Funkensprühendes Tower-Defense-Spiel

Breaking News: Ein äußerst spannendes, zeitkritisches Strategiespiel (Genre “Tower Defense”; Wikipedia) ist fast ein wenig überraschend und ohne jede Ankündigung vor wenigen Stunden rausgekommen, und zwar eines der allerbesten, anspruchsvollsten und schönsten dieser Gattung:

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geoDefense

App Store Link (noch 0,79 €)
Hersteller-Website (englisch wie das Spiel)

Ganz neu und exklusiv für iPhone und iPod touch
Keine Retro-Portierung eines alten Amiga-Spiels

Wir lassen uns ja nur selten zu solch absoluten Attributen hinreißen, aber die ersten Reaktionen in einschlägigen Foren (der Thread bei touchArcade nähert sich rasch der 300-Postings-Marke) sind jedenfalls durchwegs sehr positiv. Rossau konnte das weltweit erste YouTube-Video online stellen, es geht um das dritte Level “Fort Knots” im Easy-Modus:

Obwohl Habakuk nicht besonders geschickt agiert und am Anfang ein paar Fehler macht, kann er sich mit drei verbliebenen Leben hinüberretten. Das Level gilt also als gelöst, man kann es jedoch jederzeit wiederholen, um einen höheren Punktestand zu erzielen (allerdings nur über die “Home”-Taste, das sollte in zukünftigen Versionen eleganter bewerkstelligt werden).

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geoDefense gehört bestimmt nicht zu den ganz leichten TDs. Die Zeit kann nicht angehalten werden, soll heißen, es gibt sehr wohl eine Pause-Funktion, aber während dieser Unterbrechung lässt sich – im Gegensatz zu anderen TD-Games – an der Karte nichts verändern. Da kann schon mal gerne ein wenig Stress aufkommen… Bei anderen Unterbrechungen wie Telefonaten wird der aktuelle Spielstand gespeichert. Jedes der dreißig Level ist direkt erreichbar, sie müssen nicht freigeschaltet werden.

Es folgen alle weiteren Details zu geoDefense:

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geoDefense: Details des ersten Levels, coole Grafik schon bei den Schrifttafeln

Grafik

Auf den ersten Blick fällt die besondere optische Gestaltung auf. Ein wirklich ganz außergewöhnliches Game-Design!

Saubere, perfekt flüssig ablaufende und artifiziell abstrahierte Vektor-Geometrie mit Neon-Glow, die ein bisschen an Blue Defense! und Blue Attack! erinnert, opulente Explosionen wie fantastische und irreale Feuerwerke. Hinreissend im wahrsten Sinne des Wortes: Erschütterungen werden plastisch durch exakt dosierte wellenförmige Krümmungen und Verwerfungen der Grundlinien-Matrix und Umgebung wiedergegeben! Sehr dynamisch! Es wabert und bebt!

Die crazy Creeps ähneln machmal ein wenig Pacman und Snakes, reizendes Zitat. Am Screenshot oben rechts eine besonders attraktive Abbildung: Fast durchsichtig wirkend, mystisch glühend, phosphoriszierend, sehr wirkungsvoll nicht nur in der Nacht; so hätten wir außerdem gerne, dass auch unsere Tabellenkalkulationen, Home-Screens und die allseits beliebten Stunden- und Dienstpläne aussehen. ;-)

Sound

Betörende FX-Effekte und Computerstimmen (coole Lady zählt deine verlorenen Leben runter), monophon aber sauber und differenziert, satt und frequenzfüllend. Keine Musik, iPod läuft weiter (und nur dann wirkt der “Klingeln/Aus”-Schalter am iPhone sinnvollerweise nicht).

Wenn’s richtig rund geht, ertönt wie ein mit dem genialen RJDJ verzerrtes Baustellengetöse, das wohltuenderweise nicht unbedingt nach einem Kriegsschauplatz klingt, sondern eher nach einem chinesischen Neujahrsfest. Wer die Laserkanonen am iPotch nicht hören kann, mag vielleicht die Kopfhörer aufsetzen, die guten: Gutturale, fette Sub-Bässe! Damit auch der Woofer was zu tun kriegt.

