Die Medienkonzerne und ihre Apps

Nicht nur in unserem nördlichen Nachbarland gibt es in Zusammenhang mit dem iPhone, dem angekündigten iPad und großen Medienunternehmen so einiges an Bewegung in der Szene.

Während die offiziell nur angedachte, aber wahrscheinlich schon längst in irgendeiner Schublade bereitliegende Tagesschau-App – gezeichnet von der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD), des großen und landesweit ältesten Fernseh- und Radiosenders – in der Öffentlichkeit einigermaßen für Aufruhr sorgt, bedient das nicht minder traditionsreiche Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL (Eigenschreibweise) seit heute eher unauffällig die iPhone-User mit einer neuen Applikation und Online-Abonnements.

Neu beim Spiegel (Originalton eReader-App): ;)

Schütteln erlauben

Wir haben kurz getestet, außerdem gibt’s noch ein paar WWW-Hyperlinks zu aktuellen Artikeln über österreichische Mobilfunk-Provider sowie andere Medienkonzerne und deren Apple-Tap-Pad App-Bestrebungen.

Vorteil für ausländische Spiegel-Leser: Die stets am Montag erscheinende Ausgabe des wöchentlichen Periodikums wird – im Gegensatz zur gedruckten Version – bereits am Samstagabend online übermittelt.

Originalton des Herstellers im App Store (Exzerpt):

Das ganze Heft (ca. 5 MB) wird via WLAN oder 3G in unter einer Minute geladen und bleibt dann auf Ihrem iPhone.

Der eReader wurde speziell für den SPIEGEL entwickelt und präsentiert das Heft optimal auf dem iPhone, so dass auch das Lesen längerer Artikel Spaß macht.

Schnelles Durchblättern des Heftes, Navigation über das Inhaltsverzeichnis. Funktion “zuletzt gelesen” geht immer an die Stelle im Heft zurück, die zuletzt aufgeschlagen war. Einmal bezahlen, jederzeit lesen. Mobil oder online am PC/Mac

Kaufen Sie das einzelne Heft oder schließen Sie ein günstiges Abonnement ab. Abonnenten, die heute schon das E-Paper im Internet beziehen, können es in Zukunft auch in der eReader-App des SPIEGEL lesen. Genauso können Leser, die den SPIEGEL auf dem iPhone kaufen, mit ihrer Registrierung auch das E-Paper im Internet lesen. Sie müssen sich dafür nur einmalig mit E-Mail-Adresse und Passwort registrieren.

Die Einführungsangebote sind zeitlich begrenzt.

Apple iTunes App Store: DER SPIEGEL eReader mit genauen Beschreibungen. Die App selbst kostet nichts, enthält ein komplettes, älteres Demo-Heft (Nr. 35 von Ende August 2009) mit Lesestoff und bietet “Top-In-App Käufe” in Form von € 2,99 pro Heft (soll ab März auf 3,99 angehoben werden).

Das Homescreen-Icon passt jedenfalls genau zur gedruckten Ausgabe. Vorteil: Es ist auffällig und man muss nicht lange suchen.

Hier noch ein paar Bildschirmfotos, die nicht im App Store zu finden sind. Der Startbildschirm des Spiegel-eReaders, der In-App-Shop mit Navigationsleiste (unten) sowie technische Optionen der Software wie Seitenzahlen, Schriftgröße, Fotostrecken und Funktionen der Lagesensoren:

Ansonsten funktionierte die App des Leitmediums (auflagenstärkstes Wochenmagazin Europas) bei meinem kurzen Test recht stabil und angenehm flott auf meinem iPhone 3G, ebenso der Download eines Hefts. Der eReader ist intuitiv bedienbar, eine kurze Anleitung findet sich unter “Hilfe”.

Nach dem Herunterladen können die Hefte offline gelesen und für die Zukunft gesammelt werden, es gibt einen eigenen Ordner dafür. Pünktlich um 22 Uhr stand am Samstag auch das Heft der nächsten Woche zum Download bereit (siehe Abbildung “Der unglaubliche…”).

Ich habe eines der Jänner-Hefte (mit den drei wirklich ausgezeichneten Artikeln über Google) heruntergeladen. Galerie mit Bildschirmfotos über den Vorgang ganz unten. Wer aus Österreich ist und abonnieren möchte, sucht am iPhone auf der zum entsprechenden Formular gehörigen Auswahlwalze übrigens lange…

Versuch, die fürchterlich komplizierte, seitliche Kapazitiv-Multitouch Swipe-Technik (horizontal) beim Umblättern visuell-statisch darzustellen:

Nein, im Ernst, es ist watscheneinfach: Vertikale Fingerstreiche (nach oben und unten) führen zum vorigen beziehungsweise nächsten Artikel in der gerade offenen Spiegel-Ausgabe, horizontale (wie abgebildet) blättern im Artikel vor und zurück. Gescrollt (= stufenloser Bildlauf meist in vertikale Richtungen; iPhone-Standard in langen Listen und Texten) wird beim Lesen des Textes nicht. Wir üben das schon mal fleißig für den iPad

Grafische Animation: Wie auch aus dem Spiegel-Video (Link weiter unten) hervorgeht, wird beim Blättern stets die komplette neue Seite (oder der neue Artikel, je nach Swipe-Richtung) über die vorige geschoben. Dabei erscheint für ein paar Sekunden in der Bildmitte und mit großer, mittelgrauer Schriftart eine sanft ein- und ausgeblendete Anzeige mit der Seitenzahl und der Anzahl aller Seiten des Artikels.

