Erster Blick auf iPhone OS 4

Apple kündigte heute in Cupertino, Kalifornien, die nächste “große” Aktualisierung seines iPhone-Betriebssystems auf Versionsnummer 4 an. Die wichtigsten Neuerungen sind Multitasking für Geräte der jüngsten Generationen, Einteilung der Apps in Ordner, Erweiterungen der E-Mail-Features und noch viel mehr. Es soll ab dem Sommer zur Verfügung stehen.

Offizielles von Apple International mit Video von der Keynote.

Es folgt eine Zusammenfassung des 60-minütigen Apple-Videos mit allen wichtigen Informationen, die in zehn Minuten erfasst werden kann. Unten in diesem Rossau-Artikel gibt’s noch aktuelle (14. April) Links zu Hands-On-Videos und Bildschirmfotos von der neuen OS-4-Beta, die bereits an iPhone-Softwareautoren ausgehändigt wurde, sowie WWW-Hyperlinks zu Berichten über ein angeblich aufgetauchtes “iPhone 4G”.

Donnerstag, 8. April 2010. 19 Uhr MESZ. (10 Uhr vormittags in Cupertino, Apple-Hauptquartier.) Es geht los. Die eingeladenen Gäste nehmen im Vortragssaal “Town Hall” ihre Plätze ein. Ein paar haben iPads dabei. Gedämpfte Hintergrundmusik im Saal.

Steven Paul Jobs, Mitbegründer und Chief Executive Officer von Apple Incorporated, betritt die Bühne. Er begrüßt die Anwesenden, beginnt vor der Preview von iPhone OS 4 mit ein paar Worten über das iPad (zum Rossau-Bericht über das Erscheinen des Tablet-Computers vor ein paar Tagen) und zitiert den U.S.-amerikanischen Computer-Guru Walter Mossberg und weitere erste Rezensionen aus der U.S.-Presse. Freilich ausschließlich solche durchaus wohlwollender Natur.

“Bis heute haben wir 450.000 iPads verkauft”, sagt Jobs. “Best Buy [ein Unterhaltungselektronik-Großhändler] ist ausverkauft, soviel ich weiß. Wir können nicht genug produzieren und müssen uns ein wenig anstrengen. Mit der iPad-Standard-Software iBooks fanden bis jetzt 600.000 Downloads statt, es wurden bereits 3,5 Millionen iPad-Apps heruntergeladen.” Fotos werden gezeigt: Ein kleines Mädchen öffnet eine iPad-Verpackung, freut sich und drückt das iPad liebevoll an sich. Gelächter. Applaus.

Steve Jobs leitet über zum App Store. “Vier Milliarden Downloads. 185.000 Apps gibt es insgesamt, 3.500 speziell für das iPad.” Er führt auf der großen Video-Leinwand ein paar Screenshots dieser Applikationen vor. Comics, We Rule, Labyrinth, Autorennen, Wettervorhersagen, ein SciFi-Magazin, dann die Apps des Fernsehsenders ABC, Wall Street Journal, Time Magazine, USA Today und ein Touchscreen-Akkordeon.

10 Uhr 10 Ortszeit. “Kommen wir nun zum iPhone.” Rückblick auf die letzten drei Jahre, Grafik mit den wachsenden Marktanteilen: “Der iPhone-Browser hat 64 Prozent Anteil aller mobilen Browser in den USA.

Wir haben 50 Millionen iPhones verkauft, und zählt man die iPod touch dazu, sind es 85 Millionen. Doch nun zum Betriebssystem iPhone OS 4. Wir haben hart daran gearbeitet.”

“Es wird 1.500 neue Programmierschnittstellen, darunter Zugriff auf den Kalender, den Fotoordner, Karten-Overlays und In-App-SMS, um nur einige zu nennen, und mehr als 100 neue Ausstattungsmerkmale für die User geben. Bluetooth-Tastaturen können verwendet, Apps verschenkt werden.” Keine Erwähnung von Multitasking bisher.

19 Uhr 15 MESZ. Steve Jobs: “Multitasking!” :) Applaus. Der Apple-CEO weiter: “Wir waren nicht die Ersten damit, werden aber die Besten sein, das gilt auch für Copy & Paste.” Er führt das neue Feature vor, das sich speziell mit der Akkukapazität und technischen Performance vertragen soll. Andere Mobiltelefone mit Multitasking werden deshalb langsam, unzuverlässig, und der Akku wird rasch leer; das soll hier nicht passieren.

