Sperren, Ausschalten, Neustart, Zurücksetzen…

Über diese Ausdrücke herrscht ein wenig Verwirrung. Tatsächlich wissen viele nicht, wie sie ihr iPhone “richtig” ausschalten. Wir benützen hier die Begriffe, wie sie auch in der offiziellen Bedienungsanleitung verwendet werden.


Schalter “Klingeln/Aus” (engl.: Ring/Silent switch; iPad: Seitenschalter)

ip_klingeln_aus_schalterAbbildung (iPhone 3G): “Klingeln”-Stellung (ein). Steht er auf “Aus”, ist dort eine deutliche rote Markierung zu sehen, was manche anders interpretieren. Eselsbrücken: Rot = Klingeln tot/aus. Stummschalter. Dieser physisch vorhandene Schiebeschalter tut genau das, was sein Name bedeutet. Es betrifft zunächst akustische Signale wie Telefonklingelton, SMS-Benachrichtigungen und Systemklänge (etwa Tastaturanschläge), beileibe jedoch nicht alle Anwendungen!

Zum Beispiel der iPod-Sound (Musikarchiv) läuft weiter, und auch der Wecker (in der Standard-App Uhr) bleibt sinnvollerweise völlig unbeeindruckt von diesem Schalter (aber nicht von den Lautstärkereglern). Tönende Anwendungen von Drittherstellern verhalten sich leider unterschiedlich, manche “respektieren” den Schalter, andere nicht. Am besten rechtzeitig ausprobieren.

Wird er umgestellt, erscheint auf dem Bildschirm ein entsprechendes Sinnbild (Glocke); beim Umstellen auf Stellung “Klingeln aus” vibriert das iPhone ganz kurz. Die folgende Abbildung zeigt diesen Schiebeschalter und seine möglichen Stellungen am iPhone 4S:

ip_lautsprecherIn Notsituationen, wenn es also zu spät ist, hilft es einigermaßen, einfach den winzigen Lautsprecher links an der Unterseite (kleines Loch mit filigranem Gitter) mit einer Fingerkuppe zuzuhalten, bis man das Gerät ordnungsgemäß zum Schweigen gebracht hat. Nur dieser Lautsprecher (siehe Abbildung) ist für die Klänge zuständig, der andere auf der Frontseite über dem Bildschirm nur für Telefonate am Ohr (genannt Hörer).

Genau symmetrisch gegenüber auf der anderen Seite der breiten USB-Buchse (orig. Dock Connector) befindet sich übrigens eine ganz ähnlich aussehende Öffnung, dabei handelt es sich um das Mikrofon. Diese Öffnungen befinden sich auch beim iPhone 4 und iPhone 4S an genau denselben Stellen.

Der Lautsprecher ist beim iPad ebenfalls an dieser Stelle links unterhalb des Home-Buttons; das Mikrofon befindet sich oben in der Mitte auf der Schmalseite. Beim iPad lässt sich dieser Schalter in den “Einstellungen – Allgemein” mit zwei Funktionen belegen: Als “Klingeln/Aus”-Schalter oder als Ausrichtungssperre.

Die Tippgeräusche (Tastaturanschläge) und andere Systemklänge lassen sich auch in den “Einstellungen – Töne” separat ein- und ausschalten.

Für viele mag der Hinweis überflüssig erscheinen, aber es gibt gar nicht so selten Verwechslungen und falsche Interpretationen, daher hier noch einmal ausdrücklich. Egal, in welcher Stellung er sich befindet, mit sichtbarer roter Markierung oder nicht, dieser “Klingeln/Aus”-Schiebeschalter schaltet das iPhone nicht aus, genausowenig wie der Standby-Modus, siehe bitte nächstes Kapitel:


Sperren (Standby-Modus; engl. Originalbezeichnung: Lock)

ip_standby-tasteWird oft mit dem Ausschalten verwechselt! Durch den kurzen Druck auf die Standby-Taste (oder automatisch nach einer bestimmten, einstellbaren Zeit der Inaktivität) wird aber praktisch nur der Bildschirm abgeschaltet. Bei manueller Auslösung ist dabei ein passender Systemklang zu hören. Das Telefon klingelt weiterhin, wenn jemand anruft; manche Anwendungen, die vorher gestartet wurden, laufen im Hintergrund weiter, auch die Töne, die sie womöglich produzieren.

ip_home-tasteUnd vor allem: Sie saugen weiter an den elektrischen Energievorräten! Um das zu vermeiden, vor dem Sperren die Home-Taste betätigen, dann sollte der Home-Bildschirm erscheinen; die Anwendungen werden somit vorher zuverlässig beendet (seit iOS 4 auch die Anwendungen in der Multitaskingleiste beenden).