Wird der Text kurz berührt, tauchen oben und unten dunkelgraue Balken mit weiteren Navigationselementen auf (inklusive der iPhotch-Standardzeile mit Mobilfunk-Providerkennung, Uhrzeit, Batterie-Füllstandsanzeige und so weiter); ebenso werden sie auch wieder zum Verschwinden gebracht. Siehe Bildschirmfotos weiter unten mit ausführlicherem Test.

Mehr Informationen gibt es in der PDF-Ausgabe des Spiegels, hier ein Ausschnitt

Das Heft steht dann auch am Mac oder PC als PDF-Datei in seiner ganzen Pracht (aufwändigeres Druck-Layout, siehe Abbildung) und mit weiteren Bildern, sämtlichen Informationskästen und Werbeeinschaltungen zur Verfügung (nach Anmeldung auf der Spiegel-Homepage). Einfach das PDF per E-Mail sich selbst  schicken, dann ist es auch am iPhotch zu lesen.

Spiegel Online:

Computer-Fachverlag Heise: Der Spiegel fürs iPhone erhältlich + Ein User im Heise-Forum postet erste Eindrücke

Aber auch in den Vereinigten Staaten geht’s rund! Mac Rumors berichtet

Wikipedia: ARD, Spiegel, New York Times, Associated Press, Penguin-Verlag, Rupert Murdoch, News Corporation, The Wall Street Journal

Noch ganz kurz zwischendurch zu etwas ganz Anderem: Der Standard berichtet über aktuelle iPhone-Tarife und Möchtegern-iPhone-Provider in Österreich: Unis und Orange bieten iPhone um einen Euro anA1 will das iPhone. 17. März 2010: iPhone versorgt Orange mit Kunden.

Und Heise, selbst mit einer App und einem Couch Reader im Store vertreten: Smart bringt Bordcomputer als App aufs iPhone und MWC: Österreicher suchen die große Nische über Positionierungsbestrebungen der heimischen Mobilfunk-Provider. Gleichermaßen interessant wie auch leicht beunruhigend: Berechenbare Mobiltelefon-Kunden.

Barnes & Noble will E-Book-App für iPad anbieten

Update

Und nun noch zu den versprochenen und zum Teil kommentierten Bildschirmfotos, die dokumentieren, wie der Download eines Spiegel-Heftes vor sich geht. Weiters ersichtlich: Menüs, Steuerelemente, Bildergalerien, Abo, Heftliste, Querformat, Schriftgrößen bei der Anzeige. (Klick auf ein Vorschaubild öffnet die Galerie, wo eine Abbildung nach der anderen über die kleinen Thumbnails – befinden sich auch dort unten – abgerufen werden kann.)

Gleich das erste Bild zeigt, wie das (über jeden Browser ebenfalls erreichbare) stets hochaktuelle Angebot von Spiegel Online, wo ich schon lange Stammgast bin, innerhalb der neuen App dargestellt wird.

Reichlich spät hat auch Spiegel Online von der neuen iPhone-App erfahren, kopiert frech unsere Bilderstrecke, ;) inkl. 1:30 Video:
So lesen Sie den Spiegel mit einem Handstreich (Fingerstreich genügt)

Abonnenten des gedruckten Spiegels müssen übrigens für die neue elektronische Version extra löhnen, aber die haben ja auch die E-Paper-PDF-Version.

Neues dazu am 3. März 2010 (betrifft die deutsche Telekom): Spiegel kooperiert mit Telekom – “Telekom-Kunden, die die virtuelle Variante künftig über ihre Telefonrechung zahlen, erhalten das E-Paper günstiger: Bis Ende März gibt es 50 Prozent Rabatt, Nutzer zahlen pro Ausgabe 1,90 Euro statt 3,80 Euro.”

DER SPIEGEL bietet übrigens noch weitere sehr empfehlenswerte Aufsätze über die Datenkrake mit ihren immer unverhohlener vorgebrachten Weltherrschafts- und Allmachtsallüren, hier habe ich welche zusammengefasst und verlinkt: Kontroversielles über Google. Unbedingt dran bleiben bei dem Thema. Die hinterfotzig praktischen und ach so kostenlosen Services des seltsamen Kaufmannsladens stets nur mit äußerster Bedachtsamkeit benützen! Das deutsche Nachrichtenmagazin ist diesbezüglich eine ausgezeichnete Informationsquelle!

Köstliche Details vom Titelblatt finden sich ebenfalls nur in der PDF-Ausgabe:

BTW: Mir kommt vor, als ob das gefürchtete Ablaufdatum von Spiegel-Artikeln der Online-Ausgabe (wurden früher eher kostenpflichtig) in letzter Zeit großzügiger gehandhabt wird. Auch dagegen ist freilich von Seiten der Leserschaft nichts einzuwenden.

Resümee: Spiegel-iPhone-App = gut. Gehört nur noch ein wenig “polished”, um fünf Sterne zu verdienen. Es gibt schließlich längst noch nicht genug Textdarstellungs-Dateiformate.

Ganz privater Wunsch: Eine (ja, noch eine) Sammel-App (so eine Art Multifunktions-Fernbedienung), die von selbst erkennt, ob das betrachtete Dokument ein Browser-, eLesemaschine- oder PDF-Format ist, und die einheitliche Bedienung und Darstellung von Text, Fotos und womöglich auch noch Ton- und Videoclips ermöglicht.

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