Die folgenden beiden Bildschirmfotos wurden nicht auf dem Keynote-Video in Großaufnahme gezeigt.

Abbildung aus einer englischsprachigen Beta-Version der iPhone-Betriebssystem-Aktualisierung auf Versionsnummer 4.

Ein neues Design des “App-Docks” ganz unten, das mit den Icon-Spiegelungen am transparenten Boden stark an jenes von Mac OS X erinnert; beim iPod touch der ersten Generation gab es diese Optik übrigens vorübergehend schon einmal. Anzahl, Größe und Aussehen der Applikations-Sinnbilder bleiben völlig gleich wie mit OS 3.

Das Hintergrundbild kann jetzt frei gewählt werden, Details dazu etwas weiter unten in dieser Rossau-Reportage. Hier zu sehen das offenbar vom Werk aus eingestellte Thema Wassertropfen/Feuchtigkeit.

Wird die physikalisch (unterhalb des Touchscreen-Bildschirms) vorhandene Home-Taste doppelt betätigt => Multitasking. Die bisher nach diesem “Doppelklick” mit diversen Optionen belegbare Funktion (Auswahl über iPhone-”Einstellungen – Allgemein – Home”) steht nunmehr erst nach einem “Doppelklick plus Halten” zur Verfügung.

Die nächste Abbildung zeigt Multitasking in Aktion: Eine andere Leiste mit Icons (“App Tray”, Task Manager) ganz unten am iPhone-Bildschirm klappt auf und zeigt die laufenden Apps; in der Zeile kann seitlich gescrollt werden. Sie sieht vom Design her eher so aus wie die in der derzeit aktuellen Betriebssystemversion (3). Der Rest der App-Icons wird abgeblendet. Wird von dort auf ein angehaltenes Spiel zurückgeschaltet, gibt es einen vollautomatischen Countdown von ein paar Sekunden, damit man sich auf die Fortsetzung der Action einstellen kann. Die App taucht in dem Zustand/Status auf, in dem sie verlassen wurde. “Ganz einfach. Wir sind davon überzeugt, dass die User das mögen werden”, so der Apple-Chef.

Scott Forstall, Senior-Vizepräsident der Abteilung iPhone-Software bei Apple, erläutert den anwesenden Softwareentwicklern die technischen Details zu Multitasking, Hintergrund-Audio (“Background audio”: Etwa Musik der Internet-Radio-App Pandora spielt weiter, während mit Safari gesurft wird) und VoIP. Ein Mitarbeiter von Skype tritt auf und erläutert weitere Einzelheiten zu Skype-Telefonaten und Multitasking. “Auch wenn das iPhone gesperrt ist, können solche Telefonate entgegengenommen werden.” Die Standard-Statusanzeige oben wird während solcher Gespräche rot eingefärbt und entsprechend vergrößert und angepasst wie bei “normalen” Telefonaten.

10 Uhr 30 in Cupertino. Scott Forstall kommt zu “Background Location”. Zwei Software-Klassen benötigen das dringend, meint er: Navigations-Apps wie TomTom und Soziale Netzwerke wie Loopt. Die Ansagen der Navi-App werden über die Musik aus der iPod-App geblendet. Wo immer es möglich ist, wird von der energiehungrigen GPS-Lokalisierung auf Lokalisierung über Mobilfunkmasten umgeschaltet.

“Es wird eine Anzeige in der Status-Zeile geben [ein kleiner Pfeil], die warnt, wenn eine Applikation die Lokalisierungsdaten des iPhone-Users abrufen möchte. Wir nehmen die Privatsphäre sehr ernst.” Eine neue Liste in den zentralen “iPhone-Einstellungen” gestattet, dieses Verhalten für jede einzelne App festzulegen, und es wird angezeigt, welche App in den letzten vierundzwanzig Stunden eine solche Anfrage stellte. “Vollständige Transparenz”, so der verantwortliche Apple-Mitarbeiter.

“Local notifications” baut auf erweiterten Push-Diensten und benötigt keinen separaten Server mehr. Dann “Fast app switching” – schnelles Umschalten von Applikationen, “stillgelegte” Apps benötigen keine CPU-Power. Man kann mit anderen Programmen weiterarbeiten, während im Hintergrund zum Beispiel Fotos zu Flickr hochgeladen werden (“Task completion”).