Diese relativ harmlose Sperre (sie kann nicht mal als Ruhezustand bezeichnet werden) wird bekanntlich aufgehoben, indem die Home- oder Standby-Taste kurz gedrückt und der darauf erscheinende virtuelle “Entriegeln”-Schiebeschalter betätigt wird (ein virtuelles Betriebsgeräusch ertönt), und sie hat nichts mit der Bindung des Geräts an einen bestimmten Mobiltelefonie-Netzbetreiber (engl. ebenfalls: Lock) zu tun.


Ausschalten (engl.: Power Off, Computer-Slang: Herunterfahren)

Das iPhone lässt sich jederzeit (auch während Apps laufen) komplett abschalten, indem der Standby-Knopf drei Sekunden lang gedrückt wird, bis der virtuelle rote und animierte “Ausschalten”-Riegel erscheint und betätigt wird. Danach wird das Gerät ordnungsgemäß heruntergefahren; das dauert zwischen fünf Sekunden und drei Minuten, bis die kleine Radarschirm-Animation beendet ist.

ip_ausschalten

Dies empfiehlt sich, wenn zum Beispiel die Akku-Ladung knapp wird, und in der näheren Zukunft keine Möglichkeit des Nachladens besteht. Der Rest der Energie wird so für Notfälle und dringende Telefonate so zuverlässig wie möglich konserviert. Oder wenn sich das Gerät seltsam (langsam, unzuverlässig, instabil) verhält, ein Neustart nach Herunterfahren hilft da in den allermeisten Fällen; das kommt aber spätestens seit iPhone OS 3.x praktisch nicht mehr vor.

Ein weiterer Grund für ein Ausschalten wären Sicherheits-/Privacy-Maßnahmen, siehe Rossau: iPhone/iPad-3G-Aufenthaltsorte werden am Mac/PC und iPhone/iPad gespeichert (und beim Mobilfunk-Netzbetreiber).

Eventuell ungesicherte Daten werden vor dem Abschalten automatisch gespeichert. Es können im ausgeschalteten Zustand natürlich auch keine Anrufe getätigt und entgegengenommen oder SMS empfangen und versendet werden. Je nach Mobiltelefonie-Netzbetreiber erhält man dann beim Wiedereinschalten sofort eine SMS mit einer ausführlichen Liste der versäumten Kontaktversuche oder Visual-Voicemail-Benachrichtigungen.

Um den ausgeschalteten Zustand zu beenden und das iPhone wieder einzuschalten, empfiehlt sich ein Neustart, siehe nächster Absatz.


Neustart (Einschalten, engl.: Booting)

ip_startetEin Start oder Neustart findet statt, wenn die Standby-Taste (eventuell nach Ausschalten/Herunterfahren, siehe Absatz darüber, und mindestens zwanzig Sekunden Sicherheitsabstand) etwas länger gedrückt wird. Nach spätestens zwei Sekunden erscheint das Apple-Logo, dann kann man den Knopf auslassen.

Das iPhone bootet (das Betriebssystem wird neu geladen, zu bewundern ist weiterhin das schöne 3D-Logo), was zwischen fünfzehn Sekunden und drei Minuten dauern kann, je nachdem, in welchem Zustand sich das Gerät davor befand, und ob es per USB an einen Computer angeschlossen ist; nach “Zurücksetzen” oder “Wiederherstellen” (s. u.) braucht es (mithin wesentlich) mehr Zeit. Der Abschluss des Boot-Vorgangs wird optisch (Home-Bildschirm), akustisch und durch ein kurzes Vibrieren angezeigt.

Diese Vorgänge werden oft – etwa nach der Installation von ressourcenhungrigen Applikationen – empfohlen, damit vor dem ersten Start zuverlässig sämtliche (durch den Neustart freigegebene) System- und Speicherbetriebsmittel zur Verfügung stehen. Andere Quellen bezweifeln, dass das seit iPhone OS 3.x nötig ist.


