Öffis in Österreich

ip_google-maps_logoDie recht gut funktionierende Routenberechnung der standardmäßig installierten und GPS-unterstützten (iPhone 3G) Applikation Google Maps “Karten” (Hersteller-Info: Apple) bietet seit Mitte 2008 auch detaillierte Informationen für Fußgänger und Benützer des Öffentlichen Personennah- und Fernverkehrs in Österreich und in der Schweiz. Diese beiden Länder sind diesbezüglich derzeit noch weltweit (zusammen mit Nordamerika) privilegiert. – Positive Nachwirkungen der Fußball-Europameisterschaft 2008!

Wichtiger Hinweis: Diese Funktion läuft seit 2. Dezember 2009 in Österreich nicht mehr! Das ist äußerst bedauerlich. Google hat das Problem bestätigt. Details siehe hier in der Rossau. Bleibt uns nur als historische Dokumentation sozusagen, wie bequem es vor dem “Schwarzen Dezember MMIX” doch war:

ip_karten_routenauswahl

Kurzanleitung, ganz einfach.

Auf dem Home-Bildschirm des iDevice das Standardprogramm “Karten” aufrufen. Start- und Zieladressen eingeben. Startadresse wird automatisch eingetragen, wenn Lokalisierung über GPS erlaubt wird, die Adressen können auch dem “Kontakte”-Verzeichnis entnommen werden (Symbol: Aufgeschlagenes Buch).

Über die Schaltfläche mit der Schlangenlinie links können diese Adressen vertauscht werden (für die Rückfahrt zum Beispiel).

Damit sind schon alle notwendigen Eingaben erledigt! Dann die blaue Schaltfläche “Route” betätigen.

ip_karten_berechnungsergebnis

Gleich darauf erscheint das Ergebnis der Suche im Überblick.

Oben befinden sich die Schaltflächen für die verschiedenen Verkehrsmittel, auf dem Bildschirmfoto sind die Öffis ausgewählt (ruhig auch mal auf “Fußgänger” tippen => 2,5 Tage Reisezeit). Die Schaltfläche mit der Uhr gestattet, andere Start- oder Ankunftszeiten zu bestimmen.

Das Eselsohr unten rechts führt zu verschiedenen Darstellungen der Karten und zu einer übersichtlichen Anzeige der Wegpunkte in Listenform.

Weiter oben rechts mit “Start”.

ip_karten_offistart Eine beeindruckende Animation zoomt in die Detailkarte und springt zum ersten Punkt der Reise.

Von unserer berühmten Beispieladresse bis zur U-Bahn-Station Stephansplatz gibt es einen kleinen Fußmarsch.

Punkt 2 ändert nicht viel an der Grafik und lautet: “Mit U3 Richtung Ottakring Bahnhst (U3) Start um 12.27″.

Die Abfahrtszeiten werden von i.tip der Wiener Linien abgegriffen und stimmen meistens auf die Minute genau.

Nie wieder in der Kälte lange auf die Bim warten! :)ip_karten_umsteigen1

Hier der Screenshot (“3 von 8″) vom Umsteigepunkt Westbahnhof.

Google Maps informiert über sämtliche regionalen und nationalen Bahn- und zum Teil auch Busverbindungen der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB).

Der nächste Punkt 4 ändert dann nichts an der Grafik (daher auch kein Bildschirmfoto), der Text in der oberen Zeile auf dem iPhone lautet akkurat:

Transfer zu OIC Richtung Salzburg Hbf,

Start um 12:44″

Fehlt nur noch der Bahnsteig ;)

ip_karten_umsteigen2 Punkt 5 der Reise beamt uns mit einer netten Zoomfahrt über Ostösterreich nach Salzburg.

Der Text am Bildschirm lautet:

Aussteigen aus OIC in Salzburg Hbf, Ankunft um 15:50″

In Punkt 6 bleibt die Grafik unverändert und weist den Weg am Hauptbahnhof zur Obuslinie 6 des Verkehrsbetriebs StadtBus Salzburg samt genauer Abfahrtsszeit.