WUMMER! DRÖHN! (Habakuk mag Bässe.)

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geoDefense: Grundlegende Erläuterungen

Gameplay

Kurze Anleitung (gut verständliches Englisch) am Anfang eines jeden Durchgangs. Es ist nicht kompliziert. Easy to play, but very tough to master! Habakuks umfangreiche Erläuterungen klingen wieder mal schlimmer, als es ist.

Je nach Budget müssen verschiedene (auf dem Video sind’s gerade mal drei Sorten, insgesamt gibt es fünf) Verteidigungseinheiten beschafft und platziert werden. Die Creeps kommen unaufhaltsam in Schüben und weichen (vorerst) nicht vom Pfad ab; in den hohen Schwierigkeitsstufen (wirklich verrückt diffizil, etwas für richtige Hardcore-Gamer) verlassen sie jedoch manchmal sogar den Bildschirm…

Schaffen sie es bis in ihr Ziel, verliert der Spieler ein virtuelles Leben pro durchgekommenen Creep. Die Level unterscheiden sich hauptsächlich in Strecke (Karte), Höhe des Budgets, zur Verfügung stehende Türme sowie in der Qualität, Anzahl und Geschwindigkeit der Creeps, Anzahl und Intervall der Schübe, Anzahl der Leben.

Im Video gibt es an der besonders verknoteten Strecke des dritten Levels kaum Platz, um die Türme unterzubringen. Dafür bieten die Creeps genug Angriffsfläche auf ihrem langen Weg. Gegen Ende werden die Türme aufgewertet (sieben Upgrade-Stufen, da hat man ganz schön zu tun) und damit Wirkungsbereich, Schusskraft und -frequenz verstärkt.

Steuerung, Strategietipps

Wer nicht schummeln will, sollte dieses Kapitel überspringen!

Mit ein wenig TD-Erfahrung (hier: 7 Cities, TapDefense) ist man nach dem etwa zwei Stunden langen Thriller zwischen Wien und Salzburg im ICE mit allen zehn Easy-Levels durch, ich scheitere allerdings schon das fünfte Mal beim ersten Medium-Level. Das Upgraden der Türme muss wirklich schnell gehen, fast wie bei Target Tap ;-)

Wer Probleme hat, die Kanönchen exakt zu positionieren (sie sind unter der Fingerkuppe beim Verschieben nicht sichtbar; inzwischen gibt es ein diesbezügliches Update, s. u.), braucht sich keine Sorgen zu machen. Auf ein paar Millimeter kommt es offenbar nicht an. Wichtig ist nur, dass der Turm in den strategisch richtigen Bereich kommt, dazu reichen die Hinweise am Anfang:

Die blauen Laserkanonen stets am Ende (oder Anfang) einer Geraden, sie können so reihenweise aufräumen (die sollten schon möglichst genau hingestellt werden); die billigen grünen Kanonen “Blaster Tower” in eine Beuge der Wegstrecke, damit die Creeps sie ausführlich umwandern müssen und Zeit bleibt, sie dabei gebührend zu behandeln; am unkritischsten sind diesbezüglich vielleicht die roten “Missile Towers” (Lenkraketen), die besonders dann ihre Ziele finden und gründlich aufräumen, wenn sie entsprechend upgegradet und an einem Schwarzen Loch “Vortex” angeschlossen sind (gibt’s erst in den höheren Leveln).

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geoDefense: Habakuks erfolgreich beendeter Zickzack-Level Nummer sechs: "Shoulda Zagged"/Easy-Modus

Die erste Hälfte eines jeden Easy-Levels wird fast nur zum Platzieren der Türme verwendet. Sobald Geld da ist, sofort einen neuen Turm bauen.

Er lässt sich sogar schon vorher hinschieben, wenn dann genug Dollar da sind, die Fingerkuppe an der richtigen Stelle abheben; manchmal geht’s um Sekundenbruchteile.

Schön gleichmäßig aussuchen, eher mehr von den billigen grünen Schnellschusskanonen “Blaster Towers”, weniger von den gelben verlangsamenden “Shock Towers” (ab Easy-Level 4 “Loopy”). Sollten günstige Upgrades (2$) möglich sein, bald durchführen.

