut durchdachten Dritthersteller-Apps, aber schneller ist auf jeden Fall das Tippen. Gezeichnet: Habakuk, Zehn-Finger-Schnellblindtipper (auf “normalen” Tastaturen) seit Jahrzehnten (200 Anschläge pro Minute; jaja, gelernt ist gelernt).

“Notizblock” und App Store

Nachdem schließlich auch die “Notizblock”-App (eigentlich heißt sie Notizen) oberflächlich besprochen wurde, kommt dann doch noch Apples App Store kurz dran. Es handelt sich dabei um die große Stärke des iPhone, das könnte man ruhig deutlicher hervorheben. Dafür findet man bei Heise den in sämtlichen Einzelheiten konfigurierbaren oder auf Wunsch vollautomatischen Datenabgleich mit iTunes “umständlicher”.

Google ist “offen”!

Aha: Android sieht im Prinzip keinen Sync (Kalender, Kontakte, Mails…) mit PCs vor, das funktioniert ausschießlich über Google online (von wegen “offen”) oder Software von Drittherstellern (noch schlimmer). Das Nexus One übersteuert bei der Lautsprecherausgabe. FaceTime wird gelobt. Galaxy und iPhone 4 beim HSPA-Senden messbar besser. “Je nach Hersteller funktioniert das Android-Betriebssystem etwas anders… Updates verzögern sich…”; mieft ja ganz nach Windows. “Laut Google läuft jedes zweite Gerät noch mit Android 1.x.” No comment.

Hauptsache Flash

“In Punkto Geschwindigkeit [gemeint ist wohl die CPU] schlägt das iPhone seinen Vorgänger 3GS … um satte 70 Prozent, hinter dem iPad bleibt es aber zurück.” Es werden viele Neuerungen von iOS 4 aufgezählt, dass aber “Musikspieler nun im Hintergrund laufen dürfen”, gab es schon wesentlich früher.

Android 2.2 [das noch auf kaum einem Smartphone läuft; Anm. Rossau-Redaktion] unterstützt auch Flash, allerdings ruckeln die Videos, und der Stromverbrauch zieht merklich an.” So, so.

Da bin ich aber froh, dass die YouTube-Videos auf meinem iPhone 3G seit Anbeginn in erstaunlich guter Qualtität daherkommen, sodass man sie sogar über große TV-Geräte oder Beamer abspielen kann, natürlich völlig ruckelfrei und ganz easy (s. o. Rossau-Artikel über das AV-Kabel). Die Bemerkung in der c’t ist jedenfalls ein ausgezeichnetes Argument für die ewige Flash-Debatte am iPhone.

Ganz normal:
Der Testsieger “stürzt häufiger mal ab”

Laut Heise halten sich viele Hersteller von Apps für Android nicht an die Programmiererrichtlinien, daher “stürzen die Programme häufiger mal ab”. Schon wieder ein unangenehmer Hauch von Windows, auf den ich sehr gut verzichten kann. Wie immer zu oft “mal”.

Ich darf darauf hinweisen, dass Programmabstürze besonders im “mobilen Umfeld” wie auf hektischen Bahnhöfen und Flughäfen oder gar während Autofahrten (Navi, Tracker etc.) extrem unangenehm und teilweise sogar gefährlich sind.

Nach meiner persönlichen Erfahrung läuft das iPhone und seine Apps ausgesprochen stabil und zuverlässig (seit iPhone OS 2.2, November 2008), Probleme gibt es bei Online-Apps praktisch ausschließlich mit den Mobilfunk-Providern. Ich habe weit über 200 Applikationen auf meinem iPhone, darunter sind genau zwei Stück “amtsbekannte” Spiele, die sich instabil verhalten und gelegentlich absemmeln, ohne das Betriebbsystem auch nur irgendwie in Mitleidenschaft zu ziehen. Das passiert manchmal auch bei ressourcenhungrigen Erstversionen von brandneuen Apps, es dauert jedoch meistens nur wenige Stunden oder Tage, bis von den Herstellern Abhilfe bereitgestellt wird.

Nicht ausgereifte Apps haben in Apples App Store mit derzeit über 220.00 Apps (in Worten: zweihundertzwanzigtausend, etwa ein Drittel davon ist gratis erhältlich) und seinem beinharten Bewertungssystem praktisch keine Chance. Bisher waren übrigens sämtliche App-Updates ebenso unkompliziert wie kostenlos, ich habe Tausende davon durchgeführt.

Fehlt noch was?

Bemängelt wird auch hartnäckig und wiederholt das Fehlen eines austauschbaren Akkus; etwas, das kaum ein langjähriger iPhone-User vermisst. Mit keinem Wort erwähnt werden die zahlreich verfügbaren und unterschiedlichen Akku-Packs und -Hüllen, die jede Austauschbatterie in Bezug auf Preis und Funktionalität schlagen. Dennoch hält die iPhone-4-Batterie laut den Heise-Tests “bis zu viermal so lange” wie die des Nexus One.