Die sieben neuen Multitasking-Features aus Sicht der Softwareentwickler (die sollten sich das Apple-Video unbedingt vollständig ansehen) sind also: Background audio, Voice over IP (VoIP), Background location, Push notifications, Local notifications, Task completion und Fast app switching.

Das nächste Feature wird wieder von Steve Jobs vorgetragen: Einteilung der Apps in Ordner!

Vorführung: Wird ein “tanzendes” App-Icon über ein anderes geschoben, entsteht vollautomatisch ein Ordner, der mit der entsprechenden Kategorie aus dem App Store beschriftet wird, man kann aber auch eigene Bezeichnungen eintippen. Die Ordner, die maximal zwölf Apps enthalten können, lassen sich auf Wunsch ebenso einfach ins neue Dock verfrachten. Weiters können Hintergrundbilder für die Homescreens und Ordner gewählt werden.

Im SMS-Editor wird es ein Zählwerk für die Anzahl der Zeichen geben

19 Uhr 38 MESZ. “Bis jetzt konnten Sie 180 Apps auf Ihrem iPhone sehen, nun sind es über 2.000“, sagt Jobs. “Als nächstes: ‘Unified Inbox’.” Also erweiterte E-Mail. “Sie können mehr als einen Exchange-Account führen.” E-Mail-Konversationen können nach Themen (Betreff) geordnet werden – “Threaded view”. Mehrere Accounts auch in der App “Notizen”. Abbildungen von Gizmodo.

Threaded E-Mail

iBooks kommt auch auf das iPhone. Laut Jobs ein “entzückender eBook-Reader für das iBookstore”. Kritik am iPad-iBooks von einem Experten der Typografie (engl.).

Kalifornien, 10 Uhr 45. Neue Features für den Einsatz der iDevices in Unternehmen. Laut Forstall benützen “80 Prozent der hundert erfolgreichsten Unternehmen” das iPhone. Bessere Verschlüsselung und Datenschutz werden angekündigt. Unterstützung für Exchange Server 2010 und SSL VPN. Details dazu auf der U.S.-amerikanischen Apple-Website.

Noch nicht viel los im neuen Game Center, schließlich handelt es sich erst um eine frühe Beta-Installation von OS 4

Laufzeit am Video: Minute 50. Weitere wichtige Neuerung. Scott Forstall:Game Center. Wir werden das Spielen am iPhone noch besser machen als bisher und Nintendo DS und Sony PSP weit hinter uns lassen; es wurde ein Soziales Netzwerk integriert, das für alle Ende des Jahres zur Verfügung stehen wird.” Funktioniert offenbar so ähnlich wie das bereits bekannte Service OpenFeint. Stellungnahme von OpenFeint beim Spieleportal touchArcade.

Jobs: “Der Durchschnitts-User verbringt mit seinen Apps etwa 30 Minuten pro Tag.” Er stellt eine neue Art und Weise vor, wie Werbeeinschaltungen in Apps integriert werden sollen. Die Technik heißt iAd. Man wird nicht mehr aus der App geworfen und auf eine Web-Seite umgeleitet, wenn man auf ein Werbebanner tappt. Steve Jobs führt ein interaktives Werbebanner vor, das ein Spiel enthält, andere Apps, Karten mit Kino-Standorten… Ziemlich ausführlich.

11 Uhr 01 im Apple Hauptquartier, Konferenz- und Vortragszentrum “Town Hall”. Jobs’ Zusammenfassung: “Multitasking, Ordner, erweiterte E-Mail, iBooks, stärkere Unterstützung von Unternehmen, Game Kit und iAd. Und das sind nur die sieben wichtigsten der 100 neuen Features für die User von iPhone OS 4. Wir werden gleich eine Preview-Version an Software-Entwickler aushändigen. [Details dazu auf der Apple-Developer-Website.]

Die iPhone-User bekommen OS 4 diesen Sommer. Multitasking wird es nur für das iPhone 3GS (im Handel seit Juni 2009), die zu diesem Zeitpunkt erscheinende neue iPhone-Generation und die dritte Generation iPod touch (September 2009) geben. Die älteren Geräte (iPhone 3G, 2G) werden viel Neues können, Multitasking leider nicht. Und für das iPad kommt OS 4 im Herbst.” [Das heißt, nur knapp vierzig Prozent der iDevice-Besitzer werden im Sommer etwas von Multitasking haben.] Mister Jobs bedankt sich für die Aufmerksamkeit. Die Veranstaltung ist beendet.