Im letzten Drittel der einzelnen Durchläufe habe ich praktisch nur upgegradet. Man erkennt auf einen Blick, welche Türme es nötig haben, nach den Upgrades leuchten sie nämlich etwas heller, haben mehr Kanonen drauf und schießen schneller. Auch der Text rechts unten bietet Aufschluss, sobald die Geschütze berührt werden.

Wie gesagt, da muss man/frau richtig fix sein. Ein bis zwei Türme pro Sekunde aufrüsten oder mehr! Tap, tap, tap! Nix mit gemütlich zurücklehnen und zuschauen… (Im Video gut zu erkennen.) Jene Geschütze an zentralen Stellen (Kreuzungen) bevorzugen. Es können mehrere Verteidigungsanlagen gleichzeitig aufgewertet werden, man muss nicht warten, bis der Fortschrittsbalken fertig ist.

Geld ist genug da, spätestens sobald eine von den langsamen Schlangen auftaucht, die bringt mit ihrer pixelweisen Zerstörung richtig Zaster. Falls zuviel Geld da ist, ein paar von den sündhaft teuren “Missiles Towers” zusätzlich hineinwerfen und gleich fleißig upgraden (in den schwierigen Durchgängen dann den Bildschirm restlos zupflastern damit). Bloß nicht von dem wilden Getöse und Gewaber ablenken lassen. In den leichten Levels brauchte ich übrigens keinen einzigen Turm zu verkaufen.

Thread bei touchArcade.com, in dem es ausschließlich um die strategischen Raffinessen von geoDefense geht mit Dutzenden Tipps und Bildschirmfotos.

Kritik ;-)

Die einzige Kritik, die ich anzubringen hätte, wäre, dass man kaum dazukommt, dem brillanten und spektakulären Feuerwerksgetümmel in Ruhe zuzusehen. Man ist ständig gefordert und ausgesprochen beschäftigt.

Ähm, räusper… Jailbroken/Unlocked iPhones müssen leider (vorerst?) draußenbleiben. geoDefense läuft nur mit 2.2.1. Sorry, folks…
Dieser unhaltbare Zustand dauerte geschlagene zwei Wochen. Siehe Update weiter unten.

Retro inspired

Im bereits erwähnten touchArcade-Thread äußert sich der EntwicklerDavid Whatley von der Firma Critical Thought Games, wie er geoDefense anlegte und verrät dabei ein paar Insider-Tricks. Inzwischen ist auch das Review vom touchArcade-Chef höchstpersönlich (in der Nacht von Samstag auf Sonntag, das darf man Einsatz nennen) erschienen, der das typische Arcade-Feeling des neuen Tower-Defense-Spiels besonders lobt:

geoDefense: A Retro Spin on Tower Defense

touchArcade gehört übrigens zu den weltweit aktuellsten, frequentiertesten und umfassendsten Online-Medien in Sachen Spiele für iPhone und iPod touch und stammt aus dem gleichen erfolgreichen Hause wie MacRumors. Arns Reviews zählen zu den objektivsten, aussagekräftigsten und zutreffendsten. Ganz ähnlich wie in der wiener Rossau geht jedoch auch im sonnigen Kalifornien die Euphorie manchmal ein bisschen zu weit ;-)

Häufig geben sich im touchArcade-Forum die Entwickler der Games zu erkennen und pflegen mit der erfahrenen Kundschaft regen Gedankenaustausch, dessen Ergebnisse durchaus in zukünftige Versionen der Software einfließen! Etwas, das vor dem Aufkommen der iGeräte praktisch unbekannt war. Da kann auch iTunes mit seinen eher oberflächlichen Einbahnstraßen-Bewertungen einpacken…

Dennoch unser üblicher Link zu den von iTunes abgepausten weltweiten Benutzer-Rezensionen zu geoDefense, einen gewissen Anhaltspunkt geben sie ja. Der Hersteller des TD-Games stellt weitere Screenshots zur Verfügung, davon kann man gar nicht genug kriegen.

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Neue Optionen in geoDefense 1.1

Update!