Griff ins Plastik

Weiters erfährt man in dem c’t-Artikel, dass das Nexus One “dank der griffigeren, beschichteten Rückseite besser in der Hand liegt”, sich aber mit dem “edlen iPhone 4 optisch nicht messen” kann. Und noch ein paar schwache und verwirrende Vergleichswerte und teilweise irrelevante Erkenntnisse, die den Heftpreis von 3 Euro 90 (Österr.) meiner Meinung nach nicht rechtfertigen.

Insgesamt hat die Gründlichkeit bei Heise sehr nachgelassen, früher zog man wenigstens noch gerne ressourcenhungrige Spiele als durchaus geeignete Vergleiche und Messlatten heran. Kein Wort davon mehr heutzutage.

Null Erfahrung

Es sind auch keine erhellenden Erfahrungswerte zur Langlebigkeit und Haltbarkeit von Vorgängerversionen der Smartphones zu finden, die durchaus zu einem objektiven Vergleich beitragen könnten. Aber es weiß eh jeder, wie ein Plastiktelefon nach ein paar Monaten intensiverer Benützung aussieht. Mein weißes und hart geprüftes iPhone 3G sieht nach bald zwei Jahren aus wie neu und funktioniert auch so, ohne dass ich besonders darauf aufpasse (s. Rossau: Griffin Clarifi Case f. iPh3G/3GS). Nicht der allerkleinste Kratzer auf dem Touchscreen (ohne Schutzfolie) aus besonders gehärtetem Glas, jeder Beweis möglich.

Die “Antennenproblematik” des iPhone 4 wird in einem separaten Textkasten angesprochen und entspricht soweit den Aussagen von heise online, die ich im entsprechenden Rossau-Posting (s. sechs Absätze weiter unten) verlinkte.

Resümee

In der insgesamten Bewertung liegt in der c’t das iPhone 4 nach Punkten mit dem vollständig aus Kunststoff gefertigten, mit sehr schwacher Batterie ausgerüsteten und nicht einmal besonders billigen Samsung-Gerät (“unscharf dargestellte Web-Seiten”, Google-Betriebssystem, häufig abstürzende Apps) zusammen an erster Stelle von den drei getesteten Smartphones… Again: No comment.

Ich glaube nicht, dass diese Ausführungen Wesentliches dazu beitragen, für welches dieser Mobiltelefone und Minicomputer man sich entscheiden soll. Die Aufzählung ist unkomplett und irreführend:

Viele, praktisch alle der beim iPhone 4 vermissten Features können extrem leicht im Store gefunden und beschafft werden, gratis oder für wenig Geld, in hervorragender und von der Konkurrenz unerreichter und detaillierter Qualität. Hier in der Rossau gibt es zahlreiche ausführliche Rezensionen über diese wirklich erstaunlichen Applikationen, man braucht sich nur ein wenig umzusehen.

Das App Store ist einfach ein wesentlicher Bestandteil des iPhone, viel wichtiger etwa als die genaue Pixelanzahl der Kamera, oder ob das Bumper-Case jetzt 25 oder 29 € kostet, – und das sollte der auch auf Softwareprogrammierung spezialisierte Fachverlag eigentlich wissen, oder zumindest auf den ersten Blick fehlende Ausstattungsmerkmale wie den Selbstauslöser nicht als Makel prominent herausstellen.

Mir ist lieber, die Standard-Kamera-App ist schnörkellos und pur, dafür startet sie extrem schnell. Für Spezialeinsätze wie Selbstauslöser oder Stopptricks gibt’s die perfekt darauf abgestimmte und äußerst zuverlässig funktionierende Software mit mehr Features als Profigeräte um viele Tausender. Etwa GPS-Features oder simultaner 3G-Upload statt dieser glücklicherweise im Sterben liegenden lokalen Speicher-/Wechselmedien/Chipkarten (s. dazu meine Bemerkungen hier in der Rossau), nach denen das deutsche Fachmagazin ununterbrochen kräht.

Rossau: iPhone 4 wird ausgeliefert, erste Tests und Eindrücke
Kein Vergleich!

Geht doch!

Weitaus fundierter und interessanter ist in diesem c’t-Heft allerdings der Aufsatz über Musikproduktion am iPhone, iPad und iPod touch auf Seite 144; sehr empfehlenswert! Das Musikstudio in der Hemdtasche! Steckt zwar noch in den Kinderschuhen, wird aber immer besser. Überblick auf Technik, Workflow und vierzehn Audioproduktions-Apps.