Anwendung sofort beenden (engl.: Application Force Quit)

Sollte ein Programm nicht mehr reagieren oder einfrieren, keine Ein- und Ausgaben mehr möglich sein, die Home-Taste sechs Sekunden lang drücken, bis der Home-Bildschirm erscheint. Im Computerslang auch genannt “Abschießen”. Eventuell nicht gespeicherte Daten gehen dabei der betroffenen Anwendung verloren.

[Rossau Blogposting Zwischenaktualisierung Mitte 2013] Das funktioniert seit (…) nicht mehr (ich habe es auch, ehrlich gesagt, fast nie benötigt), egal, ob Siri aktiviert ist oder nicht. Ist Siri deaktiviert, startet bei längerem Drücken der Home-Taste die Sprachsteuerung. Unter Application Force Quit wird jetzt das Entfernen von Apps aus dem Multitasking-Bereich verstanden (Home-Taste doppelt drücken, die verkleinert dargestellten Apps mit einer kurzen Wischgeste nach oben vom Bildschirm befördern, Multi-Touch bis zu drei Finger ist möglich; Apple-Supportdokument dazu). [Ende der Aktualisierung.]

Das geladene Betriebssystem iPhone OS – eine dem iPhone angepasste und portierte Version von Apples kommerziellem Unix-Betriebssystem Mac OS X – wird davon normalerweise nicht beeinflusst, man kann sofort weiterarbeiten. Wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, führt in solchen Fällen dennoch einen kompletten Neustart des Systems durch.


Zurücksetzen (engl.: Reset [offizielle Bezeichnung]; eigentlich: Hard-Reboot)

Die meisten iPhone-BesitzerInnen werden diese eher brutale Notbremse nicht oft benötigen, es ist dennoch sehr empfehlenswert, sich den Griff für den Fall der Fälle einzuprägen.

Wenn alle Versuche scheitern, das iPhone regulär ab- oder einzuschalten oder eine Anwendung ordnungsgemäß oder sofort zu beenden (siehe bitte oben), das Gerät also überhaupt nicht mehr auf irgendwelche Eingaben reagiert und der Bildschirminhalt einfriert oder schwarz bleibt (auch nach USB-Kabelverbindung mit einem Netzgerät oder Computer, falls der Akku komplett entleert war), das iPhone von sämtlichen Anschlüssen trennen und die Home-Taste zusammen mit der Standby-Taste fünf bis zehn Sekunden lang gedrückt halten. Die Installationen und persönlichen Einstellungen bleiben nach einem darauffolgenden Start (kann etwas länger dauern als sonst) vollständig erhalten.

Aufgemerkt! Der Neustart erfolgt beim Zurücksetzen vollautomatisch, wenn die beiden Tasten so lange gedrückt bleiben, bis das Apple-Logo erscheint. Das kann fünfzehn bis fünfundzwanzig Sekunden dauern. Ich habe schon das dritte iPhone und diverse iPads und iPods, und dieser Kunstgriff hat bis jetzt immer funktioniert. Leicht einzuprägen, ich wiederhole: Wenn trotz geladenem Akku oder USB-Verbindung gar nichts mehr geht, USB-Verbindung trennen, beide Tasten halten, bis das Apple-Logo erscheint.

Dringende Empfehlung an iOS-Einsteiger: Sofort ein, zweimal ausprobieren. Morgen, dann eine Woche später nochmal, und schon ist der Vorgang des Hard-Reboots im Gehirn für alle iOS-Zeiten eingeparkt. Wie gesagt, es kann gut sein, dass man das nie brauchen wird, aber wenn man’s mal braucht, ist garantiert keine Bedienungsanleitung zur Hand!

Nicht zu verwechseln mit dem “Wiederherstellen” (Restore) über iTunes oder iCloud; dabei werden sämtliche Daten gelöscht und das letzte Backup von der Computer-Festplatte (oder der Cloud) auf das iDevice überspielt. Offizielles Support-Dokument der Firma Apple dazu:
Sichern, Aktualisieren und Wiederherstellen der iPhone und iPod touch Software

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