Steve Jobs, Phil Schiller und Scott Forstall stellen sich noch den Fragen der Anwesenden. Zunächst geht es zwanzig Minuten lang ausschließlich um iAd. Als Jobs dann gefragt wird, ob er Flash und Java unterstützen wird, antwortet er mit einem schlichten “Nein”. [Adobe bestätigt, dass diese Haltung sein Business negativ beeinflussen könnte; siehe MacRumors: Adobe Acknowledges That Apple's Flash Prohibition Could Harm Business. Zahlreiche weitere Details zu dem Thema weiter unten in den Rossau-Artikel-Updates.]

Frage: “Was ist mit Apps von Drittherstellern, die nicht von Apple überprüft werden?” Jobs: “Wissen Sie, für die Androids [Handys mit dem Google-Betriebssystem] gibt es einen Pornoladen. Jeder kann das runterladen. Sie können es, Ihre Kinder können es. Das ist nichts, womit wir etwas zu tun haben wollen.”

Eine weitere Anfrage betrifft Techniken, die Autofahrer vor Ablenkungen durch solche Geräte schützen. Siehe dazu MacRumors: Distracted Driving Dev Anticipates iPhone OS 4 Release.

Dann fragt ein besonders wissbegieriger Softwareentwickler tatsächlich, wie Multitasking-Apps abzuschalten (beenden) seien, und erntet ein mildes Lächeln sowie kryptische und ausweichende Hinweise von der Bühne. “Sie werden es bestimmt herausfinden.” Ich nehme mal an, durch einmaliges Betätigen der Home-Taste wie bisher.

Siehe auch meinen Artikel vom 5. April über die Ankündigung dieser Veranstaltung im Apple-Hauptquartier, so schlecht lagen wir gar nicht mit unseren Wettervorhersagen; überdies werden die meisten Fachausdrücke wie Multitasking, Flash etc. erläutert, und es gibt Rückblicke auf das letzte “Major Update” vor einem Jahr:

Vorschau auf iPhone-OS-Version 4 am 8. April

Üblicherweise veröffentlicht Apple ein paar Stunden nach Ende des Vortrags einen ungekürzten Mitschnitt aus dem firmeneigenen Konferenzzentrum “Town Hall”. Der entsprechende WWW-Hyperlink wird ebenfalls hier erscheinen, sobald es ihn gibt. (Siehe oben, hier nochmal.)

Rossau Artikel-Updates

9. April 2010. In die Reportage oben wurden einige zusätzliche Abbildungen und mehrere aktuelle WWW-Hyperlinks eingearbeitet, die leicht zu finden sind.

Inzwischen gibt es mehrere Hands-On-Videos, die das renovierte Betriebssystem in Aktion zeigen. Das erste kam aus Polen.

Gizmodo hat zwei davon angefertigt. “Überraschend brauchbar, obwohl es noch nicht ganz fertiggestellt ist”, so der Kommentar des Online-Mediums. “Nicht annähernd so langsam wie die iPhone OS 3 Beta voriges Jahr.”

10. April 2010. iLounge veröffentlichte eine ausgezeichnete Zusammenfassung von Änderungen in den einzelnen Standard-Apps: New in iPhone OS 4: The Full App-by-App Breakdown. Der bisher umfassendste und fundierteste Report über praktische Erfahrungen mit der Beta-Version für Softwareentwickler. Multitasking, Hintergrundbilder, Ordner, E-Mail und mehr mit jeder Menge Bildschirmfotos.

Dabei ist dem Autor auch nicht entgangen, dass im mobilen Safari die virtuelle “Suche”-Taste nicht mehr mit der Bezeichnung (Branding) “Google” versehen ist, sondern einfach mit “Suche” (Search); genau so stellt sich das übrigens bereits jetzt im iPad-Safari dar.

Vorher (iPhone OS 3 und früher):

Nachher (iPhone OS 4 ab Sommer, iPad OS 3.2 dzt.):

Nur eine auf den ersten Blick unbedeutende Kleinigkeit, in Wirklichkeit vielleicht ein Abbild von der einen Kriegsfront. Siehe dazu hier in der Rossau: Ersetzt Microsoft Google-Standard-Apps auf Apple-Geräten?

