Ortsbestimmung per GPS, Mobilfunk und WLAN

ip_kartenDer deutsche Computer-Fachverlag Heise veröffentlicht einen Artikel von Peter König, der einen guten, recht ausführlichen und illustrierten Überblick mit zahlreichen Verweisen und Interviews auf die verschiedenen technischen Möglichkeiten der Lokalisierung gibt.

Das iPhone und zum Teil auch der iPod touch können diesbezüglich vielfältig eingesetzt – aber auch missbraucht werden. Hier als Appetizer ein paar Exzerpte aus dem empfehlenswerten und aktuellen Aufsatz, der die diesbezügliche Rechtslage durchaus nicht außer Acht lässt.

Ortsbestimmung

Personen und Geräte per GPS, Mobilfunk oder WLAN lokalisieren

Es soll Eltern geben, bei denen die Sorgen einsetzen, sobald der Nachwuchs die Haustür von außen zuklappt. Viele Anbieter kostenpflichtiger Ortungsdienste oder entsprechender Geräte nähren solche Ängste mit düsteren Unfallszenarien.

Natürlich kann es im Notfall Leben retten, wenn man sofort weiß, wo jemand ist. Jenseits solcher Ausnahmesituationen eignet sich die Technik aber auch für eine Reihe harmloser Anwendungen: Gesellige Typen können ihren Freunden zeigen, wo sie gerade sind, Abenteuerurlauber dokumentieren ihren Weg durch die Wildnis für die Daheimgebliebenen, wer zu spät kommt, kann die Fährte der Kumpels auf Kneipentour aufnehmen und Passivsportler verfolgen die Leistungen von Langstreckenläufern übers Internet. 

Eine dunkle Seite hat die Technik allerdings auch: Heimlich zur Ortung freigeschaltete Handys können misstrauischen Angetrauten und Arbeitgebern zum Nachspionieren dienen und auf diese Weise Ehen und Arbeitsverhältnisse zerrütten. Wer mit solchen Mitteln schnüffelt, macht sich übrigens strafbar.

ip_ortungsdienste

Das iPhone mit seinen zehn Antennen bietet mehrere Möglichkeiten der Lokalisierung, und damit ist nicht nur das Auffinden des nächsten Wirtshauses gemeint ;-)

Empfänger für das Global Positioning System (GPS) werten zur Ortsbestimmung die Laufzeiten der Signale von Satelliten aus; die Satelliten selbst bekommen davon jedoch nichts mit. Ähnlich funktioniert die Positionierung per WLAN, die etwa iPhones der ersten Generation benutzen und die man per Browser-Plug-in auf beliebigen mobilen Rechnern nachrüsten kann. Hier reicht die Information, welche drahtlosen Netzwerke mit welcher Signalstärke zu empfangen sind. Bei einem dieser Netze anmelden muss man sich dazu nicht.

In beiden Fällen (Mobilfunk/Modem, GPS) muss das Gerät seine ermittelte Position selbst übertragen, in der Regel per Mobilfunk. Für Handys und Notebooks ist das kein Problem, GPS-Handgeräte, Logger und die allermeisten Navigationssysteme müssen hier allerdings passen.

Selbst die Mobilfunkprovider und Netzbetreiber können Handys nicht unmittelbar orten: Sie haben zwar Zugriff auf die Informationen, bei welcher Funkzelle ein Telefon gerade eingebucht ist, welche anderen ebenfalls erreichbar wären und wie stark deren Signal empfangen wird.

Wer nicht für jeden Einsatzzweck ein spezialisiertes GPS-Gerät kaufen will, kann das Bedürfnis, jemanden zu orten oder sich orten zu lassen, mit vorhandener Technik befriedigen, etwa einem Notebook oder einem Mobiltelefon.  Handy-Ortungsdienste findet man etliche im Netz.

Im Prinzip ganz ähnlich wie mit Mobilfunkmasten funktioniert die Positionsbestimmung über drahtlose Netzwerke. Man braucht dazu einen WLAN-Adapter sowie einen Netzzugang, den beispielsweise eine UMTS-Karte im Notebook liefern kann, um die Liste der empfangenen Netze und ihrer Signalstärken mit einer zentralen Datenbank abgleichen zu lassen. Eine solche pflegt beispielsweise das Bostoner Unternehmen Skyhook Wireless, auch das iPhone greift auf sie zurück.

Bei gut gepflegtem Datenbestand und in Gegenden mit hoher WLAN-Dichte funktioniert die Positionsbestimmung deutlich besser als über die Mobilfunkzellen – ein Handymast sendet unter Umständen kilometerweit, ein WLAN-Router aber nur ein paar zehn Meter. Empfängt man dessen Signal, kann man davon nicht besonders weit weg sein.

Allerdings ist das System anfällig gegen bewusste Verfälschung, wie Wissenschaftler der ETH Zürich Anfang vergangenen Jahres zeigten: Über Basisstationen, die sich mit manipulierten MAC-Adressen als andere ausgaben, und durch Störung der übrigen Hotspots in der Umgebung gaukelten sie einem iPod touch und einem iPhone in Zürich vor, sich in New York zu befinden.

Lokalisierungsdienste wie Yahoo Fire Eagle verknüpfen die über Geode – aber auch per Spot – ermittelten Positionsdaten auf Wunsch mit Anwendungen von Drittanbietern, etwa dem sozialen Netzwerk Brightkite. Diese teilen wiederum ausgewählten Freunden mit, wo man gerade steckt. Besitzer eines iPhones können sich dafür Umwege sparen, ihr Telefon unterstützt Brightkite direkt.

Handys mit eingebautem GPS-Modul können zumindest unter freiem Himmel ihre Position viel genauer bestimmen. Damit solche GPS-Daten vom Mobiltelefon allerdings auch den Notrufleitstellen zur Verfügung stehen, müssen die Schnittstellen bekannt sein, und die unterscheiden sich wieder von Telefon zu Telefon. Ein Client zur Installation auf vorhandenen GPS-Handys ist in Vorbereitung.

Segen oder Fluch? Zum kompletten Heise-Artikel…

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4 Antworten zu Ortsbestimmung per GPS, Mobilfunk und WLAN

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