In den Karten mag jederzeit mit den entsprechenden Fingergesten gezoomt werden (Pinch). Die Orts- und Wegenamen erscheinen dynamisch.ip_karten_ankunft

Angekommen in der Altstadt an der Salzach! Zur Abwechslung mal in der Hybrid-Ansicht. Punkt 8 ergänzt den Text dann noch mit: “Gehen zu Getreidegasse 1, 98 m”

Dieser praktische Öffi-Plan in Google Maps funktioniert zumeist erstaunlich gut, es sind sämtliche ÖBB- und Postbus-Linien und z. T. kleine regionale Bahn- und Buslinien privater Verkehrsgesellschaften in den beiden Alpenstaaten enthalten. Man darf mit Zuversicht der Einbindung des internationalen Fernverkehrs entgegenblicken.

Für ÖBB-Auskünfte steht übrigens noch ein speziell für iGeräte aufbereitetes Abfrage-Webwidget und die Gratis-App Scotty (App Store Link) zur Verfügung, und für die Wiener Linien ebenfalls: Qando [sic!]; getestet und soweit für technisch befriedigend befunden, stellt sogar in einer hübschen Grafik auf die Minute genau dar, wann behindertengerechte Niederflur-Straßenbahnen kommen. Stimmt nur leider selten und ist oft gestört (ähnlich wie die Anzeigen in der U-Bahn und an den paar Bim- und Bus-Haltestellen im Zentrum, die damit ausgerüstet sind), das heißt, es erscheinen überhaupt keine Angaben, und zwar immer dann, wenn man es am dringendsten bräuchte. Inzwischen (Juni 2010) wurde die App zwar aktualisiert, arbeitet jedoch nach wie vor sehr unzuverlässig.

Solche Gratis-Apps für Smartphones und iPods gibt es weltweit für die verschiedensten ÖPNV-Systeme, auf der Homepage des lokalen Verkehrsbetriebs nachsehen!

Der außerordentliche Vorteil von Google Maps Public Transit war (muss man ja jetzt leider sagen, was Österreich anbelangt) jedenfalls, dass die diversen Verkehrsbetriebe miteinander verknüpft waren; beziehungsweise dass ein Vergleich, etwa mit welchem Verkehrsmittel (Auto/Bahn/Rad/Wanderstiefel) man schneller am Ziel ist, watscheneinfach anzustellen war (nämlich genau EIN Tap; Info erscheint innerhalb einer Sekunde).

Während eines Telefonats (!) und ohne tippen zu müssen (!) Eingaben direkt von der GPS-Lokalisierungs-Vollautomatik und/oder dem Adressbuch (oder der Google-Suche etwa nach Namen von Lokalen ohne Kenntnis der genauen Adresse) aus tätigen – beim dritten Mal gelingt das in unter zehn Sekunden. => In fünf weiteren Sekunden wusste man über die Ankunftszeit und viele weitere Details Bescheid. Wirklich perfektes und komfortables Öffi-Navi. Schade drum! :(

Hier nochmal der Link zur Rossau-Reportage über die derzeitige traurige Situation von Google Transit in Österreich.

Kann man nicht einfach den heiligen ÖBB-Fahrplan auf “vor Dez. ’09” zurückstellen?! Ausprobieren funktioniert jedoch immer noch: Mit Adressen aus der Schweiz. Zum Testen einfach als Startadresse “Zürich” und als Ziel “Buchs” eingeben. So hat ein fahrgastfreundliches Service auszusehen!

Hierzulande betreibt man Kundenvertreibung vergleichsweise. Mein aufrichtiges Beileid an alle Beförderungsfälle. Genau so stelle ich mir Globalisierung und Barrierefreiheit nicht vor.

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7 Antworten zu Öffis in Österreich

  1. manfreed schreibt:

    schön gemacht der beitrag.
    überhaupt ein feiner blog.
    kommt gleich in mien netvibes :-)

    alles gute

    manfred

  2. Pingback: Test von Navi-Apps bei Heise « Rossau

  3. Pingback: Google stellt Gratis-Navi für Android 2.0 vor « Rossau

  4. Pingback: App der Deutschen Bahn AG « Rossau

  5. manfred schindler schreibt:

    weils bis zum erscheinen von anachb.at fürs iphone (angeblich im jänner) kaum was für radler gibt, hier dafür eine möglichkeit:
    http://www.roadee.net/de/
    auf basis von openstreetmaps

  6. Pingback: Google Transit und die Öffis in AT « Rossau

  7. Pingback: ‚Google Maps‘ für iOS erschienen | Rossau

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