11. April 2010. Wie Beta-Tester von OS 4 herausgefunden haben, ist die – von den meisten iDevice-Benützern eher als lästig empfundene – Aufforderung zum Bewerten nach dem Fünf-Sterne-System (beim Löschen von Applikationen über den iPhotch-Homescreen), die mit OS 2.2 eingeführt wurde, offenbar rausgeflogen.

Bei Softwareentwicklern und -verkäufern war dieses Feature (ursprünglich dafür gedacht, mehr von der Bewertungsfunktion Gebrauch zu machen) ebenfalls nicht beliebt, weil sie das Gefühl hatten, dass es das Ansehen ihrer Apps verzerrte und ihren Wert negativ beeinflusste. Wer eine App löscht, ist eher bereit schlecht zu bewerten, als jemand, der sie zufrieden weiterverwendet – und während dessen aber niemals zur Bewertung aufgefordert wird. Dieses Argument ist gewiss nicht ganz von der Hand zu weisen.

Und nun ein kleiner Ausflug in den Bereich iPhone-Software-Authoring.

MacRumors: Steve Jobs Offers Explanation About iPhone SDK Changes Restricting Adobe and Other Cross Compilers – Offensichtlich reagiert der Apple-CEO auf die Kritik von Softwareentwicklern, die es sich mit neuen (gleichzeitig mit OS 4 in Kraft tretenden) Bestimmungen nun nicht mehr so einfach machen können, native iDevice-Apps über Cross-Compiler (Wiki) herzustellen.

Das heißt, eine App wurde etwa mit dem einfach zu bedienenden Flash-to-iPhone-Compiler von Adobe programmiert (und nicht mit Apples Software-Development-Kit), und dann mehr oder weniger vollautomatisch für verschiedene (Mobil-)Plattformen wie Android, Windows Phone 7 und BlackBerry “übersetzt” und gleichzeitig herausgebracht.

In kurzen E-Mails beantwortet Jobs ein paar Vorwürfe und Anfragen, verweist dabei auf Ausführungen von Experten wie John Gruber. Solche Apps seien selten von hoher Qualität, und die Vorgangsweise verhindere, dass exklusiv für die iDevice-Plattform hergestellte Applikationen auf den Markt kommen, die von den speziellen Ausstattungsmerkmalen der Apple-Devices Gebrauch machen. Zudem würde damit die “Weiterentwicklung der iPhone-Plattform behindert”, so die Zusammenfassung der Argumente für diese Entscheidung.

Die dürften jedoch nicht bei allen Softwareautoren für genügend Trost sorgen. Im Artikel iPad + 10 Wochen + 1 Tag … Steves nächster Schlag gegen Flash? bei Heise/Developer weint sich ein deklarierter Flash-Programmierer aus. Mehr dazu im News-Bereich von Heise: Neue Lizenzbedingungen für iPhone-Entwickler: Angriff auf Adobe?

Sehr ins Detail des Themas geht ars technica mit dem aktuellen und sehr empfehlenswerten Artikel A brief assessment of Jobs’s iPhone OS defense. “Unserer Meinung nach heißen die Angriffsziele Adobe und Android, und jeder – außer Apple vielleicht – verliert dabei.” Ich persönlich würde noch ergänzen: “…außer Apple und seine Anwenderinnen…”

12. April 2010. Zwei aktuelle Artikel von MacRumors zum Thema iPhone OS 4:

Apple’s Focus on iPhone OS 4 Diverting Resources From Mac OS X 10.7?
Verlagert Apple Ressourcen (Personal) vom Mac zum iPhone?

9to5Mac berichtet von einer Antwort Steve Jobs’ (13. April 2010) auf eine entsprechende Anfrage mit Abbildung der Original-E-Mail (angeblich): “No. Not to worry.” Dann folgt die vom Werk voreingestellte Standard-Sig “Sent from my iPhone”.

Steve Jobs Confirms Lack of Future Support for Original iPhone
Eine Anfrage, ob das iPhone der ersten Generation noch weiter von Apple supported wird, beantwortete Cheffe in einer seiner bekannt kurzen E-Mails mit “Sorry, no”.

Hardmac.com fasst die Betriebssystem-Update-Politik Apples zusammen.

Sie wenden eine Formel an, die seit Jahren auch für die Macs gilt. Zwei “Major Updates” sind pro Gerät drin (diese “großen Aktualisierungen finden im Allgemeinen einmal pro Jahr statt), dann wird für nichts mehr garantiert.