Bei der Aufzählung der bis zu 200 € teuren Audio-Interfaces werden jedoch das Apple AV-Kabel sowie die entsprechend eingerichtete Apple Docking Station (iPhone 3, 3GS) übersehen. Für DJs gibt es kaum etwas zu finden, außer der Test von OSC-Software (frei konfigurierbare Funk-Contoller; der DJ kann von seiner Kasperlbühne runter auf die Tanzfläche), dabei gibt es speziell in diesem Bereich geradezu revolutionäre Bedienungskonzepte für iDevices.

Hier und auf anderen Gebieten wie Videoschnitt und Painting, Grafik-, Fotonachbearbeitung (Panoramas, 3D) und Live-Broadcasting würde mich persönlich besonders ein Vergleich mit anderen Smartphones interessieren… (Aber die haben da wohl nicht die allergeringste Chance.)

Nicht nur, ob man damit telefonieren und SMS versenden kann, oder ob eine WiFi-Connection (WLAN) heute tatsächlich zur Standardausstattung von Smartphones (kein Witz, – steht so drin) gehört. WLAN gibt es beim iPhone seit der allerersten Generation, ich hätte nie gedacht, dass so etwas überhaupt erwähnenswert ist.

Dann gibt es noch Hinweise zur iPRTG-2-App für Netzwerküberwachung (S. 23), Wikipedia-Apps, Microsofts Bing auf dem iDevice (S. 26) und kostenpflichtige Memory-, Puzzle- und Brettspiel-Apps (S. 187; gleichfalls zum Teil nicht zu empfehlen, hier in der Rossau gibt’s günstigere und bessere Games), ebenso verstreut kleinere und größere Artikel über Android-Software, solange sie nicht abstürzt.

Lesenswert im Heft Nummer 15/MMX vielleicht auch noch Details über den aktuellen Mac Mini und neue Konzepte für sparsame Mobildisplays (sehr technisch und ausführlich; an den OLEDs wird heftig die mangelnde Lebensdauer kritisiert, was wohl ein k.o.-Kriterium darstellt), außerdem stimme ich mit den Heisis nicht immer ganz überein, was die Beurteilung von Displays anbelangt (s. Kommentare unten).

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3 Antworten zu Heise: Android-Vergleich, offizieller Provider-Unlock, Tethering, Server-Fernwartung

  1. V-Frank schreibt:

    Zur Heiseartikelrezession: So einen Artikel auf niedrigstem Fanboyniveau hätte ich hier im Blog nicht erwartet. Das iPhone 4 und auch das 3GS sind ohne Zweifel brillante Telefone. Aber man sollte schon noch die vorhandenen Schwächen erkennen können…. Das Kontrastverhältnis des 3GS IST schlecht und wurde auch mit technischen Werten untermauert. Schon mal ein SuperAmoledDisplay gesehen??? Das Retinadisplay ist ebenfalls brilliant, aber der 3GS
    Screen ist nur durchschnittlich. Da bieten Tekefone in der 200euro Klasse mehr…

    Der Artikel in der CT ist recht ausgewogen geschrieben und das IPhone 4 kommt keinesfalls
    schlecht dabei weg, im Gegenteil!

    Ich verstehe das Fazit dieses Blogpostes wirklich nicht…..

    Viele Grüße!

    • Habakuk schreibt:

      Dass die Messergebnisse des c’t-Labors nicht mit meinen persönlichen und subjektiven Beobachtungen übereinstimmen, konnte ich schon bei den Heise-Berichten über das ausgezeichnete Display meines MacBook Pro vor drei Jahren beobachten (das übrigens jetzt noch genau so funktioniert wie am ersten Tag, nicht die allergeringsten Abnützungserscheinungen; full power innerhalb von 0,5 Sekunden nach dem Aufwecken).

      Ich habe schon genug iPhone 3GS gesehen, und im Vergleich mit anderen Smartphones ist das Display einwandfrei. OLED-Displays mögen auf den ersten Blick schick und farbenfroh aussehen, solange sie frisch sind, aber sie haben laut c’t und anderen Experten eine sehr begrenzte Lebensdauer, was wohl ein k.o.-Kriterium darstellt, und wohl auch Probleme mit direktem Sonnenlicht.

      Zum Thema Fanboy. Hier im Blog stehen genug Artikel, in denen etwa Kritik an Apple, seine Produkte und seine Vertrags-Mobilfunkprovider geübt wird. Aber wenn etwas einfach nicht stimmt, werde ich es beim Namen nennen. Ich versuche halt, möglichst objektiv und nahe an der Wahrheit zu bleiben; bei all den halbwahren Informations-Tsunamis, die tagtäglich über uns hereinschwappen.

      Aber ich habe gar kein Problem zuzugeben, wenn Du so willst: Im Zweifelsfall bin ich lieber Apple-Fanboy als Heise- oder Google-Fanboy.

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