Am 6. März 2009 gibt es – knapp zwei Wochen nach Erscheinen von geoDefense – schon das erste Update. Zahlreiche Bugfixes und Verbesserungen, darunter:

  • Die blauen “Laser-Tower” beginnen jetzt früher zu zielen
  • Die “Easy-Levels” 2 bis 6 (und nur die) wurden noch ein wenig erleichtert
  • Neuer Novizenmodus ohne Highscore-Aufzeichnung; also deutliche Erleichterungen für AnfängerInnen
  • Turmplatzierung auch über dem Finger möglich (“Place Above Touch”, abschaltbar)
  • Einstellungen werden gespeichert und beim nächsten Spielstart vollautomatisch geladen
  • Funktioniert jetzt auch unter Apple OS 2.2, die Jailbreaker werden sich freuen
  • Die Frame-Rate wurde verbessert, so dass jetzt auch mehrere “Vortex”-Auslöser gleichzeitig störungsfrei stattfinden können
  • Wenn ein einzelner Creep angetapst wird, konzentrieren sich die umliegenden Verteidigungskräfte auf ihn (sofern im Wirkungsbereich), und gehen dann wieder automatisch ihrem normalen Geschäft (targeting logic) nach, kann in Notfällen hilfreich sein und verleiht einen gewissen Einfluss auf bestimmte Ziele
  • Die Videos auf der Hersteller-Homepage wurden ergänzt und können zum Schummeln verwendet werden

Viel spannender, kurzweiliger und anspruchsvoller ist es jedoch, auf alles von selbst draufzukommen und mit den völlig ausreichenden Anweisungen innerhalb des Spiels das Auslangen zu finden! Es ist ein knallhartes, blitzschnelles Reaktions-sowie Strategiespiel und ein Rätsel!

Glücklicherweise gibt es keinen Zähler, der die Anzahl der Versuche registriert ;) Dunkle Gerüchte gehen um, es könne gelingen, sämtliche Level ohne Verluste von virtuellen Leben zu bewältigen…

Habakuk ist nach vielen ungezählten Stunden mit fast allen durch, es fehlen nur noch drei. Verraten wird nichts, nur eines: In den “Hard-Levels” sind auch ein paar leichtere dabei. Ein Thrill in jeder Sekunde, absolut spannend und süchtig machend. (Finger weg, wenn einem das nicht passt.) Das Erfolgserlebnis, wenn man ein “Level completed” oder einen neuen Highscore erreicht hat, ist jedesmal ein ganz besonderes.

Zwischen-Update Ende.

Update II

Am Sonntag, 3. Mai, 0 Uhr 00, erscheint geoDefense Version 1.2 nach ein paar Stolpersteinen beim iTunes-Download, die von der Firma Apple erstaunlich schnell beseitigt wurden. Die Neuerungen im Originalton:

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Hier die Bildschirmfotos von den neuen Levels:

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Resümee

Den wirklich günstigen Einführungspreis ist das – mit einem raffinierten Retro-Touch – sehr modern wirkende geoDefense jedenfalls mehr als wert, daran besteht überhaupt kein Zweifel. Hätte nie gedacht, dass mich solche verkappt skurillen Kriegsspielchen jemals faszinieren könnten. Dieses hat das Zeug für einen gewissen Kultfaktor!

pac-manVerflixtes Eifon! Eigentlich wollte ich heute die Bude aufräumen, es ist mir allerdings die Matrix dazwischengekommen. Aber die Laser haben dort brav saubergemacht, und mit Pacman hatte ich eh noch eine Rechnung offen.

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5 Antworten zu Funkensprühendes Tower-Defense-Spiel

  1. NiclasW schreibt:

    Ich liebe dieses TD Game!

  2. Pingback: Jailbreak, Hacktivation, Unlock « Rossau

  3. Pingback: Neue Gratis-Testversionen: Edge, Payback « Rossau

  4. Pingback: Neue Droge: geoSpark « Rossau

  5. AMUNO schreibt:

    Na, da werde ich in Zukunft ja mal ein paar Tower Defense Games auf dem Handy ausprobieren müssen.
    Trotzdem gefallen mir bis jetzt die Flashversionen noch ganz gut ;)

    Gruß

    AMUNO

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