14. April 2010.

Gizmodo: The Hidden Secrets of iPhone OS 4 mit sämtlichen Bildschirmfotos, daraus ein paar “Geheimnisse”, die im Rossau-Artikel bisher noch nicht erwähnt wurden:

Gizmodo beliefert uns mit frischen Screenshots, hier die neuen Eingangspostfächer in der Standard-App 'Mail'

  • Mit iPhone OS 4 kann der Datenverkehr über das Mobilfunk-Netzwerk separat abgeschaltet werden (in den iPhone-”Einstellungen – Allgemein – Netzwerk”)
  • Das SMS-Zeichenzählwerk lässt sich in den Optionen ein- und ausschalten
  • Nicht nur E-Mails, auch SMS-Nachrichten können nach Text durchsucht werden
  • Web- und Wikipedia-Suche direkt aus der globalen Spotlight-Liste (links vom ersten Home-Bildschirm)
  • Da auf dem kleinen Bildschirm wenig Platz ist, werden Dokumente ohne leeren Rand angezeigt
  • Neue Einträge in der Standard-App Kontakte können schneller vorgenommen werden (ohne den Hauptbildschirm verlassen zu müssen)
  • Synchronisation der “Ereignisse”, “Orte” und “Gesichter” aus dem Mac-Standardprogramm iPhoto, somit brauchen weniger Fotoordner manuell erstellt und beschriftet werden
  • Anzeige von Texten in iPod-Mediendateien (die in iTunes eingegeben wurden) kann an- und abgeschaltet werden
  • Mutitasking in der Praxis (offenbar): Wird etwa in den iPhone-”Einstellungen” herumgestöbert, dann die Home-Taste gedrückt (Beenden) und die “Einstellungen” wieder aufgerufen, kommt man wieder dorthin, wo man war
  • Voice-Control hat dazugelernt: Wird gefragt “What time is it?” erfolgt eine Zeitansage (zumindest in der englischen Version von OS 4)
  • Praktische Zeitersparnis: Nach dem Betätigen von “Senden” kann in E-Mails die Größe beigefügter Fotos geändert werden, Anzahl der Auswahlmöglichkeiten abhängig von der ursprünglichen Dateigröße, inklusive “Originalgröße”
  • “On-the-Go”-Playlisten werden ersetzt durch “Add Playlist…”, damit klar ist, dass es sich um iTunes-gesyncte Listen handelt
  • Musikalbum-Detailanzeige: Die Liste der Musiknummern wird ergänzt mit einem kleinen Bild vom Cover, Länge, Nummer und Erscheinungsdatum
  • Das zentrale Kennwort mag jetzt aus langen alphanumerischen Zeichenfolgen bestehen, das Limit von vier Ziffern ist aufgehoben
  • Markierung von Ordnern mit Ausrufezeichen

  • Wenn eine App etwas (Alarm, Nachricht) zu sagen hat (kleiner roter Kreis klebt am Icon), zeigt der Ordner, in dem sie sich eventuell befindet, ein Rufzeichen
  • Noch ein Rufzeichen, falls nämlich eine SMS nicht korrekt abgeschickt werden konnte
  • E-Mails von Absendern, deren Bild sich in der App Kontakte findet, werden mit einer sehr kleinen Version dieses Bildes verziert
  • Adressen und Datumsangaben in E-Mails werden automatisch in Hyperlinks umgewandelt, die direkt zum Ort auf der Karte oder in den Kalender führen, dieses Feature gibt es schon länger bei Google Gmail
  • Neuer separat zuschaltbarer Kalender mit den Geburtstagen der Kontakte
  • Die Standard-App Rechner hat (als einzige) ein etwas anderes Sinnbild am Home-Bildschirm, das Programm selbst bleibt unverändert (schon gewußt? horizontale Ausrichtung = wissenschaftlicher Rechner)
  • Beenden von Programmen im "App Tray"

  • Apps können auch direkt über das neue “App Tray” (Task-Manager-Zeile ganz unten) beendet werden; länger berühren (wie beim Löschen), bis das Minus-Zeichen erscheint
  • Eine zweifache Betätigung der Home-Taste, während iPod-Musik spielt und der Bildschirm gesperrt ist, lässt die Player-Steuerungselemente und das Album-Cover des Musikstücks erscheinen
  • Wiedergabe von eingebetteten und kompatiblen Videos jetzt direkt im Safari, es öffnet sich kein separates QuickTime-Fenster mehr
  • YouTube-Videos können jetzt endlich auch in vertikaler Ausrichtung des Geräts (Portrait) dargestellt werden

Um das Jailbreak-Handwerk (Rossau-Artikel) ist es etwas ruhiger geworden, nachdem viele der früher starkt vermissten Ausstattungsmerkmale wie Videoaufnahme und Tethering von Apple offiziell nachgereicht wurden. Attraktiv wird es vielleicht jetzt wieder für jene, die Multitasking am iPhone 3G vermissen werden (s. o.).

Offenbar reicht eine kleine und einfache Änderung in einer Textdatei (dazu benötigt man freilich Root-Zugang auf das iPhone-Dateisystem), um das 3G multitaskingfähig zu machen. Dazu MacStories.net: You Can Enable Multitasking on the iPhone 3G; daraus (via Cult of Mac):

Twitter user @cdevwill, the same guy who posted the screenshots of Cydia running on the iPad some days ago, has found out that  by editing a single preference file, the N82AP.plist to be exact, you can set the multitasking value to “TRUE” and enjoy your new multitasking iPhone 3G. Of course, this implies that you have to have root access to your iPhone OS through jailbreak.

After all, we knew that multitasking is possible on the 3G, just because apps like ProSwitcher from Cydia work just fine on the 3G. It’s good to know you’ll be able to do it with the Apple’s official method, anyway.

Ars Technica geht mehr ins Detail und betont, dass es sich bei dieser (von Apple als illegal betrachteten) Manipulation um keinen einfachen Vorgang handelt: iPhone OS 4 jailbreak available, enables multitasking on 3G.

16. April 2010

Noch ein paar Screenshots mit neu entdeckten Kleinigkeiten in der Beta-Version von iPhone OS 4 aus diversen Quellen.

19. April 2010

Ich persönlich mag ja nicht so recht daran glauben, dass es sich dabei tatsächlich um die nächste iPhone-Hardware-Generation handelt, aber MacRumors und Konsorten sind offenbar ziemlich überzeugt davon, und zwar mit einer derartigen Beharrlichkeit, dass es sich fast wie ein von Apple selbst ausgestreutes Gerücht “anfühlt”, warum auch immer.

So soll es also aussehen:

Besonderheiten laut dem Tech-Blog, der vorgibt, das Gerät zu besitzen:

  • Eine zweite Kamera auf der Vorderseite des Geräts
  • Die “normale” Kamera auf der Rückseite hat ein größeres Objektiv als jene des iPhone 3G(S)
  • Blitzgerät
  • Micro-SIM-Schacht statt Standard-SIM (wie beim iPad)
  • Verbesserter Bildschirm (Auflösung scheint höher zu sein)
  • Knöpfe aus Metall
  • Der Akku gilt nicht – wie ursprünglich angenommen – als vom Anwender austauschbar, es sind ein paar Schrauben zu lösen

Dazu eine ziemlich skurrile Geschichte, wie im März der Prototyp (?) eines “iPhone 4G” von einem betrunkenen Apple-Angestellten in einer kalifornischen Bar (spezialisiert auf deutsches Bier) in der Nähe des Apple-Hauptquartiers verloren wurde, dann von einem populären New Yorker Tech-Blog um 5.000 US$ gekauft und vor kurzem (20. April) von Apple wieder zurückgefordert wurde. Hier die bisher erschienenen MacRumors-Artikel darüber in der Reihenfolge ihres Auftretens mit zahlreichen Fotos und Videos von dem Teil:

Cio.com bringt mit etwas Abstand am 21. April 2010 eine Zusammenfassung: Apple iPhone 4G: 5 Lessons From the Fallout; daraus: “…a new iPhone prototype that may or may not be the next-generation iPhone”

Ganz zu schweigen von den geschätzten 10.000 Forums-Postings dazu alleine bei MR. Mag jeder für sich selbst entscheiden, was daran wahr ist und was nicht.

Bookmarken und weiterempfehlen

About these ads
Dieser Beitrag wurde unter Aktuell, iPad, iPod touch abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Erster Blick auf iPhone OS 4

  1. Balabushka schreibt:

    Dank dir für die Infos!

  2. Pingback: Desillusionierend « Rossau

  3. Pingback: WWDC 2010: Apple stellt iPhone 4 und iOS 4 vor « Rossau

  4. Pingback: Google Mobile App mit Spracherkennung « Rossau

  5. Pingback: Neue Betriebssystemversion iOS 4 erschienen « Rossau

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s